Sebastian Urzendowsky trifft Christoph Trummer

Shownotes

Wir sind zurück aus der Sommerpause und starten mit diesem wunderbaren Buch: St. Brooklyn von Christoph Trummer ist Ende August im Aki Verlag. Danke an Sebastian Urzendowsky und Christoph Trummer für eure Zeit und das Gespräch!!

nopressure99bookclub wird produziert von Leslie-Alina Schäfer, Yunus Roy Imer und Rebecca Martin.

Transkript anzeigen

00:00:09: Hey, liebe Leute!

00:00:11: Wir sind wieder zurück aus der Sommerpause in der wir im Chateau Royale eine kleine No-Pressure Buchmesse und unser einjähriges Bestehen feiern durften.

00:00:19: Und nun starten wir in den Spätsommer gemeinsam mit dem Schauspieler Sebastian Urzindowski und Schweizer Autor sowie Musiker Christoph Trummer zu seinem Roman Saint Brooklyn – der Ende August beim Archivverlag erschienen ist.

00:00:33: Sie sprechen darin über New York als Durchlauferhitzer Mundart, die Suche nach der Wahrhaftigkeit in der Kunst und die Suchen nach der Liebe.

00:00:42: Und nun wünschen wir euch viel Vergnügen!

00:01:02: Aha!

00:01:02: Du nennst mich so,

00:01:09: wie sich das gut anschühlt für dich.

00:01:15: Ich bin mit allen Namen... ist gut.

00:01:18: Alles mein Name passt alles.

00:01:20: Dann gehe ich über zu Christoph weil ich glaube dass es so hast du auch die letzte Nachricht unterschrieben und mir sind nur vorne aufgefallen als ich nochmal so durchgeguckt habe woher wir uns kennen und wie lange wir uns schon kennen.

00:01:32: Dass ich früher immer Trummer gesagt hab und alle im Kreis um dich herum auch immer von Trummer gesprochen haben.

00:01:40: Genau, jetzt vielleicht für die Leute in Deutschland, die keine Ahnung haben.

00:01:45: Ich bin als Musiker in der Schweiz einfach unter meinem Nachnamen aufgetreten und der ist Trummer.

00:01:51: Und so nennen mich auch viele Leute, das ist wirklich ganz normal.

00:01:55: Also herzlich willkommen an alle Hörenden zum No Pressure Ninety-Nine Book Club!

00:02:01: Du hast ein Buch geschrieben du bist Musiker und hast jetzt deinen ersten Roman veröffentlicht?

00:02:07: Er heißt St.

00:02:08: Brooklyn, als das drumherum.

00:02:11: Und es geht auch um einen Musiker der in einer ziemlichen Sinnkrise ... Man könnte sagen eine Fluchtantritt oder aber eine Reise und sich nach New York begibt, weil das so das Mecker für ihn ist von der Folgsszene, zu der er sich auch zugehörig fühlt und ... Ist da auf Sinnsuche und auch Identitätssuche?

00:02:34: Und auch immer auf der Suche nach Liebe Glaub ich.

00:02:39: Ich wollte fragen, es bietet sich an, rauszufinden wie viel steckt da von dir drin?

00:02:45: Wie autobiografisch ist das?

00:02:49: Also die Ausgangslage ist sehr autobiografische.

00:02:54: Ich bin Musiker und habe früher Englisch gesungen.

00:02:57: Und ich bin in der Spielzeit der Geschichte im Buch auch in dem Jahr.

00:03:04: bin ich nach New York gegangen, um rauszufinden ob meine Songs was taugen vor Publikum das die Texte wirklich versteht.

00:03:12: Und daraus wurde dann so eine zweijährige Hin- und Hergeschichte immer wieder mit den USA und zurück in die Schweiz.

00:03:20: also die Ausgangslage ist sehr autobiografisch und für mich war es ein entstandenes Idee zum Buch eigentlich weil wir Songs aufgenommen haben damals geschrieben habe, aber die dann nie veröffentlicht wurden weil ich eigentlich in dieser Amerika Zeit angefangen habe Schweizerdeutsche Lieder zu schreiben.

00:03:38: Und und ich hab dann einfach auf Mondart wie wir das hier nennen weitergemacht und die englischen Songs blieben quasi unbenutzt.

00:03:45: und während der Pandemie habe ich mit so einer Art Hockband haben wir das aufgenommen und ich fand es dann so toll dass sich das inwie rausgeben wollte aber dachte wie was macht da jetzt Sinn?

00:03:55: Meine letzten Veröffentlichungen waren zum Teil eben auch CDs mit Buch, also Musikalben in Buchform.

00:04:02: Und da habe ich eigentlich gedacht... Ich versuch das jetzt auch mal aus dieser New Yorkerfahrung ein Buch zu machen und aber ziemlich rasch hat sich dann gezeigt dass es einen Roman werden wollte der auch so diese Erfahrung die ich in New York gemacht habe schon erzählt Aber ziemlich bald nicht mehr unbedingt die konkrete Geschichte die mir dort auch wiederfahren ist.

00:04:26: weil die Geschichte Das war so ein Prozess auch mit den Leuten, die ich damals gekannt habe wo ich dann ausgetauscht hab.

00:04:31: Ich habe gemerkt... Die Erfahrung ist meine und die darf ich in wie teilen?

00:04:37: Von der darf ich erzählen!

00:04:38: Die Geschichte ist aber ja nicht nur meine Und dort wurde ich gebeten gewisse Dinge nicht quasi authentisch nachzuerzählen Und das war eigentlich eine große Befreiung für mich, dann sagen zu können, ich kann jetzt diese Erfahrung, die ich teilen möchte oder der ich nachgehen will.

