Marie Rosa Tietjen trifft Fatma Aydemir
Shownotes
PINCH US MOMENT! Endlich können wir unser Live-Gespräch mit Fatma Aydemir und Marie Rosa Tietjen teilen, aufgenommen im Februar im Château Royal. Wer noch nicht Fan von Fatmas Romanen Dschinns und Ellbogen ist hat vielleicht einfach sehr tief geschlafen - oder bekommt jetzt die Gelegenheit, auf den Geschmack zu kommen?! Dafür ist nopressure schließlich da. We got you! Tausend Mal DANKE an die beste Crew!!! Here they come:
Kamera: Antonia Pepita Giesler, Sara Abrantes Schlee, Greg Blakey
Licht: Henk Otte
Schnitt: Ceren Yilmaz
Mit freundlicher Unterstützung von Wecap & Schalldruck
Danke Ferhat Yunus Topraklar, Nayara Branco-Saeuberlich, Tebbe Schöningh
Und natürlich an Fatma und Marie!!!!
Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo ihr Lieben und welcome back zum No Pressure Ninety-Nine Book Club.
00:00:11: Pünktlich zum Pride Month dürfen wir in dieser neuen Folge quasi beim ersten Date von Schauspielerin Marie Rosatitian und Autoren Fatma Aydemir dabei sein, wirklich nicht so wie Ihr denkt.
00:00:22: natürlich bleibt es bei uns alles professionell aber dieses Match war wirklich einfach Magic.
00:00:28: und in diesem wirklich witzigen und tiefgründigen Gespräch geht es nicht nur um Bremerhaven, wie sich anfühlt Menschen zum Weinen zu bringen sondern auch um Fatmas fantastische Bücher Jins und Ellbogen bei der erschienen Hansa Literatur Verlag.
00:00:41: Aufgenommen wurde der Talk im Chateau Royale bei unserer Live-Event Reihe, und hab da vielleicht einen Auge auf unseren Substack-Account, um wirklich keine Events zu verpassen.
00:00:50: Da könnte vielleicht demnächst was kommen!
00:00:52: Und jetzt erstmal viel Freude mit den beiden und unsere neuen Folge No Pressure Night in a Book Club.
00:01:07: Hallo Hey Leute, ich freue mich total und muss mich ein bisschen so tristan anschließen.
00:01:14: Ich finde es wirklich ein bisschen aufregender als über andere Dinge zu sprechen wenn man über Bücher spricht Und ehrlich gesagt ist das ein ganz guter Titel.
00:01:23: No Pressure Book Club Ist mir heute früh aufgefallen weil meine Beziehung zum Lesen nicht weiß nicht wie es dir geht Es ehrlich sagt na jungen ich fand es immer nur pressure Und ich konnte lesen, nie richtig genießen und so.
00:01:36: Ich hab versucht, ein relativ pragmatisch liebevolles Verhältnis zu Büchern aufzubauen.
00:01:41: Ist mir auch gelungen.
00:01:42: Normalerweise ist das dann so, wenn ich einen Buch fertig gelesen habe ... tue ich das weg!
00:01:46: Ich kann es gut aussortieren.
00:01:48: Ich habe da irgendwie kein heiliges Verhältnis zu.
00:01:52: Dann hab ich Jins von dir gelesen.
00:01:55: Fahrt mal eine mit mir?
00:02:00: Ja, Marie-Rosa Titel.
00:02:01: Ich höre jetzt zu.
00:02:03: Ich war fertig mit dem Buch.
00:02:04: Es hat mich sehr gekickt.
00:02:06: und dann dachte ich, das ist ja eigentlich so der Moment wo man den Buch weglegt ins Regal tut.
00:02:11: Und ich habe es bis heute nicht gemacht.
00:02:13: Ich lasse dieses Buch in meiner Wohnung liegen.
00:02:15: immer wandert jetzt mit mir von Schlafzimmer Arbeitszimmer Fertig.
00:02:21: größer ist meine Wohnung nicht.
00:02:25: Und ich hab mir überlegt was ist das?
00:02:26: weil ich habe gemerkt ich will dieses buch in meinem Blickfeld behalten.
00:02:31: Und heute früh dachte ich, was hat das mit diesem Blickfeldaufsicht?
00:02:35: Ich glaube es hat ganz viel mit dem Inhalt von deinem Buch zu tun.
00:02:40: Es ist für die Leute, die es nicht gelesen haben... ...ich benutze das Wort... ...es ist ein Familienroman!
00:02:48: Ist das jetzt Punkte oder Ausrüstung?
00:02:51: Warum ist es so?
00:02:52: Familienroman löst in mir ein bisschen Stress aus weil ich dann immer an die Bundenbruchs denke.
00:02:59: Also es ist ein Familienroman, glaube ich.
00:03:04: Aber mit einer anderen Wirkung zumindest auf mich als sie Buddenbruchs es hatten und vielen Dank dafür!
00:03:11: Ich habe dieser Roman handelt von einer... also begleitet eigentlich eine Familie in einer Trauerphase.
00:03:17: würde ich das beschreiben?
00:03:18: Es ist so komisch über deinen Buch zu sprechen wenn du da bist weil du bist der Experte darin.
00:03:22: Soll ich ja gucken?
00:03:23: Gucken wir kurz weg oder ich gucke auch.
00:03:29: Es ist ein Buch über eine Familie und es in Kapiteln, aufgeteilt.
00:03:34: in jedem Kapitel wird eigentlich eine Figur der Familie begleitet.
00:03:39: Von einer Art Blick würde ich das beschreiben und es beginnt im ersten Kapitel mit etwas was sonst relativ häufig in Erzählung am Ende passiert nämlich mit einer Sterbessituation.
00:03:53: Hüsse ihn!
00:03:54: Der Vater dieser Familie kommt in Istanbul, in seine hart erarbeitete Wohnung.
00:04:02: Er hat in Deutschland über Jahrzehnte als sogenannter Gastarbeiter gearbeitet und in Deutschland gelebt mit seiner Familie und hat nun diese Wohnung gekauft für den Ruhestand wie es auch heißt für das Funkeln in den Augen seiner Ehefrau.
00:04:20: Und da kann er aber nicht mehr sehen, weil er genau an dem Tag als er die Wohnung betritt einen Herzinfarkt bekommt.
00:04:27: und das erste Kapitel begleitet jemanden beim Sterben.
00:04:34: Das war bei mir schon hart!
00:04:38: Ich habe voll geholpt bei dem Kapitel und es hat mich wirklich bewegt.
00:04:42: Und die Situation wird nicht beschrieben aus einer Ich-Perspektive, sondern es gibt etwas das Hüsse Ihnen begleitet einen Blick und dieser Blick wandert dann weiter durchs Buch.
00:04:54: Und ich hab gar nicht viel zum Lesen vorbereitet, ich sag's dir aber diese eine ganz kleine Stelle dachte ich, beschreibt ist ganz gut weil meine Frage zu deinem Buch betrifft das.
00:05:05: Hüssen Wir sind in diesem sehr intimen Moment dabei, aber sehr getragen von meiner Lieblingsautorin.
00:05:18: Hüsse ihn schaut irgendwann an die Wand und sagt ... Du siehst einen Schatten auf die Wand fallen Und du spürst kalte Schweißperlen in deinem Nacken.
00:05:31: Aber du musst dich nicht fürchten, hüsse ihnen dieser Schatten.
00:05:34: Das bin nur ich.
00:05:36: Ich verspreche dir, ich werde hier bleiben in diesem Haus.
00:05:40: In deiner Wohnung und ich werde über deine Familie wachen wenn sie hier eintrifft.
00:05:45: Ich gebe dir mein Wort für sie ihnen.
00:05:47: Ich verspräche es dir.
00:05:49: Für dich aber ist das nun Zeit zu gehen.
