Pauline Mauruschat trifft Sita Maria Frey
Shownotes
Oh yes we are back - und zwar mit Sita Maria Frey und unserer ersten bildenden Künstlerin, Pauline Mauruschat! Sitas Roman "Tage wie Salzwasser" könnt ihr hier zum Beispiel kaufen und er passt offensichtlich perfekt zu unserem derzeitigen Sommerwetter:
https://www.genialokal.de/Produkt/Sita-Maria-Frey/Tage-wie-Salzwasser_lid_54170859.html
Wir wünschen euch sehr viel Freude mit unserem neuen Gespräch und freuen uns, wenn ihr uns auch beim nächsten Mal wieder reinfolgt!
Transkript anzeigen
00:00:09: Hallo, liebe No Pressure-Nineteen und Book Club-Friends!
00:00:13: Wie ist bei euch so die Zwelle?
00:00:15: Also hier in London ist auf jeden Fall sehr, sehr warm.
00:00:18: Da ist Faltglüte, die Parks sind voll, die Straßen auch und die Rosenwuchern in den schönsten Farben, das mich ja mal ultra happy macht... Und here we go again eine neue Folge Hot of the Press.
00:00:31: Dabei war es eigentlich noch sehr kalt als die Folge aufgezeichnet wurde.
00:00:35: Diese Folge ist auf jeden Fall mal was Neues und wir freuen uns sehr, denn wir haben unsere allererste bildende Künstlerin zu Gast.
00:00:42: Und zwar Buchen-based Artist Pauline Mauruchardt.
00:00:46: Vielleicht sind euch ihre Bilder ja schonmal auf Instagram begegnet?
00:00:49: Dort hat sie nämlich Sagaunschreibe «Siebzigtausend Followerinnen».
00:00:54: Und hey!
00:00:54: Wir haben immerhin fast dreitausend und wir sind aber auch so dankbar für jede einzelne Person die mit unseren Gesprächen engaged.
00:01:02: Danke nochmal an dieser Stelle dafür.
00:01:05: Pauline spricht mit der tollen Sita.
00:01:07: Maria Frey, deren romanen Tage wie Salzwasser in dem Jahr ist auch ein First Funds.
00:01:15: Sita hat sich auch ein tolles Kartensystem für diesen Talk überlegt, indem es unter anderem um die Verlagsbranche und Frauen-Inführungspositionen geht.
00:01:29: Und wir sind sehr gespannt was ihr sagt!
00:01:32: Also lasst uns doch wie immer gerne ein paar Kommentare da.
00:01:35: Oder folgt unsere Podcast rein, rated und reviewed.
00:01:38: all das hilft nämlich anderen uns zu finden.
00:01:41: Und bleibt natürlich dran!
00:01:42: Denn beim nächsten Mal dürfen wir wieder einen Livetalk lesen... ...und jetzt sind natürlich excited!
00:01:47: Und hoffentlich dürfen wir dann auch mal wieder ein paar Event-News erkünden?
00:01:51: Also stay tuned!
00:01:54: Liebe Grüße von mir, ich bin mich Rebecca.
00:01:56: Und ich produziere diesen Podcast gemeinsam mit Jonas Reimer und Leslie Liener-Schäfer.
00:02:02: Ich hoffe, dass ihr irgendwo grad am Pool duem See seid wie ich zum Beispiel vorgestern im Ladies' Pond, bevor es so voll wurde, das man nicht mehr reinkam.
00:02:13: So viel dazu ... Yes!
00:02:15: Let's go!
00:02:16: Sita und Pauline, viel Spaß und bis gleich.
00:02:30: Willkommen zu No Pressure Ninety Nine.
00:02:33: Wir sind Pauline und Sita.
00:02:36: Und Paulina, wollen wir uns erst mal kurz einmal vorstellen?
00:02:39: Magst du anfangen?
00:02:40: Gerne!
00:02:42: Ich bin Pauline ich wohne im Bochum und mache da auch Kunst.
00:02:48: Und habe zwei Kinder hier und versuche alles in mein Leben so zu integrieren dass sich gut klarkommen.
00:03:00: Dem kann ich mich sofort anschließen und inspirieren, dass man alles gut hinkriegt.
00:03:05: Genau!
00:03:05: Ich bin Sita, ich komme aus dem Ruhrgebiet, bin mittlerweile am Zürichsee wo wir leben.
00:03:13: Und ich bin gelernt Elektronen, habe lange MS-Fischerverlag gearbeitet und im Mai ist mein debut Tagewiese als Wasser rausgekommen.
00:03:23: Zeig das jetzt auch einfach einmal kurz hier rein... steht jetzt hier nicht.
00:03:26: Man muss ja auch eigentlich sagen, Pauline, das ist die Wiederholung von der Wiederholungen, ne?
00:03:32: Weil eigentlich wollten wir uns treffen und ich wollte dich total gerne in deinem Atelier besuchen.
00:03:37: Ich hatte total Lust drauf gehabt.
00:03:38: Und an dem Tag hatte ich den schlimmsten Mal im Darmvirus ever!
00:03:45: Du hattest glaube ich Fieber oder?
00:03:47: Ja, ich war auch irgendwie erkältet... Die Kinder halt und die Kita und die Schule da kommt viel zusammen.
00:03:54: Genau, das heißt jetzt machen wir es heute so.
00:03:56: Es ist auch schön und Paulina schau mal ich habe vier Karten mitgebracht hab ich Themen drauf geschrieben die ich gerne mit dir besprechen werde.
00:04:04: Das sind so schöne sythinianische Zitronen drauf.
00:04:06: Die Karten hat mir der Verlag gegeben.
00:04:08: Wer passend zu deinem Buch holt?
00:04:10: Ja genau.
00:04:11: Passt so gut zum Buch.
00:04:12: Aber das könnte ich gleich gerade noch sagen bevor ich dir jetzt die erste Frage rauspeure.
00:04:18: Tage wie Salzwasser is ja nämlich eine Geschichte bei der zwei Frauen aufbrechen weil sie in schwierigen Situationen ihres Lebens stehen und dann mehr oder weniger so auf den Roadtrip gehen.
00:04:29: Die reisen da nach einem Motorrad zusammen einmal durch Europa, danach Sizilien und deswegen sind auch diese zizillianischen Zitronen drauf.
00:04:37: Und das auch mal in dem Kontext.
00:04:39: Pauline, welche Nummer von eins bis vier möchtest du haben?
00:04:43: Vier.
00:04:45: Wie vier?
00:04:46: Boah!
00:04:46: Dann wäre jetzt hier das Thema Kunst.
00:04:50: Ach, na toll!
00:04:52: Wie ist meine Lieblingszahl?
00:04:53: Deshalb habe ich viel los.
00:04:56: Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.
00:04:58: Auf jeden Fall weil ich finde es nämlich gerade so cool erstens sich unter Kreativen auszutauschen und dann auch
00:05:03: mit Menschen
00:05:04: die im anderen Bereich also quasi in anderen Bereichen künstlerisch kreativ
00:05:07: sind.
00:05:08: deswegen
00:05:09: würde mich mega interessieren.
00:05:10: Pauline was brauchst du damit du künstlersch kreatif sein
00:05:15: kannst?
00:05:17: Ich würde sagen vor allem kein Druck, was nicht immer einfach ist wenn man das wirklich als Beruf hat und damit Geld verdient.
00:05:27: Das geht ja miteinander einher und ich versuche das die ganze Zeit so auszubalancieren dass ich weitermachen kann trotzdem halt irgendwie Geld verdiene, aber diese Waage zu halten finde ich wirklich gar nicht einfach.
00:05:43: Und ich habe auch Phasen wo ich dann mal sagen muss nee jetzt mache ich tatsächlich mal irgendwie malig mal nicht für eine Zeit weil es gerade nichts bringt, weil ich so verkopf bin und nur dieses Arbeiten und eine Geldverdienung im Kopf hat dass das nicht fließt und nicht funktioniert.
00:06:05: Aber ich hab das Gefühl, je länger ich das mache, desto besser bekomme ich das irgendwie hin.
00:06:13: Es ist ein Prozess für dich immer.
00:06:16: Ja
00:06:17: und wie
00:06:17: geht's dir?
00:06:20: Ich finde es auch so, sich diese Räume zu schaffen in einem Familienalltag wo man kreativ sein kann.
00:06:27: Das ist gar nicht ganz einfach.
00:06:30: Und ich habe erst darüber nachgedacht, braucht das für mich ein Raum oder irgendwas dezidiertes?