00:04:57: Kann ich eine Geschichte geben, die auch zu dieser Erfahrung führt?

00:05:01: Aber wo ich nicht so Rücksicht nehmen muss auf die realen Personen oder ... Ich kann die Geschichte eigentlich erfinden und dorthin führen lassen dass dann jemand am Schluss die Erfahrungen gemacht hat, die für mich so die Prägenden waren in der Zeit.

00:05:15: Das heißt aber im Anfang stand noch die Idee ... ein ähnliches Buch mit CD.

00:05:20: Also ich habe zum Beispiel, ich habe mal geguckt... ...ich hab bei mir noch im Schrank die Heldendieder von dir,... ...mit sehr schönen Illustrationen auch und einer schönen Witten von dir.

00:05:30: Das heißt es war mal, du hattest erst überlegt in dem Stil einen Buch rauszugeben wo die Songtexte gedruckt sind vielleicht ein Gedicht dazu die Musik anzuheften entweder als QR-Code oder CD.

00:05:43: War das der erste Schritt und von da ging es dann weg zu, nee ich glaub' da ist mehr.

00:05:48: Da will mehr erzählt werden?

00:05:51: Ja genau!

00:05:52: Also wenn ich was anfange dann versuche ich jeweils... Und gerade seitlich angefangen habe eben auch die Musikalben mit literarischen Dingen zu verbinden hat sich das Feld eigentlich ziemlich geöffnet für mich und das finde ich super.

00:06:06: Das ist eine sehr coole Ausgangslage Wenn man weiß Ich gehe jetzt diesen Stoff an Und es kann, zum Beispiel beim letzten Album gab's eine Podcast-Serie dazu.

00:06:17: Das kann in verschiedene Richtungen gehen und verschiedene Medien und Techniken auch mit einschließen.

00:06:22: Ich hab mich da gar nicht so festgelegt... ...und ich glaube aber ich hatte dann sehr rasch Mühe mit dem Ich als ich das angefangen habe zu erzählen... ...um um einfach mal ausprobiert was passieren würde wenn ich das sagst du Geschichte erzähle?

00:06:36: Und daraus hat sich dann eigentlich die spezielle Form.

00:06:41: jetzt dieses Buch ist auch irgendwie fast von selber ergeben in einem gewissen Maß.

00:06:45: Ja, dazu muss man sagen dein Buch teilt sich in drei Teile ein und das erste ist aus einer ich-du Erzählung also einen Ich erzähler spricht aber einen du an wo man... Das ist Marie glaube ich die anspricht.

00:07:00: Aber man hat auch immer das Gefühl der würde sich selbst ansprechen damit.

00:07:04: Also da so ging es mir beim Lesen dass das Du auch immer ein bisschen an sich selbst gedacht ist.

00:07:10: dann wird über ihn erzählt, Marie erzählt im zweiten Teil über ihn und dann im dritten ist wechselt die Perspektive nochmal.

00:07:18: Das ist so ein draufschauende Erzähler der es von ihm spricht und er ist dann einfach C. Ich hatte beim Lesen das Gefühl als würde man immer eine Etappe weiter sich entfernen während die Figur sich eigentlich immer weiter selbst findet denn Ausgangspunkt ist ja wirklich eine Sinnkrise da ist, die eine Identitätskrise ist.

00:07:37: Wo will man mit seiner Kunst stehen?

00:07:39: oder also wo wie diese Figur?

00:07:40: Wo sieht sie sich und was es warhaftig in seiner Kunst?

00:07:47: und während er da näher ranrückt rücken wir als Lesende eigentlich ein Stück weiter weg.

00:07:54: so von der Perspektive das fand ich einen ganz interessanten Weg für so'n Buch.

00:07:59: Es ist tatsächlich so.

00:08:01: Ich weiß nicht, wie viele Leute das bemerken werden beim Lesen.

00:08:03: Aber er sagt eigentlich fast nie... Also diese Figur der C oder Chris oder einfach so die Hauptprotagonist des Buches erzählt eigentlich nie von sich in der Ich-Form und ich glaube, dass war so... Das habe ich so gemerkt.

00:08:20: es hat so dieses... Eigentlich erzählt er sich selbst seine Erfahrung auch nach um sie zu verstehen Und Marie ist die Zuhörerin dabei, der er das erzählt.

00:08:35: Das ist eigentlich die Form, die ich da gefunden habe.

00:08:37: Aber ... Er hat Mühe sich zu identifizieren mit dieser Geschichte und das ist eigentlich der Grund, warum er die unbedingt erzählen muss.

00:08:43: Er muss jetzt mal verstehen was da passiert ist.

00:08:46: Ja.

00:08:46: Ich wollte fragen, deine Songs sind oft schon Beschreibung von Situationen?

00:08:51: Das ist auch sehr in dieser Folgtradition herverankert, dass du so Situation nach erzählst, verdicht ist.

00:08:59: Also es sind natürlich auch in Reimform oder auch mal weniger aber das ist wirklich kleine so ... wie nennt man's, so Miniaturen quasi sind von Momenten oder so Momentausschnitte.

00:09:18: War das für dich ein logischer Weg?

00:09:20: Dann die Situation einfach mehr als an einer Perlenkette und dann Richtung Roman.

00:09:26: Also, dass es weiter darüber hinausgeht oder... Es ist ja also wenn man jetzt sich Lyrik anguckt.

00:09:32: Es gibt Leute die wie Oceanwong der ganz klar von der Lyrik ins Schreiben von Roman gekommen ist und man spürt das in jedem Moment, dass das eine sehr verdichtete Sprache ist, die immer noch einen sehr lyrischen Charakter hat.

00:09:47: Ich hab das Gefühl in deinen Songs ist schon da, dass man so in Situationen eintaucht und das ist irgendwie ne Erzählung.