00:05:51: daran kann nicht einmal ich etwas ändern Und dieses Versprechen wird in dem Buch sehr sanft radikal eingehalten.
00:06:04: Wir lernen in jedem Kapitel ein anderes Familienmitglied kennen und ich würde dich so gerne fragen, wie du selber diesen Blick beschreiben würdest?
00:06:15: Also danke erst mal für die Zusammenfassung, Einleitung... Ich finde nicht das was Du jetzt meintest so, ich wäre dann sozusagen die Expertin in dem was ich oder über mein Werk.
00:06:26: Und ich finde, das ist selten der Fall... Also oder Ich habe das Gefühl oft es so dass andere Leute viel besser über das eigene Werk reden können und das einordnen kann als man das selbst kann weil man einfach vielleicht auch zu deep da drin ist.
00:06:41: und so Worte wie zum Beispiel Familienromane etc.
00:06:43: Das sind ja so Labels die dann eher von außen kommen oder wie eine Orientierungshilfe bieten für Menschen sich über dieses Buch unterhalten wollen, aber klar ist ein Roman.
00:07:00: Es geht um eine Familie.
00:07:01: I guess es ist ein Familien-Roman?
00:07:04: Ich bin aber gar nicht sozusagen mit dieser Intention an diese Geschichte rangegangen.
00:07:10: und da komme ich jetzt zu dem Blick nach den Fragen.
00:07:15: Mein erstes Buch war erschienen lief ganz gut.
00:07:19: Ich hatte Bock, noch ein Buch zu schreiben und war auf der Suche nach einer Story ... Und hatte erst mal so voll verkauft mir irgendwas überlegt.
00:07:29: Ich wollte was Leichtes schreiben, weil mein erstes Buch so ein bisschen schwer war.
00:07:33: Und dachte so vielleicht eine Liebesgeschichte irgendwie so... Also, ein bisschen was leichteres!
00:07:39: Bisschen was so happier, funnier, lustiger ist es natürlich ... Ich konnte das Gespräch, das Versprechen jetzt so nicht einhalten für mich.
00:07:48: Ich habe einfach gemerkt also und das ist ein Prozess den ich immer wieder durchmache in dem Moment wo ich mir selber irgendwie schon vorab überlege dass und das soll es werden werde ich halt so daran scheitern weil am Ende zählt immer das was sich auf dem Blatt halt hinkriege und gar nicht so sehr das was ich mir vorher vorgenommen habe.
00:08:08: und aber es ist voll gut eine Idee zu haben und an der zu scheitern, weil daraus entsteht dann was anderes.
00:08:16: Und als ich dann eben so ganz viel Text produziert habe, der einfach schrott war ... ist es halt wie so ne Suche nach... Wie soll ich sagen?
00:08:28: Naja die Suche etwas, das dringlich genug ist, dass ich Bock hab vier Jahre jetzt damit zu verbringen am Schreibtisch.
00:08:35: Morles!
00:08:36: Also das so ungefähr drei bis vier Jahre, würde ich sagen.
00:08:39: Der Prozess für mich gewesen und dann hatte ich eben diese Stimme von Hüseyn.
00:08:46: Du hast jetzt gerade aus dem ersten Kapitel gelesen das ist die Vaterfigur um die sich das erste Kapitel dreht.
00:08:53: Das kam so ein bisschen... Ich würde nicht sagen aus dem Nichts.
00:08:56: erst schon angelehnt los an meinen Großvater es ist nicht meine Familie aber so diese Figur kommt auf jeden Fall auch so aus einem.
00:09:07: Es gibt biografische Überschneidungen mit meinem Großvater, vielleicht so.
00:09:10: Und irgendwie fand ich das voll spannend!
00:09:14: Jetzt bin ich bei diesem Mann der Ende der Neunziger schon sechzig ist und eben zu dieser ersten Generation Gastarbeiter gehört.
00:09:26: Auch Gastarbeiter gar nicht das Thema, mit dem ich irgendwas so machen wollte.
00:09:30: Ich dachte, ich will damit nichts zu tun haben wo du schon tausendmal erzählt.
00:09:33: Aber irgendwie bin ich da so reingekommen.
00:09:35: was mich am Ende gepackt hat ist dann letztendlich die Figur ihre Geschichte und so die Lehrstellen die sich darin ergeben.
00:09:42: Und ich habe tatsächlich so bestimmt ein Jahr lang dieses eine Kapitel die ganze Zeit umgeschrieben ohne zu wissen wofür das hin... Ist es einen Roman?
00:09:52: Das ist ne Kurzgeschichte auch so.. Ich hab meine Figur überlegt.
00:10:00: Was mache ich jetzt damit?
00:10:02: Ist das vielleicht sozusagen, muss ich jetzt erzählen was da vor passiert ist oder so?
00:10:06: und aber das Grundding war für mich also in dieser ständigen Überarbeitung tatsächlich auch diese perspektiven Frage zu klären.
00:10:14: Weil das war für me keine Ich-Erzählung und generell war es auch für mich total schwierig diese Figur die ich so spannend finde und die mir irgendwie ja voll nahe ist biografisch zu checken, ah ich weiß eigentlich gar nichts über sein Innenleben.
00:10:31: Das ist so eine irgendwie verschlossene Generation im Sinne von nicht dass sie halt gar nicht reden sondern halt nur Dinge die jetzt nicht so belastend sind sage ich mal oder ihre eigene Geschichte auch ein bisschen vielleicht so wegreden oder schönreden und mit diesem Gap umzugehen.
00:10:51: zwischen mir war halt so das Spannungsfeld, in dem ich mich die ganze Zeit befunden habe und daraus ist tatsächlich diese Du-Perspektive entstanden.
00:11:04: Die mir dann so voll getalkt hat darin mich dieser Figur zu nähern quasi wie im Dialog.
00:11:11: Also, dass du... also sozusagen diese Ansprache an Hüseyin ist ja auch so was Suchendes, sowas Fragendes kann aber auch wie ein Zwiegespräch oder so einen Monolog von Hüsayen gedacht sein.
00:11:24: Also dieses Spiel mit diesem Wer-Wer ist eigentlich das ich zu Hüseein spreche?
00:11:30: Das fand ich spannend und es hat mir geholfen diese Distanz irgendwie nicht unsichtbar zu machen sondern zu markieren um mit der auch zu spielen.
00:11:40: Also ich finde sehr aufregend, dass der Roman mit einer Frage beginnt.
00:11:45: Weißt du wer du bist?
00:11:47: Und das ist irgendwie ganz ... also ich find es irgendwie smart und entlastend als Leserin gleichermaßen weil ich weiß... Ich werd jetzt nicht beballert mit Aussagen über Menschen aber es besteht vielleicht die Möglichkeit Interesse an Leuten zu haben.
00:12:05: Das finde ich sehr auffällig in deiner Arbeit dass ich mich immer gerne eigentlich in diese Räume begebe, die du aufmachst mit deinen Büchern.
00:12:16: Weil es so eine Möglichkeit bietet, diese Objektivität von jemand anderem kennenzulernen und Ich merke das auch in meinem Leben sehr stark auf der Suche danach bin Und finde vielleicht ist das also auch ein Grund warum ich denke Das hat wirklich mein Blick auf die Welt ein bisschen verändert weil das so konsequent durchgezogen wird vor allem auch Gerade wenn man so ... Es gibt Figuren, die ja oft eher als Gruppe statt als Individuen gesehen werden.
00:12:47: Also dass man allgemein Sätze über junge Frauen trifft oder so.
00:12:52: Und ich find das sehr beeindruckend wie du konsequent das ambivalente Offen hältst und das gefällt mir sehr.
00:13:01: Ich finde es in Jins dann noch mal auf die Spitze getrieben durch diese Perspektive Und ich frag mich, ob das für dich eine bewusste Entscheidung ist sich so sehr mit Figuren auseinanderzusetzen?