00:06:35: Oder den Schreibtisch.
00:06:36: Das brauche ich eigentlich alles gar nicht.
00:06:38: Also ich hab auch angefangen zu schreiben wirklich mit einem Laptop so auf den Weinen und hatte den Kinderwagen immer dabei und hab dann so den Kinderwagen geschuckelt.
00:06:46: aber vor allen Dingen... Ich brauch das im Kopf!
00:06:48: Ich brauch diesen Raum im Kopf und das finde ich teilweise schwierig weil man ja wenn man auch Kinder hat, in so einem Alltag ist.
00:06:54: Man hat so viel immer an Listen und To-do's im Kopf, was du abarbeiten musst... Und sich da dann diesen Platz zu nehmen.
00:07:01: für mich ist der Platz der Geschichte die ich gerne erzählen möchte bei dir wahrscheinlich das dann auf der Leinwand was du erzählen möchtest und dass dazu finden.
00:07:09: Das finde ich fast die größte Herausforderung.
00:07:12: Ich kann aber für mich sagen, dass wenn ich das dann schaffe wirklich so einen Zustand einzutauchen, dass ich mich auch echt komplett vergessen kann.
00:07:21: Und dann gibt es auch diese Zeit gar nicht mehr, die bricht dann irgendwie so einen riesigen Stücken ab und das finde ich jetzt auch was ganz Tolles zu erleben.
00:07:31: Ich find' es gibt als erwachsender Mensch gar nicht mal so viele Bereiche wo man diese Selbstvergessenheit hat wie man das vielleicht als Kind hatte wenn man einfach so spielt.
00:07:38: Wo man einfach in dem ist und das merke ich halt beim Schreiben total.
00:07:43: Ja sehr!
00:07:44: Also ich hab das Das ist bei Schreiben schwierig, aber beim Malen können die Kinder ja auch im jungen Alter schon gut mitmachen.
00:07:57: Also, es geht auch nicht immer.
00:07:58: Aber ich merke tatsächlich um so reinzukommen und um diese Freiheit zu haben wie du gerade gesagt hast als Kind hat man die ja noch!
00:08:04: Und ich merk wie sehr meine irgendwie so da strahlen können in dieser Spontanität und in diesem einfach raushauen... ...und ich bin da immer beeindruckt von.. Ich weiß doch noch wie meine Mama erzählt hat dass sich früher genau das Gleiche war.
00:08:18: Und ich mal ganz gerne mit denen zu anfangen zusammen Und wir malen dann so nebeneinander und malen vielleicht, mein Kind entscheidet.
00:08:29: So jetzt malen wir ein Vogel und dann malen wie wir einen Vogel malen würden.
00:08:34: Das ist immer schön.
00:08:35: um da eine Leichtigkeit reinzubringen finde ich das funktioniert ziemlich gut.
00:08:42: Ja es beim Geschichten erzählen eigentlich auch so klar dass aufschreiben dann da brauchst dann irgendwie mehr diese Ruhe aber an sich dieses auch so fabulieren oder sich Sachen ausdenken, dass es an sich auch was ganz spielerisches.
00:08:57: Und tatsächlich ... Ich glaub das ist auch etwas, was ich schon immer in mir drin hatte, was mir Spaß gemacht hat.
00:09:02: Ich hab das von meiner Mutter gehört, dass sie erzählte, dass ich immer bei Spazier ging.
00:09:06: So gerne mich hab zurückfallen lassen und dann alleine vor mich hin gebrabbelt habe und mir selbst diese Geschichten erzählten.
00:09:13: Das finde ich einfach was total Cooles, dieses Eintauchen in andere Welten und sich daran zu versenken.
00:09:21: Hast du einen Anspruch bei deiner Kunst, was du damit willst?
00:09:29: Ja.
00:09:30: Auf jeden Fall und das wäre jetzt erst mal ... Wenn ich alles drumherum weglasse, wär das, glaub ich ... Ich hab angefangen für mich zu malen um mich selber ... sicher zu fühlen, weil ich ganz viel unsicher war in meinem Leben.
00:09:51: Ich versuchte mir so einen sicheren geborgenen Ort quasi in meinen Bildern zu suchen und ich glaube das ist jetzt auch ein bisschen das was weitergeht und womit andere resonieren und ich da total glücklich und dankbar für bin dass das anscheinend andere auch etwas mit anfangen können.
00:10:15: Aber ja, so ein bisschen wie Ferien vom Alltag.
00:10:22: So einen Urlaubsort wo man hinkommen kann und sich gut fühlt oder so.
00:10:26: Manche meinten auch, dass es sich für die fast therapeutisch anfühlt.
00:10:32: Wo ich denke den Anspruch habe nicht immer aber ist das schön wenn ... ankommt und ich glaube, ja es ist generell sehr so.
00:10:39: ein emotionaler sicherer Ort den ich da suche für mich.
00:10:45: Und bei dir.
00:10:51: wo heraus ist das bei dir so entstanden?
00:10:56: Also ich hatte auf jeden Fall diese Lust einen Text zu machen, der irgendwo leicht und schwer zugleich ist.
00:11:05: Ich glaub dieses Unterhalten zu wollen und gleichzeitig ernste Themen behandeln zu wollen.
00:11:13: Ich bin ja gelernte Dektorin ich habe wahnsinnig vielen mit Geschichten gearbeitet und ich merke einfach für mich dass mich immer Geschichten berührt haben die diesen Spagat geschafft haben.
00:11:22: wurde wirklich unter Helds oder das Gefühl hast du tauchst einfach in die Geschichte ein und du hast auch Freude daran und gleichzeitig, dass irgendwas bleibt.
00:11:33: Weil ich finde das ist nur dieses Jungfood wo du nur die Geschichte schlürft und dann es irgendwie bleibt nachher gar nichts.
00:11:39: Die vergisst man ja auch ganz schnell!
00:11:42: Und ich wollte wirklich diese schwer- und gleich zugleich.
00:11:48: in der Buchbranche spricht man dann ja ganz häufig so von Market Commercial oder sowas also quasi kommerziell aber mit irgendwie sowas dass da noch was anderes ist.
00:11:58: Und für mich das Element, quasi das Leichte war bei mir so dieses Roadtrip, die es unterwegs sein, dieses Reiseteamer und ich wollte aber auch diese Protagonistin haben, die wirklich am Anfang einen Moment stehen wo sich Dinge verändern, wo Dinge wehtun, wo Sicherheiten wegbrechen und wo sie wirklich aus ihrer Komfortzone rausmüssen.
00:12:18: Das für mich diese Schwere weil ich glaube letztendlich wir ... kommen alle in solche Situationen rein, wo es ungemütlich wird.
00:12:28: Und das kann ja alles sein!
00:12:29: Das kann ja eine Trennung von Partner sein oder auf der Arbeit eine Unzufriedenheit oder zu viel Arbeit, Burnout oder was auch immer... Oder ne Krankheit so und aber dass das ein bisschen den Puls ist, wo's dann auch losgeht und wo dann Dinge in Bewegung kommen.
00:12:46: Ich glaube, das ist das, was ich mir als Anspruch da gesetzt habe.
00:12:48: Was ich gerne mit dem Buch letztendlich möchte, gut unterhalten fühlt, dass man auch schnell lesen kann einfach und Freude daran hat.
00:12:57: Gleichzeitig, dass da so ein Gefühl für etwas bleibt.
00:13:01: Ja das ist ja auch so ein bisschen wie das echte Leben.
00:13:04: Also es ist ja irgendwie, dass ich glaube in dieser Gesellschaft hier versuchen wir schon viel auch immer so negative Gefühle zu tun als werden die nicht da oder uns immer sehr auf positive konzentrieren.
00:13:16: Und das halt negativ ist ja auch schon, diese Konnotationen sind ja alles Gefühle.
00:13:22: einfach erst mal und das finde ich es ja eigentlich dann vielleicht eine gute Repräsentation vom Leben allgemein so.
00:13:31: Das haben wir glaube ich ...
00:13:34: Entschuldigung, mir ist da gerade was eingefallen.
00:13:36: Ich war grad nur so... Genau das hat auch etwas damit zu tun letztendlich mit der Vermarktbarkeit von weil natürlich auch immer dann in der Verlagsbranche diese riesengroße Angst ist, ist das jetzt zu echt?
00:13:50: Ist das jetzt tut das zu sehr weh oder können wir das nicht irgendwie noch so ein bisschen glatt spülen?
00:13:55: und da muss man ja für sich auch eine Standhaftigkeit haben.