00:09:53: Da ist ne Narration schon irgendwie drin.

00:09:56: Ist es sozusagen für dich eine Befreiung gewesen, die Form noch mal länger haben zu dürfen und einfach weiter ausholen zu dürfen?

00:10:02: Oder war das erst nur so, da kommt jetzt ein freies Feld.

00:10:08: Also es war so eigentlich... Als ich angefangen habe mit Musik, ich hab' eigentlich immer auch Poser geschrieben schon in meiner Jugend Und ich habe so eine leere Ausbildung gemacht und parallel Bands gehabt und schon Geschichten geschrieben Bücher in Anführungsstrichen geschrieben.

00:10:29: Und als ich die Ausbildung fertig hatte, habe ich Manuskripte verschickt an Verlage und Demo CDs verschickt am Musiklabels.

00:10:37: Ich hätte mich nicht entscheiden können zu dem Zeitpunkt, welchen Weg ich jetzt... Wenn ich hätte entscheiden müssen, hätte ich nicht gewusst, welche Weg ich wählen möchte.

00:10:47: Die Musik hat dann ... Also ich hatte nicht die Reife damals ein herausgebbares Buch zu schreiben.

00:10:54: Und mit der Musik die kürzere Form, das war irgendwie naheliegender.

00:10:57: dann für die Zeit.

00:11:01: Als ich so die neue Art des Songschreibens eben auch in dieser Zeit in Amerika eigentlich entdeckt habe, wo es daneben mehr Richtung Stories und Momenteaufnahmen gegen Videos so schön beschrieben hast... Das war jetzt bei meinen frühen Songs nicht unbedingt so.

00:11:13: Die waren eher so Gefühle-Tagebuchmomente.

00:11:17: Nicht unbedingt Erzählungen!

00:11:19: Dann hab' ich das angefangen zu machen.

00:11:22: Eigentlich war ich immer ein bisschen zu textlastig für das Songformat.

00:11:28: So, ich war da immer hart an der Grenze von wie viel kann man reinpacken in einen Song?

00:11:33: Die Verknappung war jetzt nicht so meine Stärke.

00:11:35: und von dem was eher so ein Gefühl von ah!

00:11:38: Jetzt wenn ich das in Buchform mache dann kann ich mir wirklich den Raum nehmen.

00:11:43: Ich kann eine halbe Seite des Setting erzählen Ich kann von einer Leserschaft ausgehen die sich auch Zeit nimmt dafür.

00:11:55: So, ich glaube in vielerlei Hinsicht ist meine Art Dinge zu schreiben fast sogar noch besser geeignet für das literarische.

00:12:03: was für die Songs.

00:12:05: Weil du gerade vom Setting sprichst?

00:12:06: Ich glaube vielleicht holen wir mal die Hörerschaft mit ein bisschen rein in das Setting weil was du beschreibst es auch in viel erlei hinsichten wirklich einen Zeitdokument weil dieses sehr legendäre Café in dem großer Teil deines Oromans auch spielten, dass das Zentrum oder so die Welt für deine Figur wird.

00:12:29: Das gibt es gar nicht mehr als das Sidewalk Café in Manhattan.

00:12:32: Das ist Lower Eastside wenn ich's richtig

00:12:34: verstehe.

00:12:34: East Village noch?

00:12:36: Und es gab einen Host dieser Abende oder Latch.

00:12:43: der

00:12:43: hat auch seinen sehr illustrieren Wikipedia-Eintrag für die Leute.

00:12:47: also es hat sich wie lach Wenn man es googelt und das ist ziemlich irre, welche Singer-Songwriter da ein und ausgegangen sind.

00:12:58: Und sich genau wie du und deine Figur davor in Publikum gestellt haben und ausprobiert haben.

00:13:05: Und einige davon sind uns beseitigt, glaube ich sehr bekannt.

00:13:09: Also Erdn Green war der Regina Spector Beck umso... drei großen Namen zu nennen und mittendrin war es tatsächlich auch du.

00:13:19: Und hast was Teil dieser Szene?

00:13:22: Was die sich da um dieses Café gerankt hat, kannst du so ein bisschen zu der ja zur der Euphorie dieser Zeit oder zu dem, was das ausgemacht hat für dich ein bisschen uns da reinholen?

00:13:36: Es war genau die Zeit, dass so dieses Anti-Folkding gerade auch in Deutschland war, das ist ein ziemlicher Hype mit Adam Green.

00:13:42: Ich glaube, Adam Green war berühmter in Deutschland als in Amerika So wie ich das mit geschnitten hab, zumindest.

00:13:48: Und das war schon die Zeit, dass es sehr gehypt wurde und was ich ... Ich wusste das nicht bevor ich nach New York gegangen bin.

00:13:56: Ich habe zuerst im West Village gesucht.

00:13:58: Wie die Figur in dem Buch auch und die dann merkt, aha hier, das war bis in die Siebziger eigentlich alles.

00:14:03: wenn man nur über Dylan und Joan Bison so liest Dann kriegt man das nicht mit.

00:14:08: aber eigentlich hat sich die lebendige Szene längst ins East Village verschoben wo eben dieser Latch dieses Anti-Folk Movement quasi gegründet hat, weil er fand wir müssen nicht alle super die Tune spielen können und jeden Ton treffen.

00:14:21: Wir müssen Geschichten

00:14:22: erzählen.".

00:14:23: Das war so die Punk-Version dieser Folkszene.

00:14:27: Und die hatte eben einen neutzigen und frühen Nullerjahn, kamen einige spannende Künstlerinnen und Künstl aus diese Szene raus... das wusste ich aber alles nicht!