00:13:21: Also sich für die Subjektivität von jemand anderem zu interessieren.
00:13:27: Ja, ich glaube dass es das was mich am schreiben tatsächlich am meisten reißt oder ja doch weil wie soll ich sagen auch so Geschichte, die sich dann am Ende ergibt oder der Plot ist so etwas was sich eigentlich aus den Figuren heraus ergibt.
00:13:47: Also mich interessiert für mich steht am Anfang immer eine Figur beziehungsweise vor dieser Figur steht eigentlich schon wie so ein Ton Eine Stimmung Oder das ist das, was die Figur am Ende ausmacht.
00:14:06: Wie klingt diese Figur?
00:14:07: Wie bewegt sie sich durch die Welt?
00:14:09: Was ist wichtig und nicht so wichtig?
00:14:12: Was will ich über Sie erfahren?
00:14:14: Und was ist vielleicht zu sekundär für mich?
00:14:16: Das aus der Figur heraus entsteht dann sozusagen die Story ... Jins irgendwie ein bisschen schwierig zu navigieren war, weil es einfach verschiedene Perspektiven sind.
00:14:29: Und mir auch wichtig war das die... Also jede Figur hat ja einen Kapitel und so aus ihrer Perspektive.
00:14:36: Mir war auch wichtig dass jedes Kapitel für sich funktioniert also dass du Kapitel vier einfach aus dem Buch ausschneiden kannst und es ist eine Kurzgeschichte.
00:14:43: Du musst nicht wissen was davor war, was danach war.
00:14:45: uns würde sind ergeben.
00:14:47: Für sich auch einen Drabatschenbogen ergeben und gleichzeitig müssen sie zusammen wie so'n Puzzle.
00:14:53: Also in meinem Kopf ist das so, ich weiß nicht ob es wirklich in Wirklichkeit so funktioniert oder nicht aber es klingt gut.
00:14:59: Aber und das war mein Goal sag' ich mal.
00:15:04: Ich würd dich gerne was fragen weil du vorhin gesagt hast dass dich an dem Buch was sich daran fesselt oder interessiert ist so dieses Eintauchen in die verschiedenen Figuren oder Subjektivitäten hast du gesagt und dich so damit auseinanderzusetzen.
00:15:21: Das ist ja eigentlich als Schauspielerin wie so dein Job, oder?
00:15:25: Also immer wieder eine neue Subjektivity nicht nur selber einzutauchen aber die auch dann für den Publikum erfahrbar zu machen
00:15:35: Ja wenn es gut läuft.
00:15:37: also ich glaube weil zum Beispiel also mit Theater ist das finde ich auch oft so weil sie nicht fürs euch geht, aber ich glaube Theater kann ja auch eine gewisse Form von Druck erzeugen.
00:15:52: Also dass man sich entweder nicht eingeladen fühlt als Zuschauer, nicht schlau genug fühlt.
00:15:59: also ich glaub da ist schon irgendwie so ne gewisse Hemmschwelle manchmal die ich einfach sehr doll nachvollziehen kann und die mir selber in meiner Arbeit auch begegnet.
00:16:10: Also ich mich sehr nach Arbeitszusammenhängen sehne, wo man sich mit etwas außerhalb von sich selbst beschäftigen kann was ja meistens dann viel mehr mit einem selber zu tun hat als man für möglich hält.
00:16:23: Na also so ein...
00:16:25: Nee nee sorry, ich hab noch gearbeitet.
00:16:27: Achso?
00:16:29: Naja dann geh' ich rein!
00:16:30: Also meinst du ähm Ja, du suchst etwas, was sozusagen außerhalb von dir liegt.
00:16:37: Aber das ist ja sozusagen
00:16:40: nicht...
00:16:41: Suchst du dann auch?
00:16:45: Das hat dann mehr mit dir zu tun als du denkst, ist ja auch die Brücke.
00:16:53: Was ich immer relativ öde nur für mich selber finde es eigentlich in einem Beruf und das egal welchen Beruf man macht die eigenen Verhältnisse permanent nur zu bestätigen und Kollegen dafür zu brauchen dass man eigentlich so safe ist in dem.
00:17:06: und dann hilft manchmal der Blick auf jemand anderen auf das Leben von jemand anderem um zu merken, da ist ja noch was in Bewegung.
00:17:14: Und ich glaube das ist sozusagen etwas, was mich interessiert ist René Polish mit dem ich viel gearbeitet habe.
00:17:22: Witzig weil Tristan das auch gerade erzählt hat und es irgendwie toll!
00:17:25: Weil der macht ja, er hat offensichtlich was mit Leuten gemacht.
00:17:30: Und das erste Mal als wir irgendwie vor zehn Jahren oder so ein Zürich zusammengearbeitet haben, hat er so einen Satz geschrieben wo drin ist dann?
00:17:36: deine Subjektivität ist doch wesentlich interessanter als meine.
00:17:40: Und wenn man das nicht Koketten meint sondern wirklich als eine Arbeitspraxis die eine Rückwirkung hat weil wenn ich mich für was interessiere kommt ja etwas zurück und wenn Ich mich nicht ganz verschließe verschiebt sich was in mir und danach suche ich extrem arbeiten und das ist aber voll.
00:17:57: Darum muss man sich kümmern und da muss man Verhältnisse schaffen, dass das auch stattfinden kann.
00:18:09: Also weil ich versuche gerade sozusagen in der Analogie zu denken war ich ja auch in dem Sinne mir so rollen an eigene wenn ich verschiedene also aus verschiedenen Perspektiven erzähle, mir Figuren ausdenke die ja obviously nicht ich sind.
00:18:26: Ich bin nicht irgendwie zum Beispiel auch so, um jetzt von der höchsten Figur wegzugehen vielleicht.
00:18:37: Ich war kein fünfzehnjähriger schuler Junge auf dem Land in Westdeutschland, der irgendwie dafür geschämt wurde dass er seinem Jungen seine Liebe gestanden hat.
00:18:50: aber ich bin...ich komme trotzdem vom
00:18:53: Kaff
00:18:54: Und ich weiß, wie es ist als Tochter aus einer muslimischen Familie fürs Ausleben aller Sexualität geschämt worden zu sein.
00:19:00: Da ist eine Brücke was sozusagen diese Scham dieses Tabu und diese Ungeschütztheit auch so angeht weil das ist ja in dem Moment wo du etwas im Verborgenen machst bedeutet dass dir der Schutz verwehrt wird wenn du in Situationen kommst die sich nicht cool anfühlen und die einfach illegal sind.
00:19:20: Und das ist sozusagen die für mich immer schon wichtig, diese Brücke zu finden.
00:19:29: Zu jeder Figur und damit meine ich so eine emotionale Brücke tatsächlich zu finden wo ich sagen kann okay das ist konstruiertes soweit weg aber ich fühle dass es gibt so einer Ebene auf der ich mir genau weiß wie sich oder weniger weiß, wie sich das anfühlt.
00:19:50: Oder ich mir das vorstellen kann, mich so hineinversetzen kann und diese... Eigentlich ist es so permanent, ich weiß, es klingt total kitschig aber es ist wirklich die ganze Zeit eine Empathie-Arbeit eigentlich Und vor allem halt bei Figuren, die einem nicht sympathisch sind Die ja auch eine Rolle spielen in dem Buch.
00:20:07: Ich habe keine Ahnung gehadert mit der Mutterfigur im Buch, die ganz am Ende vorkommt.
00:20:17: Ja, je nach Leser... Also die Lesern sind auch sehr zwiegespalten.
00:20:20: Manche haben dann so voll Mitleid mit ihr und schließen sie ins Herz.
00:20:23: Manchen verstehen Sie gar nicht oder verstehen Sie... also finden Sie einfach, sehen Sie als Bösewicht!