00:13:58: Das Thema ist mir aber wichtig also zum Beispiel bei mir in dem Buch Tage wie Salzwasser.
00:14:03: es hat einfach die eine Protagonistin die ist ja schwanger und die weiß nicht ob sie dieses Kind haben will.
00:14:09: also erst mal dieses.
00:14:10: Ich bin nicht die Mama, die sich das unbedingt wünscht.
00:14:13: Und sie verliert ihren Partner, der sich das Leben nimmt.
00:14:17: und an sich ist das natürlich schon so eine Situation, wo man denkt total schwer also irgendwie ne Schwangere und die verliert dann auch noch ihrem Partner.
00:14:24: So kann man das jetzt irgendwie glatt streichen?
00:14:26: Dann ist es vielleicht irgendwie angenehmer zu lesen.
00:14:28: aber für mich so ich habe da sehr auch mit gerungen dass das so in dem buch drin bleibt und dass wir das nicht irgendwie ohne Ecken und Kanten machen weil Ohne diese Situation wäre diese Figur nie aufgebrochen.
00:14:41: Also es braucht da auch dieses Momentum, wo's echt wehtut damit dann auch eine Veränderung passieren kann.
00:14:46: Ich glaub wenn du dann halt einfach so in deiner safeen Bubble bist Dann passieren ja diese Dinge nicht und mir war das ganz wichtig Damit die Figur auch ne Glaubhaftigkeit diesen Schmerz den brauchtest du auch am Anfang.
00:14:59: Und ich will dass auch gut Figuren dazu haben Die Hadern, Zögern, die wirklich am Struggeln sind Ja, ganz genau.
00:15:09: Aber das ist immer ein Thema auch so wenn es daran geht dass irgendwie vielleicht einer breiten Masse aufzumachen spült man's nicht noch irgendwie so ein bisschen weich damit es kommerzieller wird oder so ne?
00:15:21: Ja aber ich ja genau.
00:15:22: also es ist eine gewisse Authentizität die da mittlerweile finde fehlt in diesen sehr konventionellen Filme oder Blockwasser, wo ich denke es ist immer die gleiche Handlung.
00:15:34: Also wir wissen's jetzt auch langsam ja aber genau.
00:15:40: also Ich meine da hatten wir haben ja schon mal gesprochen und das hat ja alles nicht so gut funktioniert.
00:15:46: Da hatten wir ja auch diese parallele ein bisschen entdeckt dass du versuchst da auch mit dem Schmerz und der Leichtigkeit zum Gleichgewicht zu finden in den Bildern mir auch schon gesagt wurde, da ist ein Schmerz drin.
00:16:00: Und trotzdem wird damit weiter umgegangen ... Um das auch irgendwo umzuwandeln.
00:16:11: Dieses Gefühle entwickeln und aus einem Gefühl auch ein anderes entstehen kann.
00:16:19: Das fand ich eine ganz schöne Parallele.
00:16:22: Ja, ich glaub da tatsächlich auch dran, dass irgendwie Ausschmerz so ganz viel Produktives entstehen kann.
00:16:28: Also wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, dann kann ich das für mich auch darin finden, dass immer Momente wo es Schwierigkeiten waren oder Herausforderungen waren und dass das im Endeffekt auch Phasen sind an die ich mich stark erinnere weil danach Veränderung gekommen sind oder ich auch mich viel tiefer mit mir selbst auseinandergesetzt habe.
00:16:48: Wenn alles easy-peasy ist und du einfach durch deinen Alltag segelst
00:16:53: Du entwickelst dich in der Form.
00:16:55: Nee, genau, das passiert ja meistens
00:16:57: auch nix.
00:16:59: Ich nehm mal die zweite Karte
00:17:00: und du sagst ... Ja, hol!
00:17:03: Weiter geht's.
00:17:04: Zahl zwei?
00:17:06: Zwei.
00:17:07: Tiere habe ich aufgeschrieben weil mir aufgefallen ist, du hast nicht in allen, aber in vielen Bildern von dir spielen Tiere eine Rolle.
00:17:19: Warum ist das so?
00:17:25: Also erstmal ganz klassisch bin ich natürlich super tierliefer und finde Tiere einfach sehr... Ich kann damit viel anfangen.
00:17:35: Und das liegt daran, dass die so ehrlich sind und ein offenes Herz haben.
00:17:41: Und genau das, worüber wir gerade geredet haben mit diesen ... Es ist eine gute Gefühl oder so.
00:17:49: So sind die halt nicht, sondern immer ehrlich.
00:17:51: Die sind ja immer authentisch.
00:17:52: Die können gar nicht anders eigentlich.
00:17:55: Das schätze ich sehr an denen.
00:17:59: Dazu kommt für mich so ne gewisse Symbolik dieses Ich- Ich mag gerne Hunde, vor allem sind das Tier, was ich fast am meisten benutze.
00:18:16: Das ist für mich immer so ... oder oft wie ein Wächter auf die Person, die vielleicht mit im Bild aufpasst.
00:18:26: Es geht natürlich auch um die Verbindung zueinander zwischen Mensch und Tier.
00:18:33: Ja, das ist glaube ich viel Symbolik.
00:18:35: Da kann man viel reinpacken und genauer sich schweift jetzt nicht zu weit aus.
00:18:42: aber es ist also in dem Fall werden's viele die dieses Ich beschützt dich!
00:18:50: Ich bin für dich da so ne?
00:18:54: Ja, man kann ja dann ... Ich find immer dieses so bei mir gerne.
00:18:58: Wenn man Bilder von mir anschaut, dann selber auch fühlen was kommt und selber fühlen irgendwie, was da halt hochkommt zu.
00:19:09: Aber das ist natürlich dann von Tier zu Tier, kann man andere Dinge reininterpretieren.
00:19:15: So, ja.
00:19:18: Ja, du hast gerade Schutz gesagt und da kann ich ganz gut mit anknüpfen.
00:19:24: Weil im Buch spielen ja Tiere an sich keine Rolle also es kommt kein...
00:19:29: Aber der Wahl!
00:19:30: Aber der Wahll ganz genau.
00:19:33: Und das erlebe ich nämlich auch wenn ich deine Bilder anschaue dass ich finde diese Tiere die haben irgendwo auch letztendlich eine symbolische Bedeutung und sie geben den Figuren etwas.
00:19:47: Und diesen Gedanken hatte ich eigentlich auch bei dem Wahl, den sich die eine Figur hier auf den Rücken tätowieren lässt.
00:19:53: Die macht sich ja wirklich so ein richtig großes Walzertour auf dem Rücken und das soll sowas wie so einen Krafttier oder so sein.
00:20:01: Da muss man vielleicht kurz sagen in dem Moment ist es in der Vergangenheit, also quasi in der vergangenheitsebene wo das erzählt wird, die Figur verliert ihr ihren Vater italienischer Gastarbeiter, der quasi nach Deutschland kommt und sich dann so sein Leben in Wat Philbel aufbaut.
00:20:20: Und da später Busfahrer wird... ...und eines Nachts, da kommt er von der Schicht zurück und läuft durch einen dunklen Park und wird dann da von betrunkenen Jugendlichen heftigst angepöbelt und nachher total komplett zusammengeschlagen.
00:20:38: So stark dass er eigentlich an den inneren Blutungen, die er hat erstickt!
00:20:43: Und meine Hauptfigur, die Enza ist zu dem Zeitpunkt.
00:20:47: Die ist ein Teenager und das ist natürlich für sie so der Gerät die Welt komplett ins Wanken.
00:20:52: Sie hat das Gefühl ... Sie bricht dann auch in dem Moment die Schule ab und sie hat das Gefühle, dass man eigentlich mit allem was man in der Schule lernt, so französisch Englisch und was das sein wird letztendlich fürs Leben wahnsinnig wenig bringt, dass es eher sehr stark sein muss.
00:21:07: Und sie fängt dann so Krafttraining an.
00:21:09: also baut sich echt solche Muckis auf dass man irgendwie Respekt einflößen muss.
00:21:15: Und daher kommt auch die Idee mit diesem riesigen Tattoo, weil das sieht natürlich auch krass aus!
00:21:19: Wenn man so einen Tattoo hat was sogar... wenn man so nen Pulli-Anat hier hinten am Hals rauskommt und so bis ans Kinn geht.
00:21:24: also da guckt schon jeder auf einer Straße und sie merkt auch das zum Beispiel ältere Damen um sie so einen Bogen machen.