00:14:38: Also ich war kein Anti-Folk Fan bevor ich da hingegangen bin.

00:14:40: Ich war so ein Traditional Folkfan eher schon fast.

00:14:45: Und dann habe ich aber auch nach Open Mics gefragt und überall wurde erwähnt, oh Sidewalk Café.

00:14:51: Das ist das eine Open Mic wo es wirklich, dass er wirklich eine Rolle spielt vor dem hat noch viele so ein bisschen Angst hab' ich gemerkt und das haben mich natürlich gereizt.

00:15:00: Habe ich gefunden wenn ich rausfinden will wo ich eigentlich stehe als Künstler und genau das macht die Figur im Buch ja dann auch Dann muss sich dort spielen Ja, und es war spannend.

00:15:13: Es war so eine sehr lebendige Szene, auch sehr familiär, sehr willkommen heißen.

00:15:20: Auch für mich als Schweizer.

00:15:21: Ich glaube nicht viele Schweizer in dieser Szene.

00:15:26: Und gleichzeitig ist jetzt zum Beispiel aus der Zeit, wo ich da war – und da waren wirklich viele unglaublich tolle Leute auf der Bühne – die müssen weltberühmt werden.

00:15:36: Das ist unglaublich was sie machen!

00:15:38: Aber von genau denen, die zu meiner Zeit dort auch gespielt haben, kennt man niemanden mehr so richtig.

00:15:45: Zumindest nicht auf einer internationalen Bühne.

00:15:48: Also es war schon dieses Setting, dass eine Szene wie ein Durchlauferhitzer funktioniert und dann ab- und zu springt quasi einen Funke oder eine Regina Specter, die dann zur größeren Aufmerksamkeit kommt.

00:16:06: Aber die ganz große Menge von extrem talentierten Leuten, die dort auch gespielt haben.

00:16:11: Die haben das einfach für die Community gemacht.

00:16:14: Das war ein Lebensstil aber es war nicht wirklich ein Sprungbrett für Karrieren.

00:16:18: jetzt so in meiner Wahrnehmung.

00:16:21: Ich finde das ganz interessant weil du in dem Buch auch beschreibst da geht es auch viel darum.

00:16:25: in dieser Findungsphase von warum macht man überhaupt Musik?

00:16:30: Ist auch immer die Frage Für wen macht man das?

00:16:31: Macht man was für sich Weil man dieses innere Bedürfnis hat und weil da was raus muss oder macht man das gezielt für einen Publikum.

00:16:39: Und die Figur von dir entscheidet sich auch, da hat den größten Respekt glaube ich nichts richtig verstanden habe, besonders im ersten Teil in diesen Begegnungen fühlen genau die Leute dies nicht für ein großes Publikums machen sondern dies aus einem inneren Drang herausmachen und sagen Ich stelle mich hier hin und wer es hört der nimmt es an.

00:17:00: aber es ist nicht das Ziel, das Major Label zu akquirieren und das ist sogar mit einer gewissen Verachtung bedacht.

00:17:07: wenn Leute da sagen okay jetzt habe ich den Deal.

00:17:12: Ich hab hier den Vogel abgeschossen und darf irgendwie Karriere machen dann verändert sich ja nur die Musik und die Kunst wird korrumpiert.

00:17:26: Bist du da selbst nach wie vor so harsch im Urteil oder bist du...

00:17:31: Ja ich glaube Was ich für mich rausgefunden habe in der Zeit auch ist und das war eben schon dank dem, dass sich da mal für ein englischsprachiges Publikum singen konnte.

00:17:41: Dass die Texte eins zu eins verstanden hat, was zu merken eigentlich ist ja... Eigentlich ist es ja ein Gespräch!

00:17:48: Und wenn das Gespräch funktioniert und tatsächlich einen Austausch passiert dann macht es Sinn.

00:17:55: Ich würde jetzt nicht sagen, dass es nicht auch Sinn machen kann, wenn das Publikums riesig ist dass man nicht mehr wahrhaftige authentische Dinge erzählen kann in der Kunst oder jetzt insbesondere in der Musik, wenn man es für tausende Leute macht.

00:18:12: Ich glaube nicht, dass sich das ausschließt aber die Gefahr hat, dass die anderen Aspekte davon dann in den Vordergrund rücken.

00:18:20: Die ist schon groß und paradoxerweise habe ich das Gefühl und das war auch eines der Themen für mich jetzt in diesem Buch Wie ich aufgewachsen bin in der Schweiz, im kleinen Dorf.

00:18:31: Der Traum vom Musiker ist immer auch gleich der Traum von berühmt werden und Rockstar werden.

00:18:38: Eigentlich das es zuerst mal um den Inhalt gehen könnte und um den Austausch... ...ist eigentlich gar nicht vorgekommen in meinem Musikerleben.

00:18:46: bis ich eben siebenundzwanzig war und in New York vor diesem Publikum stand habe ich plötzlich gemerkt Ah!

00:18:52: Das geht ja hin und her Und das ist ja eigentlich das Schöne daran.

00:18:56: Aber dass wir diese diese so vermarktete Identität der Kultur zu uns zu eigen gemacht haben ist eigentlich etwas, was ich sehr traurig finde.

00:19:09: Aber es heißt nicht zwingend, dass man nicht auch etwas vermarkten kann, wo trotzdem noch irgendwie viel was gegeben wird und was ausgetauscht wird.

00:19:20: Du bist mit dem legendären Rockstar-Alter, wo viele ganz großen ... gegangen sind, also gestorben sind bis du nach New York gegangen und hast diesen oder die Figur macht auf jeden Fall diesen Schwenk vom Erfolgsdenken mehr zu einem inhaltlichen Denken.

00:19:42: so was woraus

00:19:45: speist

00:19:45: sich eigentlich diese Kraft?