00:20:32: Das war eine krasse Hürde für mich, da so ranzugehen.
00:20:36: Nicht nur weil ich sie so charakterlich einfach schwierig empfinde... Es macht ja auch Spaß in einen Böseweg zu reinzuführen.
00:20:45: aber es geht nicht nur darum, Spaß zu haben sondern einen tiefen Kern in der Sache zu erwischen.
00:20:51: Also etwas das auch tiefer geht als Sie ist verletzt und verhält sich mehr.
00:20:58: auch so dieses Ding von, es ist eine gläubige Figur.
00:21:00: Ich bin nicht gläube ich aber es ist total wichtig das zu verstehen wo das herkommt.
00:21:05: warum ist diese Figur?
00:21:06: Glaubt sie wirklich und was macht dieser glauben mit ihr?
00:21:09: weil... Und dann auch festzustellen okay jeder Mensch der so krass gläuber ist zweifelt eigentlich die ganze Zeit und diese Gleichzeitigkeit ist halt etwas womit ich so voll was anfangen konnte und dass war.
00:21:21: also es gibt immer so den einen Schlüssel Moment oder so diese eine Schlüssel Erkenntnis die mir dann total hilft die Figur zu knacken.
00:21:31: Hast du das Gefühl, bei dir ist es ähnlich?
00:21:36: Also wie ist das für dich wenn du eine Rolle spielst oder ein Text spielest mit dem du einfach nichts anfangen kannst als Du?
00:21:45: Ja
00:21:46: also ich glaube was wo ich mich sehr mit verbinden kann ist... also ich höre so ein bisschen raus dass man sich einfach wenn man sich auf eine Arbeit einlässt Mit Leuten mit Figuren.
00:21:59: Ich finde, deshalb muss man sich so überlegen welche Arbeiten man annimmt glaube ich weil ich finde dass es sich nicht abwenden ist die Hauptaufgabe eigentlich auch in den Momenten wo das schwer und paradox ist und nicht lesbar ist.
00:22:18: und darin liegt ja aber meistens auch so die Schönheit.
00:22:22: ich glaube wenn man sich verliebt is ja so eine Sache auf dem High zu sein und wenn man dann aber so die Lows mitkriegt, wird es ja eigentlich erst interessant.
00:22:32: Und sich nicht abzuwenden in so einem Moment sondern da zu bleiben finde ich interessant.
00:22:36: deshalb würde ich sagen das finde ich so ein Hauptteil von Arbeit ist da zubleiben und präsent zu bleiben und auszuhalten dass das manchmal auch düster ist.
00:22:49: bei der Mutterfigur zum Beispiel finde ich das auch weil sie ja wirklich auch extrem durch den ganzen Roman eigentlich mitwandert und man so viel mitkriegt, was Auswirkungen von einer gewissen Form von Härte manchmal sein können.
00:23:05: Und dass man aber einfach an ihr dranbleiben kann und mit ihr mitgehen kann und irgendwann so checkt okay ich checke es.
00:23:14: Das finde ich wirklich ne... das ist das wo ich sage sowas nehme mich dann gerne mit sich ein bisschen an Leuten dran zu bleiben.
00:23:25: Wie ist das für dich?
00:23:27: Am Ende des Tages, es ist auch ein Job.
00:23:30: Es ist ein Job!
00:23:31: Ich verdiene gutes Geld.
00:23:33: Scherz!
00:23:34: Man macht auch... Genau, es is natürlich ein sehr besonderer Job.
00:23:39: Also ich bin super dankbar dass ich den... sagen kann, mein Beruf ist Schriftstelle.
00:23:44: Also hätte ich jetzt so nicht gedacht dass das möglich wäre, habe ich auch nie ins Pulsieralbum von irgendjemand geschrieben, dass ich mir das wünsche weil das war nicht sozusagen im Bereich des Möglichen in meinem Kopf und es ist toll und gleichzeitig ist es aber auch wichtig zu sagen okay das ist ein Beruf und dann gibt es ja auch noch wenigstens abstrakt im Kopf die Idee von Feierabend und Freizeit, und Privatleben usw.
00:24:13: Und das wirkt aber natürlich alles so ineinander.
00:24:19: Wie ist es eigentlich für dich?
00:24:20: Habe ich mich gefragt!
00:24:21: Wenn du nicht onstage bist... Aber du bist halt superintensiv beschäftigt mit tausend Sachen, mehrere Stücke vielleicht oder du findest gerade eine Figur rein.
00:24:35: Du schminkst dich ab in der Maske, gehst nach Hause oder raustriffst Freunde.
00:24:42: Ist es dann so?
00:24:43: bist du einfach wieder du?
00:24:47: Sind deine Friends, deine friends oder sind sie irgendwie auch Publikum immer noch?
00:24:53: Publikums eindeutig.
00:24:59: Ich glaube was ich
00:25:00: so...
00:25:01: Also ich würde meine Arbeit eher als etwas beschreiben.
00:25:06: Ich bin ja immer auch ich, ne?
00:25:07: Auch auf der Bühne.
00:25:08: Und ich glaube, ich bin auch in Arbeitszusammenhängen gerade im Theater die gar nicht so sehr über klassische Figurenarbeit... Im Film ist das ein bisschen anders so,
00:25:17: ne?!
00:25:18: Aber im Theater bin ich eigentlich eher schon sehr stark sozialisiert von René Polish und von eigenen Arbeiten wo ich glaube ich immer denke, ah!
00:25:27: Das hat schon sehr viel mit mir zu tun und deshalb Es gibt nicht so den Moment, wo ich denke, da bin ich wieder.
00:25:36: Ich denke immer so, oh, da war ich noch.
00:25:40: Nee, das checke ich total, das verstehe ich.
00:25:42: Du bist schon du auch, wenn du auf der Bühne ist?
00:25:44: Okay, Hammer!
00:25:46: Aber du bist ja trotzdem... Also du stehst auf einer Bühner, da sind irgendwie tausend Leute die du nicht kennst, vor denen du dich schützen musst.
00:25:56: Also du brauchst ja auch irgendwie eine Rolle hinter dir, der du dich versteckst.
00:25:59: Du bist ja da nicht und hast das tausend Leute und bist so.
00:26:01: hey wie geht's?
00:26:02: Und zeig es so oder?
00:26:07: Nee ich weiß schon was ich mache.
00:26:10: So ne also genau ich fühle mich nicht...also das stimmt schon, also ich weiß was ich tue auf der Bühne und ich kann dann auch als ich trage nicht eine Vorstellung doll mit nach Hause zum Beispiel.
00:26:20: Wobei es kommt so drauf an, je nachdem weil es gibt ein paar Sachen.
00:26:24: Also ich habe.
00:26:24: gerade mein neues Hobby auf der Bühne ist dass ich die Zuschauer richtig gerne komplett um mich herum habe.
00:26:30: und wir haben einen Abend zusammen gemacht mit Abhanna Aysha Berndt.
00:26:36: und da merke ich sozusagen weil wir relativ viel mit dem Publikum im Kontakt sind und das geht so um Tod trauer Verlust Und da kriegt man schon voll viel mit von Leuten einfach.
00:26:46: Das merke ich so, da merke ... Ich bin dann einfach voll erschöpft das merk ich.
00:26:50: aber dann schlafe ich und ich gucke dann Fernsehen.
00:26:53: Aber das merk' ich, das trage ich mit.
00:26:56: Ja, das ist ja auch sozusagen unser Kennenlernmoment vielleicht?
00:27:02: Ist so...ich war in einem Stück von dem Marie gerade erzählt hat Anders Los heißt das Kann man auch noch sehen an der Volksbühne.
00:27:10: Sollte die auf jeden Fall tun, wenn es nicht schon getan hat?
00:27:12: Aber ich glaube ihr habt's alle schon gesehen.