00:21:31: Das gefällt ja unheimlich gut, dass Leute sich in Ruhe lassen und diesen Bogen um sie machen.
00:21:36: Und dieser Wahl wird dann in der Geschichte irgendwie auch sowas wie ein Symbol.
00:21:43: Weil der Waler wohl er sehr großes, der schwimmt im Wasser und wird letztendlich von Wasser getragen.
00:21:49: Und das ist genau das was bei Enza geht.
00:21:51: Sie muss sich einfach so reingehen und etwas Neues erfahren werden und sich das Dinge dann auch entwickeln.
00:22:01: Das ist für sie ein ganz zentrales Moment der Geschichte, und irgendwie habe ich da total ... In den Bildern hat auch gesehen, dass es da diese Tiere gibt die irgendwas mit uns machen und dir gewisse Gefühle oder dass es irgendwie so einen Sinn gibt oder sowas, dass Sie das ganz stark betonen.
00:22:20: Deswegen hatte ich mir das mit den Tieren aufgegeben.
00:22:25: Ja, mein Lieblingsthema eigentlich.
00:22:30: Aber auch zu der Schule und so ... Das ist noch mal ein Thema für sich.
00:22:35: Da müssen wir vielleicht noch was überlegen.
00:22:37: Aber da bin ich ganz dabei, dass ich glaube, wir hätten wichtige Themen in der Schule zu besprechen und unseren Kindern mitzugeben nicht wirklich was geändert wird, auch mal so tiefgründiger finde ich ja schon ein bisschen fragwürdig.
00:23:02: Ja
00:23:04: es bekommt dann teilweise wird es so irrelevant, was da gelehrt wird und was das anders für Leben irgendwie bringen soll.
00:23:16: Ich glaub, die Kinder verstehen's halt auch.
00:23:19: Dass sie damit irgendwann nicht mehr so viel anfangen können und fragen sich selber warum mache ich bestimmte Sachen?
00:23:25: Und andere werden links liegen gelassen wie zum Beispiel Emotionalität oder sonst was.
00:23:30: wo ich immer denke man steigt so tief in Geschichte etc.
00:23:34: ein aber geht also finde ich wenig.
00:23:37: also bleibt immer so viel bei Fakten.
00:23:41: Tiefes Schulfach.
00:23:43: Schulfach-Emotionalität.
00:23:46: Genau, Emotionen gut.
00:23:48: So emotionale Intelligenz auch mal lernen.
00:23:54: Und ich habe jetzt noch die Eins und die Drei.
00:24:01: Was hättest du lieber?
00:24:04: Die Drei!
00:24:07: Das ist das Thema Frauen.
00:24:11: Hast du das Gefühl, dass du auf eine besondere Art und Weise weibliche Themen behandelt in deiner Kunst?
00:24:20: Oder bist du dir sehr bewusst, eine weiblichen Künstlerin zu sein?
00:24:27: Frag ich mich.
00:24:30: Ähm ... Also, ich glaub einerseits total, weil ich das Gefühl hab so ... dass so Emotionalität immer noch viel vor allem mit Frauen verbunden wird aus irgendeinem Grund.
00:24:48: Das stehe ich jetzt gar nicht unbedingt hinter, aber ... Ich hab nur für meine Person das Gefühl diese ganze Verletzlichkeit, Kreativität alles was da reinfließt und was man glaub ich auch ... wo möglich in meinen Bildern hängt für mich sehr doch auch mit meiner weiblichen Seite zusammen und damit der nah zu sein.
00:25:15: Und mit der auch irgendwie klarzukommen, weil man ja wirklich auch viel ... Oder ich spreche nur von mir aber immer das Gefühl hatte viel als Jugendliche uns so auf einen Weg gelenkt zu werden.
00:25:30: So mach mal!
00:25:31: Mach mal das und dass, das ist gut.
00:25:33: Das ist irgendwie ne sicher anständig... Du kriegst Anerkennung da durch uns so und ich war schon immer so, dass ich gern malen wollte.
00:25:45: Und das war immer ein Punkt wo mir gesagt wurde ja Brotlose Kunst und keine Chance und es ist also dieses ganze Klischee-Wutter runter gerattet quasi Ja, dass ich froh bin da zu mir gestanden zu haben und nicht auf die in diesem Fall eher männlichen Stimmen gehört zu haben damals.
00:26:15: Und das fließt dann natürlich auch alles mit rein.
00:26:20: also Ich versuch so eine gewisse Also mal Frauen, mal selten Männer Frauen als Männer tatsächlich, aber generell versuche ich oft auch ... meine Menschen komplett neutral zu halten.
00:26:36: Um halt wirklich jeden mit reinzunehmen.
00:26:40: Also um so allen Gendern zu ermöglichen sich wohlzufühlen in meinen Bildern.
00:26:45: das ist mir sehr wichtig und da würde ich jetzt mal sagen irgendwie das gilt dann nicht nur für Weiblichkeit sondern für alles Aber es hängt da finde ich schon mit zusammen.
00:27:02: Ich hatte gerade so irgendwie einen Gedanken.
00:27:07: Ich hab das Gefühl, grade wenn es um Social Media geht dass man teilweise als Frau, wenn man dieses sehr frauen Themen oder so stark macht, dass man da unheimlich teilweise aufwinden bekommt.
00:27:23: aber es fühlt sich für mich wie auf eine falsche Art und Weise an.
00:27:28: Also ich habe gemerkt dass mir an sich auch
00:27:34: starke Frauenfiguren
00:27:35: beim Schreiben extrem wichtig sind.
00:27:38: Und ich habe auch versucht, Figuren anzulegen die nicht klassisch weibliche Attribute haben sondern auch zum Beispiel eine Figur hat ein sehr mechanisches Verständnis Die andere ist sehr rational also sehr besucht.
00:27:50: viele Probleme logisch Also nicht so diese klassischen.
00:27:53: Aber ich hab gemerkt diesen Zug da aufzuspringen das gerade war Promo zum Buch, das angeht da so auf dieses ... Emanzipation und so.
00:28:04: Was hab ich gemerkt?
00:28:06: Das passt für mich irgendwie grad nicht ganz.
00:28:08: Weil da eine andere Dynamik entsteht, die ich eigentlich gar nicht richtig will, aber die total viel Aufwind bekommt.
00:28:14: Und was ich tatsächlich wollte ist, mich gegen dieses klassische Narrativ zu träumen, was da besagt... Ich glaub, dass es sowieso Weißt du, so Bridget Jones?
00:28:27: So als Heldinreise.
00:28:29: Die eigentlich immer nur versucht Männern zu gefallen bei der sich alles immer darum dreht dass sie irgendwie diesen Mann kriegen muss erst die ganze Zeit ihren Boss beeindrucken muss und nachher quasi das Love Interest wo sie die ganze zeit immer nur so irgendwie dreht sich alles darum dass ihr denen gefällt.
00:28:44: Und dagegen wollte ich mich schon massiv sträumen sagen Ich will eine echte Geschichte erzählen mit Frau und wohl nicht am Ende quasi dem Mann die Lösung des Problems ist.
00:28:54: Und damit aber auch gleichzeitig eine Geschichte zu erzählen, die ich finde für so viele Männer genauso funktionieren würde.
00:28:59: Also ... Ich glaub... Die Themen, die die Figuren ausmachen anfangs sind jetzt bei mir eigentlich gar nicht klassisch weibliche Themen, sondern das sind Themen, wie du eben auch gesagt hast, so wie das Leben ist, dass halt irgendwie auch das Raue oder das Harz oder das Traurige, das ist ja einfach auch da, das Bestandteil.
00:29:21: Aber davon ausgehend passiert ja dann etwas.
00:29:24: Und da hatte ich einfach richtig, richtig Lust auch was... was Unweibliches reinzunehmen.
00:29:30: Da habe ich mich für das genre Roadtrip entschieden, weil ich finde, dass per se der Roadtripp immer eher männlich besetzt ist oder so was.
00:29:37: Und deswegen finde ich also diese Frage mit Frauen und wie hat Weiblichkeit eine Bedeutung?
00:29:43: Würde ich jetzt sagen, dass es irgendwie ja und nein sei.
00:29:45: Aber auf der einen Seite ist mir wirklich total wichtig und gleichzeitig nehme ich wahr, dass gerade in Debatten die auf Social Media stattfinden... Das ist teilweise auch ein bisschen ne komische Dynamik!
00:29:58: Und ich verstehe für mich irgendwie Weiblichkeit auch als etwas, was eh schon männliche Eigenschaften und so was.