00:19:47: die schaffen also meiner Songs.

00:19:50: Und kommst in diese Gruppe rein wo alle sehr viel auch kämpfen, also der tägliche Kampf in New York irgendwie zu überleben.

00:20:02: Es gibt eine Figur die parkt dreimal am Tag ihren Van um weil der Van ist letztendlich das womit man auf Tour geht aber dann auch Umzüge macht damit man überhaupt überleben kann.

00:20:11: Aber weil die Parkgebühren so hoch sind muss ständig umgeparkt werden Weil die Feins sind höher als was man rein spielt im Club und Das ist ein ganz Groß.

00:20:22: dieser Struggle, den die Leute dort haben ist aber auch ein Teil davon der die Authentizität letztens... Also ich mag das Wort nur so bedingt.

00:20:30: Aber wo sich daraus speist und wo du auch beschreibst es so als Schweizer, der aus einer sehr behüteten Welt kommt, wo vieles gut geregelt ist dir das aber wahrscheinlich gefehlt hat und dass er eine große Faszination hat und New York das bietet und dieser Kampf Teil der Faszination ist aber auch Teil der Inspiration, dass das Texte plötzlich eine Tiefe bekommen.

00:21:02: Glaubst du man... Das ist ja so ein bisschen aus einem Mythos vom leidenden Künstler?

00:21:08: Dass daraus auch der Wert irgendwie so ein wenig miterwächst!

00:21:12: Ist das was dich damals vielleicht mit fasziniert hat oder ist das, glaubst du daran?

00:21:24: Wie viel Wahrheit steckt da für dich drin.

00:21:26: Also wie hart muss man auch am Limit laufen um was Wahres schaffen zu können aus deiner Sicht?

00:21:37: Das ist eine gute Frage, schon so ein sehr... verbreitetes Klischee zu dieses Leiden an der Kunst.

00:21:47: Ich glaube persönlich nicht, dass man leiden muss um wahrhaftige Kunst zu schaffen und ich glaube das was der Figur passiert und was auch für mich so das Erzählenswerte ist.

00:21:59: jetzt an dieser Geschichte ist eben wie du sagst aus diese sehr privilegierten Schweizer Situation heraus.

00:22:06: es ist eigentlich auch ein finden der Wirklichkeit Und ich meine Empfinden ist manchmal, dass wir in unserem Schweizer Wohlstand gibt.

00:22:15: Wahrscheinlich auch in Deutschland die Milieus.

00:22:17: oder überall in der westlichen Welt gibt es diese Milieuse wo man dermaßen behütet ist, dass man eigentlich die Wirklichkeit der Welt gar nicht kennt so wie eingepackt ist den Watte und man hält das dann für normal weil es auch normal ist, weil das Milieu groß genug ist.

00:22:34: und die Schweiz ist ein ziemlich großes Milieu wo es eigentlich allen relativ gut geht.

00:22:40: Und meine Erfahrung war halt, dass ich ... das war so wie eine Geschichte.

00:22:45: Das kommt die Buch auch öfters vor, dass sie sagt, ah, das kenne ich aus dem Film.

00:22:51: Aber plötzlich wird es real und ich glaube, das ist das was sich dann in der Kunst im besten Fall zeigt, dass man mit der Wirklichkeit in Berührung ist.

00:23:04: Dann gibt es etwas Wahrhaftiges.

00:23:06: Aber diese Wirklichkeit muss nicht zwingend mit Leiden verbunden sein, glaub ich.

00:23:11: Ich glaube sogar, ich mach bessere Sachen wenn es mir gut geht... ...weil ich dann freier bin.

00:23:18: Schön zu hören!

00:23:20: Wie geht's dir?

00:23:21: Ich weiß nicht.

00:23:22: Ach naja, also ich find Schauspieler für die zuhören.

00:23:31: Ich kenne da auch dieses Klischee und halte das für... Ich glaube, man muss sollte Erfahrungen haben und die können auch negativ sein.

00:23:40: Und aus Erfahrungen speist man sich also.

00:23:44: davon profitiert man wenn man was machen will künstlerisch.

00:23:47: aber ich halte es auch für ein Klischee und einen Quatsch zu sagen du musst leiden damit deine Kunst gut ist.

00:23:54: Ich weiß, wüsste manchmal gar nicht wie man die Kapazität wirklich an Dingen leidet und verzweifelt ... wo dann noch die Kapazität da ist, irgendwie was zu machen.

00:24:04: Das ist aber wahrscheinlich... Da ist die Schwelle bei unterschiedlichen Leuten auch ... ... unterschiedlich hoch glaube ich.

00:24:11: Als Erfahrung kann das wertvoll sein wenn man es dann irgendwie ... ... künstlerisch verarbeiten kann.

00:24:14: Aber die Frage ist ob wie viele Leute das dann überhaupt noch können?

00:24:18: Ich glaube andere zerbrechen ... ... auch einfach an Dingen.

00:24:21: also insofern halte ich das eher für quatsch.

00:24:26: Und

00:24:26: dieses Stilisieren davon nicht so sehr!

00:24:28: Das ist ein Topos irgendwie der gefällt mir nur sehr bedingt.

00:24:32: Ich frage mich gerade jetzt bei deiner, also bei der Schauspielkunst.

00:24:37: Es ist ja auch wie kann man etwas wahrhaftig zeigen wenn man nicht mit sich selbst in Berührung ist?

00:24:43: Vielleicht ist das ja auch eine der Kernfragen so und kann man mit sich selber den Berührungen sein wenn man so in diesen vorgefertigten Identitäten bleibt und nicht seinen wirklichen Selbst quasi erkundet hat So, was in dem Buch halt dann passiert.