00:27:14: Genau das ist da saßig im Publikum.
00:27:19: und dann gibt es so eine Stelle in diesem wunderschönen Stück, in dem es ja eben um Trauer, um Verlust, um irgendwie Breakup... Also ganz viele Dinge, die direkt unter die Haut gehen und wo jeder irgendwie so relating kann aus einem voll der schöne unverschnörkelten Text.
00:27:39: Und es gibt so einen Moment relativ am Anfang, wo du dir so ... Also ich erzähle mal aus meiner Perspektive.
00:27:44: Ich weiß nicht ob das jedes Mal so ist.
00:27:46: Aber es gibt dann so ein Moment, wo sich Marie jemanden im Publikum aussucht und die werde ich jetzt zum Heulen bringen.
00:27:53: Und das war ich.
00:27:55: Das war unsere Begegnung.
00:27:56: Ich weiss nicht, ob das deine Intention ist, das zu machen?
00:28:00: Aber auf jeden Fall, ich hab dann losgeheult und hab irgendwie auch erst mal nicht mehr aufgehört.
00:28:06: Ich bin auch nah am Wasser, muss ich sagen.
00:28:07: Das ist nicht so schwer mich zu meins.
00:28:09: Es
00:28:09: ist nicht meine Leistung, Uwe!
00:28:11: Doch auf jeden Fall nein.
00:28:14: aber ich habe also ich hab nicht dieses Ding das sich jetzt meine Tränen verbergen muss oder dass du in mich rein schluckst oder so?
00:28:19: Ich lass dann einfach laufen wenn ich mich damit wohlfühle.
00:28:25: Genau warum erzähle ich das?
00:28:27: Eier weil das unser kennenlernen ding war weil ich es oft verspannt fand zu sehen.
00:28:36: Ich hatte die ganze Zeit offensichtlich, dass der Text von Apana Aysha Bernd ist und dann habe ich gesehen das Dein Name aber auch da also, dass ihr quasi den Text zusammengeschrieben habt, dass du auch Regie geführt hast?
00:28:49: Ich würde erst mal kurz zu dieser Autornenschaft fragen wie genau kann man sich das vorstellen zusammenzuschreiben?
00:28:58: Ja also hat es einmal, glaube ich ganz gut so formuliert.
00:29:03: Sie hat was bei Instagram gepostet und zwar dass wir irgendwann angefangen haben über Tod, Verlust, Break-Arzt, was uns um Leben passiert ist zu sprechen und das wir dann einfach nicht mehr aufgehört haben.
00:29:17: Und ich würde sagen, so sind wir in die Proben gegangen und saßen relativ lange am Tisch und haben weiter gesprochen Notizen gemacht und daraus ist ein Text entstanden.
00:29:29: Ein paar Texte sind wie so Ready-Mates mitgekommen, dann haben wir einfach geguckt was funktioniert für uns auf der?
00:29:36: Du musst sofort unterbrechen wenn du sagst das stimmt alles hinten vorne?
00:29:40: Okay ich sage okay.
00:29:42: und so nach und nach der Text gekommen Ich glaube einfach aus einem Interesse weil es ja manchmal einfacher ist zu zweit oder zu dritt zu denken als alleine.
00:29:52: Oder zumindest macht es mehr Freude und so war der Vorgang.
00:29:59: Und was heißt das Regie zu führen, wenn man selber auf der Bühne steht allein?
00:30:02: Ja ...
00:30:04: Das Ausbaden... Was man vorschlägt, das finde ich sollte jeder Regisseur aus Strafe alleine einmal schon tun!
00:30:13: In dem Fall glaube ich einfach eine Verantwortung zu übernehmen nicht nur für das, was man selber tut auf der Bühne sondern auch zu wissen wie könnte eine Struktur von dem Abend aussehen.
00:30:26: Wann ist es besser sich von Texten zu verabschieden?
00:30:29: Nicht an Texte zu kleben, zu streichen rauszuwerfen?
00:30:32: also sind so mehrere Kanäle gleichzeitig an was aber sehr interessant ist eigentlich von der Arbeit aber auch muss jetzt nicht immer sein.
00:30:40: Ja so haben wir uns kennengelernt Und das war gar nicht mein... Also ich wollte, ich hab' nicht gedacht.
00:30:45: Ich will dich jetzt zum Weinen bringen!
00:30:48: Aber es ist passiert.
00:30:50: Genau da hast du mir zwei Wochen später geschrieben, dass du gerade Jins lest und die ganze Zeit häuselst.
00:30:54: Habe ich gesagt?
00:30:55: Rache ist süß, habe ich als Nachricht gekriegt.
00:30:58: Ja.
00:30:59: Fatma, ich wollte Dich fragen Es gibt ja schon eine sehr schöne Verfilmung von Elmbogen und gibt es vielleicht auch irgendwann mal eine Verfilmungen von Jins?
00:31:12: Vielleicht?
00:31:13: Okay.
00:31:14: Danke!
00:31:16: Lass mal kurz beim Heulen bleiben, was machte... also weil du dieses, was du auch vorhin gesagt hast ich krieg das oft als Feedback dass Leute sagen ich hab ich muss so sehr viel weinen als ich Jins gelesen habe Ich weiß dann nie so richtig sagt man jetzt danke oder sorry?
00:31:33: Also für mich per se ist weinen wie gesagt, es ist jetzt nichts was man nicht tun sollte oder was man irgendwie verhindern sollte etc.
00:31:41: aber dann gab's irgendwann so als das relativ neu raus war das Buch so eine Welle von so jungen Leuten.
00:31:51: die hatten sowie Bilder von sich gepostet wie sie waren beim Lesen.
00:31:56: Ja, ja.
00:31:57: Das war so ganz am Anfang.
00:31:58: Ich fand es voll süß.
00:31:59: ich dachte das wird jetzt so ein Trend?
00:32:00: Ja!
00:32:01: Es war so ein Trenn für drei viele Leute aber es war cute.
00:32:05: und dann gab's eine habe ich Jins beendet oder hat Jins mich beendete...
00:32:10: Wirklich?!
00:32:12: So dieses.
00:32:13: und dann ist mir eigentlich das für heute Abend auch da die Play spielt in der Jins-Adaption hier im Gorki wo ich auch immer wieder höre dass Leute da irgendwie sitzen durchheulen in den Vorstellungen und ich bin ja, ich weiß nicht wie geht's einem damit?
00:32:31: Weil du hast ja auch weinende Leute an das Lost.
00:32:34: Ja!
00:32:35: Und ich habe mich ja selber dabei gerade ertappt dass ich so direkt auch das versucht hab zu relativieren.
00:32:40: Ich wollte dich gar nicht zum Wein bringen und so.
00:32:41: aber natürlich finde es total schön ehrlich gesagt wenn was passiert weil ich glaube dass er erstmal nur ein Zeichen dafür ist dass man sich nicht von Literatur oder Theater so abgegrenzt fühlt, sondern dass das was mit einem macht.
00:32:57: Und ich glaube auf so einer Ebene wenn es nicht hochdrahmt daherkommt, sondern Wenn man sich damit verbinden kann finde ich das eigentlich etwas sehr schönes.
00:33:06: also Ich freue mich über Tränen und man merkt ja auch ob das Stress drin sind Oder ob das so läuft und ich spreche auch niemanden an.
00:33:16: zum Beispiel ich spüre Ja wer nicht angesprochen werden will.
00:33:21: Das würde ich zum Beispiel nicht machen.
00:33:22: Was du dachtest, dass ich will das hier?
00:33:24: Ich hatte das Gefühl, du möchtest angesprochen werden.
00:33:31: Ja ja, du hattest recht!
00:33:32: Ich wollte das.
00:33:33: Danke das hilft mir in diesem Moment.