00:30:07: Also dass Frauen diese alle Möglichkeiten haben sich zu entwickeln und da zu sein.
00:30:12: Gerade im unterhaltenen Bereich, das ich einfach keinen Bock habe auf dieser Stereotypen-Frauen wo quasi das Ziel der Handlung ist Ich finde ein Mann zum heiraten und dass ich das wirklich genuhen nicht wollte in meiner Geschichte.
00:30:28: Ja, ich find das wunderschön.
00:30:32: Du hast das sehr schön umgesetzt, was du beschrieben hast und ich finde dieses Bild von dass es bei Frauen im Film und Buch oft nur darum geht einen Mann zu finden ist ja auch ein patriarchale Sicht auf eine Frau schon.
00:30:49: Das ist nicht nur fraulich so ... da denke ich, dass es ganz wichtig mehr davon zu zeigen.
00:30:58: Weil ne?
00:30:59: Es ist nicht das Lebensziel von Frauen.
00:31:02: meiner Meinung nach sollte nicht sein ein Mann zu finden und dann ist man glücklich.
00:31:06: Ich glaube generell immer dieses Wenn ich das und das hab Dann bin ich glücklich Ist ja in ihr Glauben wo ich denke Nein!
00:31:13: Glücklich macht sich mit Gefühl aufeinanderzusetzen.
00:31:17: Wo wir wieder beim Thema werden so Ja, ich finde ... Man kann nicht genug Frauen haben, die noch mal eine andere Sicht auf genau diese Geschichte bringt.
00:31:33: Von daher find ich das toll, dass du das so gemacht hast!
00:31:37: Und tatsächlich, ich hab die Frage auch deswegen gewählt.
00:31:40: Weil ich es halt auch bei dir in deinen Bildern so gesehen habe, was mich daran angesprochen hat ... Ich seh da diese Gefühle und die wirklich eine einfache Stärke sind zu sein.
00:31:50: Diese Gefühlen sind da!
00:31:51: Die Schwächen, Verletzungen... ausradieren zu wollen und zu sagen, das existiert nicht.
00:31:58: Das passt nicht irgendwie so sondern in den Potenzial auch letztendlich zu begreifen weil... Und ich komme jetzt nochmal auf dieses klassische Bridget Jones Narrativ zurück.
00:32:11: Da ist ja letztendlich immer die Emotionalität.
00:32:13: Die wird da noch als Refüßduselai abgetan, weil die wird auch irgendwie letztendlig belächelt.
00:32:19: So, die ist letztendig unproduktiv und eigentlich macht sie sich ständig damit zum Affen in dem Moment wo Sie da Ihrem Chef gefallen haben.
00:32:27: Sie macht es sich ja zum Affe irgendwie.
00:32:29: Und das finde ich halt.
00:32:31: was, wo ich so massiv diesen Widerstand spiele, wo Ich sage ... Nee, diese Emotionalität und Gefühle und Schmerzen alles zu begreifen.
00:32:39: Aber als was Produktives, was uns dann letztendlich auch weiterbringt ... Was ich wiederum sehr weiblich finde, wo ich dir voll zustimme.
00:32:47: Da braucht es doch eigentlich viel mehr Frauen an zentralen Stellen die so Entscheidungen treffen, die so Dinge machen, die das in die Politik, in die Bildung, in alles mit reinbringen ja?
00:33:01: Und sich dessen bewusst sind!
00:33:04: Total.
00:33:05: Ich glaube, das ist ein ganz tiefes Thema und ich glaube, dass wenn mehr Frauen auch in Politik oder so drinnen wären ... Ist meine starke Vermutung, sag' ich mal, man weiß es ja nicht, aber man sieht's auch in bestimmten Ländern wo Frauen dann mehr an der Macht sind oder in hohen Regierungspositionen.
00:33:25: Dass es anders läuft Wie soll man sagen, so schwarz-weiß ist vielleicht?
00:33:33: Dass es nur unsierter ist.
00:33:35: Dass es Lösungen gibt für was wo finde ich hier in der Politik, das ist immer sehr star und es ist meiner Meinung nach gerade zu unreflektiert.
00:33:51: Da denke ich ... Ich bin einfach ganz bei dir.
00:33:53: Und ich glaube, es ist super wichtig!
00:33:58: wo auch die politische Lage in Deutschland generell hingeht, finde ich sehr gruselig.
00:34:03: Ich sehe aber eine starke Gegenbewegung und hoffe, dass es da weitergeht und weitergemacht wird.
00:34:13: Weil ich denke, das ist total wichtig!
00:34:16: Ja ... Männer sind teilweise so gut in diesen Netzwerken und sich da verbinden.
00:34:22: Und sich gegenseitig da so in diese Position reinzueben, das fällt mir zumindest.
00:34:27: die Branche, die ich am besten kenne ist einfach jetzt die Literaturbranche und das Verlagswesen aber auch da.
00:34:33: es fällt halt einfach auf wie viele Frauen da arbeiten Aber wie viele Männer dann immer an der Spitze sitzen?
00:34:40: wirklich ganz oben Führungsposition.
00:34:43: Wo ich denke, wir Frauen können da echt noch mehr verbinden und uns da auch ein bisschen was abschauen sich gegenseitig so zu helfen und so zu unterstützen weil das ist manchmal so ein bisschen erschreckend finde ich.
00:35:00: gerade auch im künstlerischen Bereich.
00:35:03: Für bildende Kunst kann ich das jetzt nicht sagen.
00:35:05: Aber in der Literaturbranche fällt es schon einfach auf, dass sehr viele Frauen da arbeiten und dann an der Spitze aber wiederum ein Mann irgendwie so sitzt.
00:35:15: Also allein wie viele Künstleres gibt die richtig berühmt sind, sind so viel mehr männliche Personen als weibliche oder Alle dazwischen, außerhalb.
00:35:29: Es sind so viele Männer, dass ich denke ... Ich will nicht für allgemeiner, aber viele haben einen guten Sinn dafür sich zu verkaufen und mehr hinzustellen zu sagen, hier bin ich.
00:35:44: Und ich kann das!
00:35:50: Vielleicht sind Frauen öfter da eher ein bisschen zurückhalten und so.
00:35:54: Und andererseits glaube ich aber auch, dass halt dieses Narrativ von den Frauen suchen vor allem nur einen Mann.
00:36:02: Das ist deren Lebensinhalt.
00:36:03: wenn man jetzt mal von diesem Bridget Jones Ding geht wird ja auch wiederum Konkurrenz geschaffen zwischen Frauen.
00:36:11: Wenn es dann darum geht, es gibt einen Mann und alle kämpfen nur darum wer den Mann kriegt ... Dass dadurch so Narrativ erschaffen wird, wo Frauen gegeneinander sind.
00:36:22: Ich denke total dieses ... Da bin ich auch wirklich von früher von viel Allversucht und sonst was in meinen Jugendjahren ganz zu einer anderen ... Ebene gekommen, wo ich immer mich total warm halte mit allen Frauen.
00:36:38: Weil wir müssen füreinander da sein irgendwie so ... weil wir sehen uns gegenseitig vor allem viel.
00:36:46: Ich will nicht sagen, dass es Männer gar nicht tun.
00:36:48: Es gibt viele Männer, die machen das aber trotzdem ist es essentiell.
00:36:55: Ja und du hast grad noch was gesagt?
00:36:59: Hast du das Gefühl, man als Frau sich so breitbar nicht hinstellen für seine Kunst und sich diesen Raum zu nehmen?
00:37:07: Fällt dir das schwer?
00:37:09: Total.
00:37:10: Ganz schlimm!
00:37:11: Bin ich ganz schwierig.
00:37:13: Ich bin generell ein Mensch der überhaupt nicht gerne im Mittelpunkt steht.
00:37:19: Also ich komme auch eigentlich nicht klar mit Leuten... Mehr als fünf Leuten im Raum, so bin ich einfach überfordert.
00:37:30: Und ... Ich werd schnell rot!
00:37:33: Das ist alles ein ganzes Ding.
00:37:36: Also, ich glaub, ich bin generell von meiner Art her eher laut, aber ich glaube, ich war sehr introvertiert eigentlich und mir fällt es super schwer.
00:37:45: Und das ist wirklich so, ich konnte das jetzt alles ... wirklich nur machen, weil ich nur die Fotos von meinen Bildern zeigen musste und nicht mich selbst und nicht selbst mich dahin stellen musste.
00:37:55: Und sagen musste guckt mal wie toll!