00:25:06: durch dieses Erwachen in dieser anderen Wirklichkeit wird eigentlich erst so ein richtiger Zugang zum Mensch sein möglich und das brauchst du als Schauspieler ja auch.

00:25:16: Ich würde sagen, ich glaube dass das wahrscheinlich jeder, also ich würde jeder Person empfehlen ob die jetzt etwas mit Kunst zu tun hat oder nicht, glaube ich ist es immer gut einen Blick auf das andere zu haben wird ein bisschen reicher oder voller mit Erfahrung und auch dem Blick für andere.

00:25:35: Also ich glaube, es schärft ja auch die Möglichkeit für Empathie wenn man anderes mit sehen kann überhaupt erst.

00:25:44: Allein so eine Erfahrung von der Figur zum Beispiel in New York oft dieses Milieu zu schauen und da auch zu sehen Das ist anderen Menschen, das es für die einen viel härterer existenzieller Kampf auch ist dort in so einer Stadt zu überleben und dass die Absicherung weniger da ist zeigt er auch.

00:26:01: Das wird ja nicht für die Figur dann selbst gleich bedrohlich.

00:26:06: aber das zu spüren und empathisch draufzugucken also der verliebt sich auch an eine Figur die wirklich unter diesem Molloch New York leidet und gleichzeitig ihre Inspiration irgendwie daraus schöpft.

00:26:20: Ich glaube, in diesem Erkennen von jemandem, den ich liebe, dem geht es da auch schlecht.

00:26:26: Ich glaube er weitert ja auch schon nicht nach Horizont weil diese Empathie ja da ist und das verarbeitet dann eher ins Songstour aus.

00:26:33: Es gibt einen wo ihr beide zurückfährt nach New York Das besingst du und wie sie den Kopf an deine Schulter legt und bei einem Speedbump aufwacht Dann kommt die Stadt und auf einmal ist es eher was drohendes, als dass das eine Verheißung ist.

00:26:50: Es ist nicht mehr New York, sondern plötzlich der Molloch, der da ansteht.

00:26:57: Also es verkehrt auch so.

00:27:00: Was ich ganz interessant finde war in dieser Bewegung des Figurvon, der kommt an – das ist die Verheissung, das ist einschüchternd aber trotzdem ein Versprechen Und nach und nach merkt man, es entsteht auch ein realistisches Bild von dieser Stadt.

00:27:17: Es gibt halt auch so diese Schattenseiten die ihn vielleicht ein Stück weit weniger bedrohen aber seinen Umfeld doch sehr.

00:27:29: Ich meine, wir wissen jetzt oder ich kenne dich.

00:27:32: Ich weiß du hast einen Weg zurückgefunden.

00:27:35: Du hast sich entschieden okay?

00:27:37: Ich gehe auch zurück in die Schweiz, ich bleibe da auch und sehr bewusst gesagt so ich nehme diese Erfahrung und man kann auch in einem guten vielleicht ein bisschen vertierten Bereich eine Wirklichkeit finden und für die erzählen und Teil davon ist dass du deine Sprache Deine Muttersprache bewusst angenommen ist und den Mund hat jetzt Liedermaß.

00:28:01: Und damit hast du auch schon in den USA angefangen?

00:28:05: Ja, das war spannend!

00:28:05: Das plötzlich mit diesem Abstand von zu Hause war das plötzlich denkbar und vorher zuhause konnte ich mir das nicht vorstellen auf Schweizerdeutsch-Lieder zu schreiben.

00:28:16: Auch die Szene, die du gerade angesprochen hast, dass sie nach New York sind ein paar Tage in den Wäldern Nicht ganz Upstate, aber so ein bisschen Upstate.

00:28:26: Und dann kommt sich zurück in die Stadt und da wird anhand von der Szene wird ja auch ein bisschen erzählt dass man das so verschiedene Aspekte eines selbst wie sie sich Raum nehmen können oder eben nicht je nachdem wieder Setting ist.

00:28:42: Das finde ich auch ein Aspekt von dem jetzt für mich als Schweizer war soweit weg von zu Hause eine Selbstentdeckung möglich, die ich zu Hause in der Schweiz gar nicht hätte machen können.

00:28:55: Weil niemand kennt einen.

00:28:59: Es gibt keine vorgefertigten Bilder.

00:29:01: Man kann einfach sein, wer man ist und auch eine Zeit lang so verbringen und das sich festigen lassen und so.

00:29:09: Und genau das ist etwas was ich dich auch noch fragen wollte weil ich gesehen habe dass du auch in Frankreich gearbeitet hast.

00:29:17: Das finde ich extrem spannend.

00:29:18: Was macht es?

00:29:20: Was macht das mit einem, wenn man den Kontext wechselt?

00:29:23: Vielleicht auch ein bisschen die Kultur.

00:29:25: Zumindest vielleicht auch die Arbeitskultur und so.

00:29:27: Hast du da auch... Gibt es auch eine Erfahrung von deiner Seite, die quasi was dazu erzählt?

00:29:35: Ich

00:29:35: hab's geliebt als ich würde wahnsinnig gern noch wieder mehr in Frankreich machen.

00:29:40: Und ich fand dass auf einer Art ne totale Befreiung weil man ohne das Gepäck kommt.

00:29:47: Also die kennen dann vielleicht der Punkt warum, warum ich da angesprochen war.

00:29:51: War dann vielleicht ein Film der in Frankreich auch bekannter geworden ist und deswegen war das so die Eintrittskarte.

00:29:56: Da bin ich da gefragt worden.

00:29:57: Aber davon ab wissen ja nicht so viel von dem wo man so herkommt.

00:30:02: Man ist dann so ein bisschen auch der Exot.