00:33:37: Aber wie ist es... also ich habe das Wein bei dir sehr genossen und ich hab auch gemerkt, dass mein Lesetempo was ohnehin wirklich sehr sehr langsam isst.
00:33:48: Ich bin keine Lieseratte, würde ich jetzt mal sagen.
00:33:51: Aber ich dachte, oh mein Gott.
00:33:53: Ich will nicht dass dieses Buch aufhört und dann habe ich immer morgens mir so zwei drei Seiten und so gegönnt Und ich dachte schon okay wenn der Anfang so war das sich so emotional darauf reagiere Du bist ein Fuchs Dann wird der Schluss doch auch so mich kicken und er hat mich auch vorgekickt ne?
00:34:10: Und ich glaube das was sich so toll finde ist ja manchmal wenn man so merkt ah man is gar nicht mit seiner eigenen Story oder so beschäftigt aber irgendwas passiert.
00:34:18: und ich würde schon sagen Dass ich meinen Blick auf gewisse Verhältnisse in meinem Leben dadurch voll verändert haben, also wie als hätte ein Buch was für mich geklärt.
00:34:29: Und da glaube ich kommen manchmal sozusagen auch so Tränen die sich ganz dort anknüpfen an die Geschichte.
00:34:37: aber ich glaub manchmal löst dich auch irgendwas anderes parallel?
00:34:39: Ja
00:34:39: it's more about you auf jeden Fall!
00:34:42: Wie findest du das?
00:34:48: Ja, aber es geht ja immer um einen selbst.
00:34:50: Also natürlich ist es so vielleicht beim Thema Lesen zu bleiben.
00:34:59: Ich habe auch sehr spät angefangen zu lesen.
00:35:03: Du hast vorhin schon gesagt, dass du das in der Schule immer so stressvoll fandest.
00:35:08: Ja also Schule hat mir Lesen absolut verdorben.
00:35:10: ich hatte keinen Bock!
00:35:12: Ich hab nichts von den Sachen die wir lesen mussten in der schule jemals gelesen Habt mir immer so einen Tag vorher von einer Freundin kurz am Telefon erzählen lassen worum es in dem Buch geht und hab dann so einfach straight up Sachen erfunden in der Klausur.
00:35:30: Das hatte was natürlich mit der Art von Texten zu tun, die wir lesen mussten.
00:35:34: Aber auch über ... Auch bei der Art und Weise wie... darüber gesprochen wurde, was vorausgesetzt wurde.
00:35:39: Es gab halt so ein Lektürschlüsse von Reklam, denen die Lehrer nur hatten und wir nicht.
00:35:44: Wir hatten nur den Text und dann haben sie einfach abgefragt, was die da gelesen haben basically.
00:35:48: Also es gibt eine Lesart von, keine Ahnung, Marias Thuard und dann musst du da so durch.
00:35:53: und für mich ist so ich lese die erste Seite, ich check die Sprache nicht und auch so du liest einen Satz und du liess die nochmal an, dann liess dich noch mal an und dann stehst du ein oder guckst Fernsehen oder machst halt etwas anderes.
00:36:02: Du bist halt fucking vierzehn, fünfzehn.
00:36:06: Und es war dann tatsächlich erst so, ich glaub wahrscheinlich war ich... Da ist mich die wahrscheinlich zwanzig.
00:36:12: Als ich mein erstes wirklich ein Buch freiwillig gelesen habe und dachte so wow okay das
00:36:19: ist was.
00:36:19: Was war
00:36:21: das?
00:36:22: Ich müsste jetzt lang in Tuba nachdenken um zu sagen was genau jetzt das erste Mal.
00:36:27: aber ich bin ja also obwohl ich nicht lese dann halt über Zufälle in einem Germanistikstudium
00:36:36: gelandet.
00:36:38: Und war so okay, ich sollte mal anfangen und hab aber mein Nebenvater Americanistik und das was war tatsächlich für mich dann so ein Great American Novel alles was zu zwanzigstes Jahrhundert US Literatur war so voll spannend auf einmal für mich.
00:36:58: Und darüber habe ich dann sozusagen, weil die gerne das sehr so traditionell war und wirklich noch bei den Klassikern... ...und US Literature einfach nicht alt genug war auch.
00:37:07: also das war dann sowieso immer per Definition schon näher dran.
00:37:13: So bin ich da reingekommen und es hat eine völlig neue Welt eröffnet und ich dachte so cool!
00:37:21: Man hat so irgendwie, was du schon vorhin sagst ist eine neue, wie so eine Brille die ich aufsetzen kann um nochmal auf die Sachen zu gucken dem mich umgeben.
00:37:32: Die Erfahrungen von denen ich denke dass nur ich sie habe, nur ich leide niemand weiß wie das ist.
00:37:38: So turns out.
00:37:40: alle haben dasselbe Problem mehr oder weniger.
00:37:44: Hat den anderen Norsten und haben aber so ne Sprache dafür und Tools und Geschichten finden, erfinden um irgendwas zum Ausdruck zu bringen für das mir halt so die Worte gefehlt haben.
00:37:58: und so bin ich tatsächlich über.
00:38:00: also so bin Ich so ins quer eingestiegen ins lesen.
00:38:04: Und dann auch direkt So eine Ja so eine so Bock gehabt zu schreiben.
00:38:10: es hat da noch ein bisschen gedauert bis ich mich getraut habe tatsächlich und so.
00:38:13: aber Aber ja ich finde dieses.
00:38:20: Natürlich ist das sozusagen immer die Frage von, was hat es mit mir zu tun?
00:38:28: Und ich finde nochmal auf eine Sache, die du vorhin am Rande viel mehr so auf und ich konnte nicht drauf eingehen.
00:38:37: Aber etwas, was du vorher gesagt hast war ja... Es gibt so, wie hast du's genannt, so gesellschaftliche Gruppen über die bestimmte Binsenwahrheiten oder so was existieren.
00:38:53: Um das vielleicht konkreter zu machen, finde ich auch immer eine interessante Ambivalenz aus... der sogenannten marginalisierten Perspektive zu erzählen, ob das eben jetzt irgendwie aus einer migranischen Figur heraus ist.
00:39:11: Aus meiner Figur, die eher so unterrepräsentiert gewesen ist in der deutschen Gegenwartsliteratur bis zu einem gewissen Punkt und es ist ambivalent im Sinne von.
00:39:25: ich habe das Gefühl Dass das sich die Erste, wenn sie das macht oder dass es das erste Buch ist?
00:39:32: Oder nee.
00:39:33: Aber man kommt relativ schnell in die Situation, dass das von außen so gespiegelt wird weil keine Ahnung der Zeitredakteur ist es das erster Buch was er dazu gelesen hat und erklärt das als so.
00:39:44: Das ist jetzt ah okay so leben die.
00:39:48: So sind die Interesting Und das wird dann sozusagen so verklärt als keine Ahnung, bei Elbogen war es so Aja guck mal.
00:39:56: Die sind halt alle so... Das war mein erstes Buchelbogen.
00:39:58: die sind halt alles total crazy und gewalttätig und man muss halt so aufpassen.
00:40:06: Beim zweiten Buch ist es so ah okay jetzt checken wir irgendwie.
00:40:11: wie soll ich sagen?
00:40:12: Keine Ahnung.
00:40:13: zum Beispiel alle Gastarbeiterfamilien sind so oder kurdische Familien aus der Türkei sind.
00:40:22: Am Ende des Tages ist halt voll die schwierige Situation, in der man gesteckt wird als Autorin.
00:40:27: Ich hatte das Letztes mit einer Kollegin, die schreibt und die zum Beispiel eine Schwarze AutorIn ist Und diese ganze Shit Show aus einer anderen Perspektive mitmachen musste Die so dann für ein halbes Jahr lang so the only black So was?