00:37:57: Weil ich mir immer noch finde auch immer noch schwierig zu sagen Ich bin Künstlerin so, ne?
00:38:01: Weil ich denke...ich mach irgendwie Kunst wenn man will So,
00:38:06: ne?!
00:38:06: Ich male einfach nur gerne so und ich habe das Glück das verkaufen zu können und da komme ich ja von daher.
00:38:14: ich bin so froh dass es geht heutzutage besser geht, glaube ich auch für introvertierte Menschen generell.
00:38:22: Sich so ein bisschen mehr zu zeigen und das finde ich ein guter Raum ist.
00:38:26: aber ja also... Ich sehe das Problem!
00:38:31: Wie ist es denn bei dir?
00:38:32: Fällt dir das leichter?
00:38:33: Ich meine du warst ja jetzt auf Lesungen und so und das find' ich ja schon wahnsinnig mutig.
00:38:40: Ja tatsächlich Man muss ja sagen, Pauline, wenn du malst, dann gucken die wirklich tausende Leute dabei einfach zu.
00:38:49: Die interessiert das einfach und ...
00:38:51: War nicht live?
00:38:51: Nee!
00:38:51: Okay,
00:38:54: nachträglich.
00:38:54: Aber sie sind wirklich dabei.
00:38:56: Sie sehen nicht dich aber sie sehen nicht, wenn Du malst.
00:38:59: Ich bin da so ein bisschen neidisch bei geworden, weil ich dachte, dass ist so cool.
00:39:06: dein Werk in dem Moment, dein Bild im Vordergrund steht.
00:39:09: Und ich habe das Gefühl... Ich hab diesen ganzen Prozess so wahnsinnig unterschätzt wie sehr man sich selbst auch als Person mit dem Erscheinen eines Buches auch so selbst in das ganze Game so reinschmeißt und du bist halt einfach wirklich da für alles.
00:39:28: Ja, Leute schreiben dir einfach plötzlich E-Mails mit ihren Belangen oder was sie gerade beschäftigt.
00:39:33: Oder was sie komisch von ihrer Fragen oder auch einfach ... Was mit Ihrer Mutter grade so los ist?
00:39:38: Weil die eine Figur hat ja jetzt ne Mutter, die im Stern liegt und dann erzählen Sie einfach von Ihrer Mutter.
00:39:43: Und das ist unglaublich toll und unglaublich bereichern.
00:39:46: aber es ist auch so wow!
00:39:48: Man ist echt so mega da und einfach als Mensch dann so.
00:39:54: Ich erneb dass einerseits unglaublich beglückend Also gerade auf Lesungen.
00:39:59: Ich hab gemerkt, das ist eigentlich fast das Schönste seitdem das Buch da ist wirklich dass dann Leute kommen nachher und mit einem reden und die eigenen Gedanken zum Text sagen oder was sie daran bewegt.
00:40:13: Das ist unglaublich schön und sehr berührend irgendwo auch und das entnehm ich als ein ganz großes Geschenk war.
00:40:19: Und gleichzeitig aber ja man ist schon sehr ausgeliefert mit dem Dass man jetzt einfach da ist.
00:40:30: Ja, jeder ... auch Blödmann.
00:40:35: Einfach was zu sagen kann und ich hab irgendwann mal so eine einstärkende Ritz hinbekommen.
00:40:40: Da stand dann einfach so, nee, Scheiß-Übersetzung!
00:40:43: Und irgendwie, ich war halt einfach so... Mann, das Buch ist nicht mal übersetzt.
00:40:48: Wie kann man das machen?
00:40:49: Das war so absurd!
00:40:51: Aber es hat mich echt mega tief in meinem Herz getroffen, dass ich gedacht habe, wie kann denn das jetzt
00:40:57: sein?!
00:40:59: Und dann merkst du halt schon, krass zwischen jeder von diesen Zeilen steckt man einfach mit Haut und Haaren selbst drin... Und wenn irgendein Doppel meint, da gibt es einfach so irgendwie pauschal darüber weg hin.
00:41:11: Es muss halt irgendwie aushalten können und das ist schon finde ich irgendwie auch ganz schön krasse Erfahrung.
00:41:18: also... Ich kannte die ja, muss man sagen, ich kannte ja eigentlich das letztendlich.
00:41:23: Ich hätte ja vorbereitet sein müssen!
00:41:25: Ich habe so viele Autoren und Autoren begleitet
00:41:28: Aber das ist so wie Mutter sein.
00:41:30: Du bist nie vorbereitet, es ist immer so dass man denkt jetzt bin ich ideal vorbereitet und dann passiert's und man ist so ach du grüne neun?
00:41:37: Ich weiß ja gar nicht wie mir geschieht!
00:41:42: Das hat jeder erstmal der da einsteigt.
00:41:45: also auch da wie viel schwerer mir das am Anfang gefallen ist mit so Kommentaren oder irgendwas, was auch immer ich als negativ aufgreifen kann.
00:41:57: Nehme ich auch immer alles und ... Ja, denkst du.
00:42:03: Mittlerweile habe ich mir so ein bisschen einen Schutzwahl aufgebaut von ... Ich versuche die Sachen nicht persönlich zu nehmen weil du weißt nicht was Menschen erlebt haben.
00:42:15: Was in welcher Situation die gerade sind wie scheißes den geht, in welchen gesellschaftlichen ... Also da spielt ja so viel rein und du bist dann jemand wo die dann viel vielleicht rein interpretieren kann.
00:42:30: aber das heißt ja nicht, dass ... dich das persönlich betrifft.
00:42:36: Sondern dein Buch und auch nur aus deren Sicht her.
00:42:41: Da kann man viel lernen, ich lerne immer noch was das angeht.
00:42:48: Ich wünsch dir, dass du da irgendwie ein dickes Fell, weiß ich nicht?
00:42:52: Ein dickes Feld, ihr da vielleicht über die Jahre ... Ja!
00:42:58: Wie sagt man, ein dickes Fell auflegen kann?
00:43:03: Dass ihr das nicht so nahe geht.
00:43:06: Das nimmt ja unglaublich
00:43:10: ... Ich hatte jetzt das Glück, dass es viele positive Rückmeldungen gibt.
00:43:14: Aber auch die machen ja was mit einem!
00:43:18: Die wühlen ein Jahr auf im Beglücknern und ich hatte vorher auch erzählt, als mir eine Frau geschrieben hat, die sich so einen Walte tun wollte.
00:43:25: Ja,
00:43:26: crazy... Und ich
00:43:27: dann einfach nur gedacht habe wie krass ist das?
00:43:29: Das ist natürlich nicht so groß wie das von Enza aber schon alleine schreibt ihr dann einfach eine Frau sie hat sich jetzt auch einen Walten zu machen lassen.
00:43:37: ich hätte fast rotes Wasser gerollt als ich diese Nachricht gesehen habe.
00:43:40: Auch im positiven Sinne, das beschäftigt einen da einfach so.
00:43:43: Und dann frage ich mich sehr, ich möchte jetzt wirklich nicht jemanden sein der gerade so ein richtiges Debattenbuch zu diesem Mega-Brenn-Thema oder sowas.
00:43:52: Wie krass ist denn das bitte?
00:43:54: Weißt du was man da vielleicht auch aushalten muss wenn man in den öffentlichen Licht reingezahlt wird und alle da irgendwie
00:44:03: was sagen.
00:44:04: Oh Gott, da lernt man dann glaub ich sehr schnell viel.
00:44:07: So wie du sagst, wenn so schwere Zeiten kommen ... Ich glaube, wenn du richtig reingerät in die Sicht von vielen und da einfach wirklich viel geurteilt oder bewertet wird, das ist noch mal eine andere Nummer auch.
00:44:25: Also ich hab auch das Glück, viel positive Rückmeldung zu kriegen.
00:44:31: Alternativen, eher nischigen Künstler-Bubble da auf Social Media.
00:44:38: Wo halt viele einfach sehr, sehr warmherzig und offen sind mit ihren Gefühlen und so ... Also ich bin da auch immer wieder von berührt und ich bin ganz bei dir was du sagst.
00:44:52: Ich finde das ist immer sowohl negative als auch positive ... positiver Input jetzt zu dem Werk sind einfach krass, dass ein bisschen wie verliebt sein oder so.
00:45:05: Da bin ich immer komplett überfordert auch wenn es generell ein schönes Gefühl ist.
00:45:10: und da denke ich mir, nee, das ist einfach zu viel Gefühl!
00:45:13: Also ja ungefähr so
00:45:16: voll.