00:30:04: Das gibt einem manchmal auch ein bisschen ein Bonus.

00:30:06: mich selber hat es manchmal befangender gemacht weil ich das gewollte Ich muss immer so ein bißchen dagegen auch anspielen oder irgendwie war mal so die Sorge Bin ich gut genug?

00:30:16: Ist die Sprache ausreichend?

00:30:19: hatte so ein bisschen das Gefühl, ich müsste immer so ein bißchen erklären warum ich da bin oder rechtfertigen dass er ausgerechnet ein deutscher jetzt hier die Rolle kriegt und nicht jemand anders.

00:30:31: Das ist dann aber auch schnell verflogen Und ich mochte das wahnsinnig gern weil es so einen... Also es ist zweierlei.

00:30:39: Ich möchte das drehen dort sehr gerne Weil das Kino anders viel ernster genommen wird als Kunstform Als in Deutschland.

00:30:45: also diese Überschneidung TV, Kino ist da.

00:30:49: Das ist viel getrennter und das so eine ganz starkes Bewusstsein von der Sättchenach.

00:30:54: also die siebte Kunst hat einen Stellenwert den bis in sämtliche Gewerke jeder mitträgt Fand ich irgendwie auch sehr schön, weil sie nehmen sich mehr Zeit.

00:31:10: Es gibt andere Gesetzgebungen, man produziert anders über längere Zeiträume.

00:31:13: die Tage sind kürzer dafür gibt es dann aber mehr und da Umständen sind die dann weniger vergütet, aber man hat davon mehr und ich finde das entspannt, dass so ein bisschen entzerrt das Ganze und das fand ich sehr gut um... Hier ist man immer so sehr stark am Limit, das ist sehr knapp gehalten und der Ton ist auch ein anderer Amset.

00:31:32: Also es ist alles so ein bisschen zackiger Barscher und da hatte ich das Gefühl dass wird sich viel mehr Zeit genommen weil so der Entstehungsprozess irgendwie mehr Teil des Ganzen ist.

00:31:41: also war in den drei Filmen die ich in Frankreich drehen durfte der Fall.

00:31:45: dann ist die andere Sache natürlich die Sprache.

00:31:48: nicht meine Muttersprache ist eine Sprache die später gelernt habe.

00:31:51: Wir waren im Austausch da.

00:31:53: Ich spreche verhältnismäßig, also ich spreche fließend und hab minimal nur einen Akzent wahrscheinlich.

00:31:59: Also wurde mir zumindest gesagt... Und trotzdem ist es aber nicht meine Sprache!

00:32:05: Wenn du dann so große Sätze sagst wie keine Ahnung, ich liebe dich, ich hasse dich, Vater du bist ein Arsch was weiß ich?

00:32:13: Und man hat das trotzdem nicht ganz das gleiche Gewicht und man kann sich immer noch hinter so einer Folie verstecken.

00:32:22: Ich glaube, das wird jedem auffallen der auch auf englisch vielleicht textet.

00:32:28: Und ich weiß nicht wie das für dich war aber ich habe immer das Gefühl da ist trotzdem noch so minimal was dazwischen und das hilft manchmal.

00:32:35: Also selbst wenn man anfängt zu träumen in der Sprache weil man länger da ist und es wirklich sich zu eigen macht hab ich immer noch das Gefühl Es ist etwas anderes auch wenn man Tagebuch schreibt.

00:32:44: in welcher Sprache schreibst du denn Tagebuch?

00:32:48: Wo merkst du, wo kostet es dich mehr was zu sagen?

00:32:52: Und ich hab gemerkt wenn ich jemanden in einer Beziehung jemandem gesagt habe.

00:32:55: Ich liebe Dich hat mich das auf Deutsch mehr gekostet als in der Fremdensprache.

00:33:01: Weil es ein größeres Bekenntnis ist und ich weiß nicht, ich glaube dass wird für dich als jemand der schreibt und Songtexte schreibt jetzt auch Romane wäre meine Frage an dich hat dieser Wechsel von Englisch zurück Muttersprache, hat das den gleichen Effekt gehabt oder hat es auch damit zu tun dass du sagst da ist mehr Wahrheit drin und das kostet mich vielleicht auf mehr?

00:33:31: Da ist viel drinnen in dieser Frage.

00:33:35: Ja ich glaube schon aus einem Aspekt meines Englischschreibens war sicher auch, dass das wie... Es war in Wien ein Performance.

00:33:43: Das war die Musik die ich gemacht habe und die hab' ich nachgemacht In einer gewissen Weise.

00:33:50: Es ist ja nicht natürlich für einen Jungen aus dem Bergdorf, dass er anfängt englische Songs zu schreiben.

00:33:56: Also ich habe englisches Songs geschrieben bevor ich richtig Englisch konnte und das war so.

00:34:02: das abzulegen dieser quasi künstliche Teil meiner auch Künstler Identität Das Abzulägen in New York war die Prägens der Erfahrung.

00:34:14: Damit wurde mehr abgelegt aus die Künstleridentität.

00:34:17: Also da kommt dann die Frage hervor, okay wenn ich nicht der bin... ...der ich behauptet habe bisher, wer bin ich?

00:34:25: So ist es wirklich so.

00:34:26: das geht dann weiter über das Kunstschaffen hinaus eigentlich und ich glaube dann hab' ich aber lustigerweise ja zuerst auf Englisch angefangen ehrlicher und näher bei mir zu texten.

00:34:40: Und dann habe ich plötzlich gedacht, das ging ja jetzt auf Schweizerdeutsch auch.