00:40:40: Dann kriegst du halt den ganzen shit Aus deiner eigenen Community ab, von wegen Was fällt dir ein, dass du mach ich bin so...ich hab nur einen Buch geschrieben.
00:40:47: I never said, dass ich euch alle erklären will.
00:40:50: Nein gar nicht!
00:40:51: Das bin auch ich so.
00:40:52: Und es ist
00:40:53: nicht so missverständlich geschrieben wie du schreibst finde ich.
00:40:55: Also das sind schon sehr nahe Figuren dran an einzelnen Figuren und ich glaube... glaube ich, aber manche Leute.
00:41:04: Ja
00:41:04: also da ist sozusagen das kickt okay mich kicking auch viele Sachen aber so die ist es.
00:41:11: niemand kommt doch auf die Idee zu sagen also doch vielleicht ich aber viele andere kommen.
00:41:17: also man liest doch nicht ein buch von Michelle Wellbeck und dann sagt mein oh ja alle Männer beißen Männer über fünfzig sind genau so!
00:41:25: Also da wäre ein bisschen was dran Petipel, aber macht halt niemand so.
00:41:32: Aber dann sozusagen ein Buch von... Ja das sind jetzt alle... Das ist halt so... Da ist eine Sehnsucht der danach irgendwie Dinge zu vereinfachen und da ist aber auch so ne Sehmsucht danach aus einer marginalisierten Person die Literatur machen will Autorin eines Tagebuchs zu machen.
00:41:54: Das muss deine Geschichte sein, weil ihr könnt nur Tagebuch schreiben, weißt du was ich meine?
00:41:58: Und es soll jetzt gar kein Shade sein gegen autobiografische Schreiben, autofiktionales Schreiben und so.
00:42:06: Es ist nur so.
00:42:09: warum wird das eine dann sozusagen schnell vereinfacht zu... Das ist ja jetzt ne Milieustudie sagen wir mal.
00:42:16: und das andere ist halt irgendwie Literatur, ist halt eine weiße Auton, deswegen ist das irgendwie ... weißt du?
00:42:24: Ich kann es einschätzen dass nicht alle weißen Leute so sind.
00:42:26: Aber... Das ist auf jeden Fall ein Abzibelt von allen Kanaken die hier rumlaufen!
00:42:32: Ich finde die Reaktion so krass darauf.
00:42:34: also ich weiß gar nicht ob war der Grund zum Beispiel bei... Bei der Ellenbogen-Verfilmung hab' ich gehört, dass es so einen FSK gab bei sechszehn Jahre.
00:42:46: und habt ihr mal ne Begründung bekommen, was sozusagen das ist.
00:42:51: Warum das ab sechzehn erst freigegeben wurde?
00:42:57: und hat es etwas mit dem Ende?
00:42:58: Also hat es was damit zu tun, dass sozusagen kein Kniefall oder keinen... also ich habe manchmal das Gefühl, dass der Figur so viel Autonomie zugestanden wird bis sie nicht wirklich stattfindet.
00:43:15: Bis es wieder eine Einordnung am Schluss gegeben hätte.
00:43:18: Und das Tolle an dem Roman finde Schlussball, aber es ist ja schon eine Weile draußen.
00:43:24: Also es gibt ein offenes Ende und es gibt keine klassische... wie nennt man das?
00:43:31: Ich sehe einen, ich habe einen Fehler gemacht.
00:43:33: bitte liebe Gesellschaft verzeiht mir am Schluss sondern es gibt ne sehr eigenständige Entscheidung von einer jungen Frau die dazu steht.
00:43:43: Die Sackheit einfach ist Boreue nicht.
00:43:44: Ja genau an junge Frauen macht sich eine Straftat oder Totschlag, wie auch immer man das nennt.
00:43:51: Perspektivstache ob sie den jetzt ausversehen tötet oder was doch immer da passiert.
00:43:55: aber jemand kommt ums Leben wahrscheinlich war es ein Unfall am Ende hat die Möglichkeit zu sagen Das tut mir so leid, ich bereue das und sie tut es halt nicht.
00:44:04: Weil das so krass auch von ihr eingefordert wird.
00:44:06: Ich finde man kann auch sowohl im Film als auch im Text kann man darüber streiten ob wie ernst gemeint das ist oder ob das sozusagen ist eine Trotzreaktion oder ist wirklich ein durchdachte Statement von?
00:44:19: ich bereuhe das wirklich nicht.
00:44:21: aber das Interessante daran ja es war tatsächlich es gab so ein...das ist halt interessant weil das Buch viel in Schulen gelesen wird achte, neunte Klasse.
00:44:33: Also durchaus Schülerinnen die unter sechzehn sind, die das gerne lesen, die viel diskutieren in Klassenräumen dazu und gerade wegen diesen Diskussionen auch von Lehrern so ausgewählt wird.
00:44:46: Die Verfirmung war dann aber eben FSK-sechzehnt was ein Problem ist weil dann kannst du es halt zum Beispiel in den Klassenräumen nicht zeigen.
00:44:52: Du darfst bei FSk-sechszen scheinbar keine Ausnahme machen im Sinne von ich gehe mit meinen Eltern rein oder so Du musst sechzehn sein, um da reinzugehen.
00:45:00: Und das wurden ein paar mal angefochten und es wurde jedes Mal abgelehnt von dieser Jury mit der Begründung.
00:45:06: Das ist doch irgendwie voll die jungen Leser in den Können nicht einschätzen.
00:45:13: Es lässt sie alleine mit dieser Dings-Nichtreue, mit dieser Nichteinsicht... Also sowieso eigentlich auch ... das Urteilsvermögen und den Intellekt von unter der sechzehnjährigen so kompletten Frage zu stellen, dass sie überhaupt nicht moralisch irgendwie Fähig dazu wären etwas einzuschätzen ob es richtig oder falsch ist sondern einfach nur nie.
00:45:38: die hätte am Ende sagen müssen ja das tut mir so leid.
00:45:41: Das war ein Fehler dann hätten Sie's lesen dürfen aber so nicht.
00:45:43: Es fand schon irgendwie eine krasse Entscheidung auch in der Gegenwart wo ich das Gefühl hatte oder zumindest die Hoffnung hatte, dass wir bestimmte Diskussionen irgendwie überwunden haben und Kind also auch so ein anderes Bild von Jugendlichkeit haben.
00:46:03: Jugendlichen durchaus vielmehr so Autonomie zugestehen
00:46:08: würden.".
00:46:10: Ich war so happy über dieses Ende weil ich glaube das das so... Irgendwie hat es so viel mit einem Leben zu tun.
00:46:22: Das finde ich so eine wirklich große Qualität, finde ich an dem wie du schreibst.
00:46:29: Und auch so eine Widerständigkeit die mir so gut gefällt, die... Ich sehe das Interesse an Figuren und ich sehe ja auch sozusagen diese literarische Kraft oder wie auch immer man das bezeichnet aber es ist halt auch... Ich vermute da auch eine Haltung manchmal zu erkennen, die ich finde zumindest für das was mich in meinem Leben umtreibt, wirklich hilfreich ist und sehr an was appelliert.
00:46:58: Wo ich glaube dass wir das alle gerade total gut gebrauchen können.
00:47:01: Und dafür ja... Das steckt für mich da drinne.
00:47:08: Ich bin froh darum dass auch der Film das Ende dann nicht umgeschrieben hat.
00:47:15: Danke Marie!
00:47:16: Ja fahrt mal...ich danke!
00:47:19: Ich gucke mal kurz nach links.
00:47:25: Wir hätten noch fünf Minuten.
00:47:26: Du kommst aus Bremerhaven?
00:47:27: Ich komme aus Bremenhaven,
00:47:31: ja jetzt ist es raus!
00:47:33: Aber hast du auch ein Bremenbezug?
00:47:34: oder ist das wirklich so?