00:45:17: Hey, ich habe noch einen Thema was wir jetzt nicht hier in meinen coolen Karten und das wäre das Thema Reisen Pauline reißt du gerne?
00:45:27: Also tatsächlich ist das ein Thema, da kannst du gerne viel von erzählen.
00:45:30: Ich glaube ich habe das immer mehr jetzt wo es mir tatsächlich besser geht.
00:45:42: mit psychischen Krankheiten so ein bisschen unterwegs, meine ganze Jugend lang und mein junges Erwachsenen-Alterlang.
00:45:48: Dadurch war ich immer eher ein bisschen beschäftigt damit überhaupt zu überleben und zu gucken wie es mir wo ich bin geht und wie ich klar komme.
00:45:58: aber ich finde es immer spannender.
00:46:01: Ich bin als Kind viel rumgereist mit meiner Mama.
00:46:04: das war auch total schön.
00:46:05: Das war auch so ein sicherer Raben natürlich.
00:46:08: Jetzt mach ich's meiner Meinung nach viel zu wenig und würde voll gerne mehr reisen.
00:46:14: Oder auch mal wohin ziehen, woanders oder so wie du das jetzt gemacht hast, finde ich auch richtig
00:46:20: spannend.".
00:46:21: Dann möchte ich die Frage noch einmal umdrehen, weil jede Frage hat ja immer irgendwie negativ abbildet.
00:46:27: Dann fungele ich sie vielleicht nochmal anders?
00:46:29: Heimat!
00:46:31: Das Gegenteil vom Weggehen und rausgehen ... Was hat das für dich für eine Bedeutung?
00:46:36: Weil ich meine immer auch in der Abgrenzung von sagen, was mir gerade Reisen nicht gibt oder was mir grade daran Angst noch hat.
00:46:43: Hat dir auch immer ein Gegenteil.
00:46:45: also was bedeutet deine Heimat der Ort wo du bist für dich waren?
00:46:53: Ich würde sagen, für mich bedeutet das viel auch was in meinen Bildern stattfindet.
00:47:02: Sicherheit, Stabilität ... Wärme, Liebe weil ich halt viele Menschen ... Also ich wohne im Bochum, bin geboren und ... kenn hier viele Menschen.
00:47:20: Ich habe ganz, ganz wundervolle liebevolle Menschen um mich herum hier.
00:47:25: Die ich sehr missen würde wenn nicht jetzt wo anders wäre.
00:47:27: aber ich denke trotzdem andererseits eine Reise muss man ja jetzt nicht für Jahre oder so.
00:47:32: das kann man dazwischen durchmachen.
00:47:34: von daher ist ich glaube ne Schwäche von mir ist ein bisschen auch.
00:47:39: Ja, womöglich immer so.
00:47:41: Angst ist vielleicht zu doll.
00:47:43: Aber so ein Unbehagen oder so gegenüber einem Neuem zu haben und Sachen die ich nicht kenne ... Und dann mich manchmal zusätzlich zurückzuziehen.
00:47:54: Wo ich denke eigentlich würde es mir wie gesagt mal gut tun.
00:48:00: Wie ist das denn für dich?
00:48:02: Das ist lustig!
00:48:03: Weil du natürlich gesagt hast ja, dass ist ein Thema wo du wahrscheinlich viel zu sagen kannst.
00:48:07: aber Wenn ich mal ganz ehrlich bin, ich bin eigentlich Steinbock.
00:48:11: Und der Steinbog möchte gar nicht weg.
00:48:14: Der Steinboc möchte das alles genauso bleibt wie immer und sich bitte nie irgendwas ändert!
00:48:20: Das ist tatsächlich auch ein Grundcharakterzug in mir.
00:48:25: Dieses alles ganz festhalten wollen, dass sich nichts verändert... Was ich aber sehr früh an mir auch irgendwie festgestellt hab als ... vielleicht eine Späche oder irgendwas, was mich auch irgendwie gestört hat.
00:48:37: Weil es mich so anfällig für vieles gemacht hat, weil an manchen Situationen sollte man vielleicht noch gar nicht festhalten, weil sie einem eigentlich gar nicht gut tun und da wird das irgendwie total quatschig wenn man dann halt daran festhält dass ich gemerkt habe für mich ist es so wichtig mich daraus zu werfen Und deswegen bin ich auch damals nach der Schule recht lang erst mal weggegangen Was für mich ne großartige Erfahrung war, weil ich das Gefühl hatte Ich weiß gar nicht damals die Freundschaften, die für mich richtig und wichtig waren.
00:49:07: Aber ich hatte das Gefühl, ich war da so ... Ich war da so festgelegt, letztendlich.
00:49:12: Und ich hab das auch nicht hinterfragt und erst dann durch dieses Rausgehen und Weggehen habe ich gemerkt, wer ich sein kann und wie ich mich entwickeln kann.
00:49:20: Deswegen war das für mich wichtig.
00:49:21: aber ich hab mich immer rausgeschmissen muss man ehrlich sagen weil es mir meinem Grund naturell total widerstrebt an sich.
00:49:31: Ich hatte einen richtig coolen Satz gelesen den hab ich im Buch aufgenommen.
00:49:37: Der wird Erich Kästner zu beschrieben, dass so im Gehen entsteht der Weg.
00:49:42: Den fand ich richtig cool und ich finde das auch wie ein Leitmotiv für die Geschichte weil man muss nicht vorher immer den Plan haben wo es hingeht sondern manchmal kann man einfach losgehen und dann entwickeln sich Dinge.
00:49:56: mit der Distanz die man aufbaut zum eigenen Leben schafft man das dann manchmal halt zurückzugucken dass man anders sein kann oder die Perspektive auf bestimmte Probleme ändert sich halt irgendwie.
00:50:10: Und was ganz witzig ist, ich hab dann diesen Satz auch recherchiert und... Oh, hier klingelt's jetzt gerade!
00:50:20: Ich weiß gar nicht wo das jetzt herkommt.
00:50:24: Was ich sagen wollte, ich hab dann diesen Satz von Erich Kerstner recherchiert und wie das so ganz häufig bei Internet-Sachen ist.
00:50:30: Dann merkt man irgendwie dieser gute Mann hat den Satz überhaupt gar nie gesagt.
00:50:33: also es gibt aber kein einziges Dokument wo er das sagt.
00:50:36: Es ist ihm einfach so zugeschrieben worden und Internetquellen reproduzieren das dann immer ganz fleißig.
00:50:40: Aber du findest gar keine Quelle dazu.
00:50:42: Und ich habe dann einen spanischen Dichter gefunden der sowas ähnliches gesagt hat in einem Gedicht, da geht es um einen Wanderer.
00:50:50: Aber diese Grundidee ist ja jetzt wurscht, wer das gesagt hat, die fand ich total wichtig.
00:50:57: letztendlich dieses... Da isst etwas in deinem Leben und dann einfach irgendwie auch mal rauszutreten aus deiner Rolle, die so vordefiniert scheint und wo alle anderen dich denken zu kennen und wo du auch selbst denkst, so funktioniere ich.
00:51:12: Und so bin ich weil vielleicht gibt es da draußen irgendwie noch eine ganz andere Pauline die ist nochmal ganz anders und die die wartet da noch so entdeckt zu werden oder irgendwie sowas.
00:51:23: und ja ich glaube deswegen ist für mich dieses thema reisen so wichtig und deswegen wollte ich sie im buch aufnehmen Weil ich wirklich denke, das hat so was ... eine Möglichkeit sich auch entwickeln zu können.
00:51:38: Und es ist natürlich nicht so!
00:51:39: Also du gehst ja nicht los und bam sind die Dinge anders.
00:51:43: Das versuche ich an der Geschichte zu zeigen.
00:51:45: Es ist letztendlich ein Roadtrip, der einmal durch Europa geht.
00:51:51: Dann bis nach Sizilien führt aber an ganz vielen Stationen ist eigentlich gar nicht klar, wo fützt denn hin?
00:51:55: Oder ist alles total sinnlos?
00:51:57: Und dann erst im Tun machen zeigen sich manche Probleme, oder stellen sich manchen Problemen ganz anders dar.
00:52:06: Und man hat das Gefühl so ah ich finde was und ich wusste gar nicht dass ich das suche eigentlich ja
00:52:13: voll.
00:52:13: also ich hatte zwei sachen.
00:52:16: erstens Also Ich bin schon rumgereist, ich bin jetzt nicht noch nie irgendwie rausgekommen und so.