00:47:36: Fahrt
00:47:36: mal.
00:47:36: ich möchte von deinem Bremenbetug wissen.
00:47:38: Von meinem Bremen Betug.
00:47:39: Aber du hast einen Bremen-Bezug.
00:47:41: oder ist es nur die Stadt wo du hingefahren bist um
00:47:43: zu H&M zu gehen?
00:47:46: H&m am Wochenende.
00:47:49: inzwischen hat Bremerhagen auch ein H& M mehr nicht Doch.
00:47:56: Mein Bremenbezug ist, dass mein Vater da jetzt hingezogen ist... ...das ist meinen Bremen Bezug und natürlich der Fußballverein.
00:48:04: Das ist auch mein Bremen-Bezug.
00:48:07: Es gibt Gerüchte das du einen Bremen bezug hast, habe ich gehört.
00:48:10: Möchtest du mir davon erzählen?
00:48:14: Ich hatte Familie da.
00:48:17: Die leben mittlerweile nicht mehr aber als ich klein war hab ich viele Ferien in Bremen verbracht bei meinen Großaltern.
00:48:25: Also ein Teil der Familie war sozusagen, also mein einer Oferwahl ist Gastarbeiter nach Bremen in so eine, ich glaube Wolle?
00:48:33: Ja, Wollefabrik und dann auch teilweise am Hafen oder so.
00:48:37: In Bremen gab es sehr viele Arbeitsmitgrandinnen und einer davon war mein Ofer... Bremen Blumenthal.
00:48:44: Sag dir was?
00:48:45: Sagt
00:48:45: mir was!
00:48:46: Ja, die Bremer sagen dann immer... Man merkt dass du keine OG-Bremerin sondern Breverhafnerin bist und sonst hättest du gesagt, Blumental ist gar nicht richtig Bremen.
00:48:53: Verdammt das war eine Fangenfrage am Schluss.
00:48:55: ich war
00:48:56: schon... Nein nein nein aber Blumentall ist Bremen, das sagen nur die Snorbs to be honest.
00:48:59: Da merkt man dann immer direkt es ist dann so showing their class.
00:49:02: wenn sie sagen das gehört nichts zu Bremen Ich pense ja das Snobb wird's halt in Dings.
00:49:10: Ich komme aus Bremerhaven Leo.
00:49:38: Man sagt auch, dass Primer Hafen die ostdeutsches des Stadtwestdeutschlands ist.
00:49:44: Weil also mein Vater ist so'n Sechziger und dementsprechend wurden wir da ein bisschen gebrieft auf gewisse Dinge immer zu.
00:49:50: ach ja dann mussten immer so oft demus gehen.
00:49:52: ich wusste gar nicht was ich hochgehalten habe immer irgendwelche Schilder und so.
00:49:55: aber ich glaube sozusagen die Kinderarmut im Primer Hafen ist halt so enorm hoch und es gibt also wo ich aufgewachsen bin in Primerhafen leer.
00:50:02: das ist halt eine Stadtteil Und das ist auch das, was ich am Bremerhafen so gerne verteidigen möchte.
00:50:07: Also es gibt so einen Attendant zum Beispiel wenn man so seit einem Frühstücksfernsehen oder so.
00:50:12: ne?
00:50:12: Wenn man so arme Leute mal richtig vorführen will wird ganz oft Bremer Hafen leer gezeigt.
00:50:17: und das ist so ein Blick auf eine Stadt die ich wirklich ganz, ganz schrecklich finde.
00:50:21: weil jetzt habe ich voll Sorge dass ich irgendwie nach Bremerhafen eingeladen werde wenn ich jetzt so eine Lopel... Ne aber ich glaube sozusagen.. Ich glaube es ist schon so ein bisschen so.
00:50:31: die Bad Sister glaub' ich Von Bremen, aber eigentlich ist es eine richtig tolle Stadt.
00:50:36: Leute fahren nach Bremenhafen mit mir... In den Gudi-Bags ist so ein DB-Gutschein.
00:50:44: Ihr kommt jetzt alle mit!
00:50:47: Nein ich check schon.
00:50:48: Es ist auf jeden Fall ne Stadt wo ich ja auch herzlich geblieben bin.
00:50:55: Oh Mann, nee das sollte nicht als Schlusspunkt.
00:50:57: Also sagt immer eine coole
00:50:58: Sache.
00:51:00: Aber es ist schon auch Charming oder?
00:51:03: Abgesehen von so Nazis die haben sehr hohen AfD-Wähleranteil.
00:51:06: Ja und schon immer.
00:51:09: also ich DVU war schon im Bremerhaven so krass beliebt wo an AfD noch nicht mal gedacht wurde.
00:51:17: aber wie kriege ich die Kurve?
00:51:19: Hafen vielleicht der Hafen
00:51:21: Der Hafen ist super.
00:51:23: Und Bremerhaven hat zum Beispiel ... Bremerhofen hat auch einen dreisparten Theaterhaus,
00:51:28: z.B.,
00:51:29: mit einem eigenen Orchester was ich super finde und es hat unglaubliche Wohnungen Berlin.
00:51:35: Wohnraum.
00:51:35: Da könntet ihr euch alle noch eine Wohnung leisten!
00:51:39: So... Ich habe meine erste Wohnung.
00:51:40: Ich bin relativ früh so mit fünfzehn ausgezogen.
00:51:43: Ach komm wir werden privat.
00:51:45: Und da hatte ich eine Wohnung.
00:51:46: die war
00:51:47: hundertzehn Quadratmeter altbau.
00:51:51: Haltet euch mal alle kurz fest, für zweihundert neunzehn Euro.
00:51:57: Siehst du das wollte ich hören?
00:51:59: Das war der...das ist ein schöner Not zum Ende von Bremerhaven finde ich.
00:52:02: Ja!
00:52:02: Das wäre jetzt nicht cool gewesen wenn wir mit Inset Stories aufhören.
00:52:05: Nee
00:52:06: es gibt...
00:52:07: Es ist ein Argument.
00:52:09: Marie danke schön.
00:52:10: Hey ich bin gefreut mit dir zu quatschen.
00:52:12: Ich fand's auch voll schön.
00:52:15: Tschüss.
00:52:16: Ciao Das war sie, also die neueste Folge No Pressure.
00:52:26: Danke, dass ihr wieder dabei wart und denkt dran, Support ist kein Mord!
00:52:30: Abonniert unseren Podcast, folgt uns bei YouTube und vor allem schaut mal bei Substack vorbei.
00:52:35: Wir haben im Juli einen absoluten Veranstaltungstipp für euch und veröffentlichen dazu bald mehr.
00:52:40: Also verpasst es nicht.
00:52:42: Und wer Fatma's Tonne Lectüre vielleicht sogar schon im Bücherregal hat Der Legt das Handy jetzt weg und bestellt sofort Rebecca Martins neues Buch Sommer und so, was ihr ab Juli lesen könnt.
00:52:54: Und schaut ansonsten vielleicht Anderslost oder Love Me Tender an der Volksbühne mit Marie-Rosa Titchen?
00:53:00: Ansonsten gilt in dieser Folge unser absoluter Dank Janin Yilmaz für den Schnitt!
00:53:08: Und ein Riesendank an unsere Technik-Sponsors Wecap und Schalldruck, Sophie Nayarabranco Säuberlich und dem Chateau-Team Tabeschöning, Fährheit Junus Topraklar und Nina Raun.
00:53:21: Und auch ein riesiges Dankeschön natürlich an Marie Rosatitian und Fatma Aydemir.
00:53:25: Mein Name ist Leslie Elina Schäfer und ich produziere diesen Podcast gemeinsam mit Rebecca Martin und Junus Roy Emeer.
00:53:31: In diesem Sinne vielen, vielen Dank fürs Zuhören und bis spätestens in zwei Wochen!
Neuer Kommentar