00:52:32: Zum Beispiel bin ich mal zwei, drei Wochen mit meinem besten Freund von Italien nach ... nach Portugal oder weiter, irgendwie so ein ... Ich glaub es war Portugal wollten wir hin und da sind wir getrammt halt.
00:52:50: Und das war ein totales Erlebnis was auch jetzt dazu passt weil ... Es vielmehr ums Überleben ging.
00:52:59: Dieses wo krieg ich Essen her, wie kommen wir weiter?
00:53:02: Und es waren so total die Basics und das sind so Erlebnisse, wo ich dann immer denke, dass ist so wichtig, das mal gemacht zu haben.
00:53:11: Ich bin ein privilegierter Mensch hier in Deutschland als weiße Frau und mein Vater Akademiker und so.
00:53:21: Das ist eine so eine privilegierte Position Damals zu erleben, was auch anders ist und wie man dann auf die eigenen Probleme guckt.
00:53:31: Wie du grade, glaub ich, auch gesagt hast so ne?
00:53:34: Ist eigentlich ein total wichtiges Erlebnis, was mir oft viel gegeben hat.
00:53:39: Hatte ich jetzt gerade vergessen aber nicht.
00:53:40: also es sind so Sachen da bin ich ganz bei dir.
00:53:44: Und dieser Spruch genau das war das zweite dieser Sprucht den du grad meintest.
00:53:49: irgendwie Wie war das genau im Gehen?
00:53:55: Im Wien entsteht der Weg.
00:53:58: Ich kann das auf alles beziehen, so ne?
00:54:01: Also es ist nicht nur aufs Reisen, mein ganzes Leben ist so, glaub ich, dieses ... Ich hab nicht gemalt und da schon gedacht, ich verdiene später mein Geld mit!
00:54:11: Das war halt nicht meine erste Intention natürlich.
00:54:15: Und genauso mit dem ins Internet stellen meine Bilder habe ich auch nicht gedacht, Ich erwarte jetzt, dass ich ihr Welt berühmt werde oder so.
00:54:25: Sondern ich habe gedacht, ich mach das mal und schaue.
00:54:29: Das ist bei vielen Sachen meine Kunst.
00:54:32: Ich mache nie Skizzen sondern fange immer einfach an und schau wo mich das Bild hin führt intuitiv.
00:54:42: Kann nicht viel mit anfangen!
00:54:45: Das finde ich irgendwie auch so unglaublich schön, dass man bei den Videos, die dir zeigst, diesen Prozess miterleben kann.
00:54:54: Dass man wirklich sieht wie das mit den Farben und den Formen auf dem Papier letztendlich wächst.
00:54:59: Und es ist immer ein bisschen schade, dass diese Reise beim Schreiben nicht sichtbar machen kann.
00:55:06: Es ist recht schwierig!
00:55:07: Man muss immer auf eine Metaebene gehen wo man spricht über... Wie hat man den Plot gemacht?
00:55:13: oder ganz häufig bin ich auf Lesung gefragt worden, ja wusstest du am Ende schon wo der Plot endet?
00:55:18: Aber das sind so sehr technische Erklärungen dann letztendlich für.
00:55:22: War es was bei mir eigentlich aus dem Gefühl heraus entstanden ist?
00:55:25: also ich hatte einen Anfanggefühl für die Geschichte.
00:55:28: Ich hatte nicht den Handlungspunkt, aber ich kann es irgendwie gar nicht so sichtbar machen wie das im Bild ist.
00:55:32: und im Bild kannst du finde ich richtig dabei sein und wie das entsteht.
00:55:39: Das gefällt mir wahnsinnig gut!
00:55:42: Ja einer der Gründe warum ich das gewählt habe weil man so schön die Nuancen zeigen kann, ohne sich explizit ausdrücken zu müssen.
00:55:54: Ich finde das immer sehr schwierig, so Dinge in Worte zu fassen wie man vielleicht auch merkt zwischendurch.
00:56:00: aber ja also ich liebe Malen genau dafür, dass man nicht... Dass man Sachen, die schwierig sind in Wörter zu fassten gar nicht muss sondern das anders rüberbringen kann
00:56:17: Wobei ich gerade überlege, als du gesagt hast wie sich Dinge entwickeln oder entstehen.
00:56:22: Eigentlich an den Figuren kann man es ja schon.
00:56:28: Dass du siehst, wie Figuren sich entwickeln und verändern und wo man vielleicht auch nicht sagen muss die Figur ist so und so, sondern du möchtest das Leserinnen und Leser da quasi miterleben?
00:56:42: Wie sich jemand aus einer Situation... Da macht man das natürlich schon!
00:56:46: beim Buch.
00:56:47: Aber ich hab jetzt gerade wirklich ans Machen gedacht, dass so
00:56:49: ein Kreativ ... Ja ja, es ist ein bisschen so ein Tieler,
00:56:52: ne?
00:56:52: Genau der ist viel schwieriger irgendwie sichtbar zu machen.
00:56:54: Du siehst da einfach nur einen Mensch, der irgendwie so ... vorsichtig hin tippt auf dem Rechner und sowas.
00:57:00: aber im Kopf fühlt sich das ja ganz anders.
00:57:02: Im Kopf ist man ja irgendwie so bei sich grad mit riesigen Schlachten und Dingen und so beschäftigt.
00:57:11: Man sieht das aber nicht voraus, aber klar in den Figuren.
00:57:13: idealerweise hast du das natürlich schon so Hey Pauline, jetzt hat es so mega Spaß gemacht mit dir zu sprechen.
00:57:20: Ich möchte immer noch unbedingt in dein Atelier kommen!
00:57:23: Ja wir machen das auch mal wirklich gerne vielleicht mit den Kinderchen oder sowas.
00:57:27: gut schön.
00:57:29: Genau.
00:57:30: Mal zu sehen oder sitzt man sieht ja ganz schön im Hintergrund auch die Pinsel und ich habe auch Lust hier mal ein echt beim Malen über die Schulter zu.
00:57:41: Ja, das lass ich tatsächlich auch kaum willen machen.
00:57:46: Wenn dann machen wir eine Ausnahme... Ich film das immer aber ich finde es total schwierig alleine zu filmen und mit den Kindern geht's weil da irgendwie... Das ist ja was anderes so.
00:57:57: du kennst die ja in und aus für dich.
00:58:00: Da hab' ich gar keinen Druck bei wenn man vor anderen malt.
00:58:06: Also es gibt ja so Leute, die machen so Action-Paintings und so.
00:58:10: Wo ich immer denke, das ist Wahnsinn wie sich Leute da hinstellen!
00:58:13: Und wirklich so dass sie mal eben machen während anderer zugucken, denke ich immer so ach du Grüne Neune!
00:58:22: Ich finde das immer so lustig im Zug.
00:58:24: Ich finde ja Zugreisen so toll... Weil man sitzt da einfach nur und kann nichts anderes machen.
00:58:29: Und ich finde das immer so lustig,
00:58:42: wenn jemand die ganze Zeit am Bildschirm dann mitliest und man immer denkt ... Ich liebe malen im Zug.
00:58:48: Da fängt das gute Reisen für mich an, was ist das Mögliche?
00:58:54: Aber auch da und andererseits gucke ich auch immer voll gerne anderen zu wenn dann wir andere malen oder so bin nicht immer voll interessiert und versuche irgendwie einen Blick zu erhaschen.
00:59:05: von daher Da muss man vielleicht mal die Perspektive wechseln.
00:59:10: Ja,
00:59:10: genau.
00:59:10: Schön, dass du so eine Arbeit
00:59:11: zu beobachten.
00:59:12: Und das ist ja wahrscheinlich dann auch gar nichts Peinliches, sondern dass irgendwie einfach es neu geht und ein bisschen den Beiwohnen
00:59:18: kann.
00:59:19: Ja voll.
00:59:21: Cool!
00:59:22: Hey Pauline vielen Dank und bis ganz bald.
00:59:26: Es war ein schönes Gespräch mit dir.
00:59:28: Danke dir Sita und bis bald hoffentlich.
00:59:33: Tschüss.
00:59:36: Ciao Das war die Zweiundzwanzigte Folge No Pressure, Nineteen Book Club mit Sita Maria Frey und Pauline Maurischert.
00:59:43: Danke euch fürs zuhören!
00:59:45: Vielen vielen Dank für eure Loyalität und Treue und wir hoffen sehr dass wir euch auch beim nächsten Mal wieder bei uns begrüßen dürfen.
00:59:55: Bis bald und Happy June.
Neuer Kommentar