00:34:45: Dann würde es vielleicht auch viel mehr Sinn machen wenn ich mit meinem kulturellen Hintergrund und der Welt die ich kenne, auch in der Welt, die ich kennen davon erzähle und nicht jetzt in Amerika bleibe und dort eigentlich von einer Herkunft und von einem Werdegang und von Herausforderungen erzähle, die die Leute in Amerika mit mir nicht unbedingt teilen.

00:35:10: Also es ging auch darum, zu Hause in das Gespräch zu gehen mit den Leuten die eine ähnliche Ausgangslage haben.

00:35:18: Und das ging dann irgendwie ziemlich... Das ging ziemlich mühelos dann plötzlich auf Schweizerdeutsch ja?

00:35:24: Ich finde es ganz schön zu sehen dass diese Entscheidung so ein Wert also dass das eher so ein... Dass ist das zurückkommen wenn du das beschreibst ist überhaupt kein Scheiteln.

00:35:38: Also dieses Ding von Wenn man's in New York schafft, schafft man's überall So ist ja auch immer so im Umkehrschluss ein bisschen okay, wer hier unter die Räder kommt hat es halt nicht geschafft.

00:35:48: Und das ist irgendwie finde ich wenn ich dich angucke überhaupt nicht spielig weil du hast was rausgefunden da und hast und zu sagen also weil wir vorhin waren bei der Frage von Erfolg.

00:36:02: was bedeutet Erfolg?

00:36:05: für wen macht man?

00:36:06: Für wen sinkt man?

00:36:07: Im Sidewalk Café?

00:36:08: viele Leute, die du sagst.

00:36:10: Teilweise sind die besten Leute gar nicht unbedingt so bekannt geworden sondern machen heute wahrscheinlich was anderes oder sind zurückgekehrt in ihre kleineren Städte und haben aber auch genau das gesucht.

00:36:22: sie wollten da singen und wollten halt Musik um den Musikwillen machen.

00:36:27: Und du hast gesagt ich... Du hast für dich rausgefunden Das Unmittelbarste ist vielleicht dann auch das Berndorch und bis zurückgekommen.

00:36:37: Und es hat überhaupt nicht dieses Gefühl von so Gott, ich hab's in New York nicht gerissen sondern ich habe da was rausgefunden.

00:36:42: Ich nehme das und trage das nach Hause... ...und ich kann ja auch für hier... Es gibt ja auch ein Publikum und ich habe hier etwas zu bieten.

00:36:50: Das finde ich irgendwie eine ganz schöne... Das war was mir... Das steht so nicht im Buch drin!

00:36:57: Aber das ist das Happy End, dass es im Buch nichts gibt.

00:37:02: aber was man mitdenken kann wenn man weiß, dass es dich gibt oder wer's geschrieben hat.

00:37:09: Und das ist was, was ich sehr schön finde.

00:37:14: Ja danke.

00:37:15: Das freut mich!

00:37:17: Es ist ja eine sehr starke Entscheidung zu sagen... Wenn man von Erfolg denkt dann denkst du.

00:37:23: Ich denke immer so vom Markt her und der englischsprachige Markt ist weltweit und der Markt für Mundart ist erstmal die Schweiz.

00:37:36: Ich meine,

00:37:38: ich höre deine Songs immer noch.

00:37:42: Vielleicht muss man das jetzt auch mal erzählen Sebastian.

00:37:44: Du warst ja auch eine Zeit lang in Bern.

00:37:47: Der Grund ist genau wir zwei hier sitzen,

00:37:49: dass ich dich gefragt

00:37:51: habe ob du es mit mir machen würdest hier?

00:37:55: Ist das so eine Zeitlang in Bern gelebt hast?

00:37:58: Genau wo wir uns kennengelernt haben.

00:38:00: So zwischen den Filmen quasi warst du damals oftmals in Bern oder?

00:38:03: ...

00:38:03: drehen nach Deutschland.

00:38:06: Ich habe es richtig dumm gemacht, ich hab in Deutschland gearbeitet und in der Schweiz

00:38:09: gelebt.".

00:38:10: Ja!

00:38:10: Das sind wie verkehrt.

00:38:12: Genau.

00:38:13: Aber vielleicht noch kurz zurück zum fehlenden Happy End?

00:38:18: Ich glaube eben so die...ich wollte ja nicht erzählen, wie ich rausgefunden habe dass sich jetzt Schweizerdeutsch singen will.

00:38:26: das war mir... Nein, Gott

00:38:26: es will ihn!

00:38:28: Genau.

00:38:29: Das war mir

00:38:29: z.B.,

00:38:30: das war von Anfang an klar Als ich das angefangen habe zu schreiben, war klar es geht nicht.

00:38:36: Ich erzähle jetzt anhand von mir oder einer Figur die mir sehr ähnlich ist der zwar dann andere Dinge passieren schlussendlich im real existierenden Text als wir passiert sind aber die eigentlich eine der Erfahrungen machte ich gemacht habe.

00:38:50: Aber es ging nicht darum eben wie das bis zum Ende zu erzählen sondern mein Bedürfnis war eigentlich Es sind fast wieder zwei Aufwachungsmomente.

00:39:04: Der eine Aufwachungsmoment ist, ich komme aus einer Wirklichkeit die in Warte gepackt ist und hier ist eine Welt, die ich mir gar nicht vorstellen konnte aber für die meisten Menschen viel wirklicher ist als das was wir in der Schweiz erleben oder im westlichen Wohlstand erleben.

00:39:22: Und das andere war dann damit dass ich das erkannt habe Zugang zur Wirklichkeit gefunden habe, weiß ich jetzt trotzdem noch nicht unbedingt wie ich damit weiterlebe.

00:39:36: So!

00:39:37: Ich kann jetzt nicht alle Probleme lösen bloß weil ich dann eine Erkenntnis hatte und eigentlich wollte ich genau... Ich hab' dann für mich einen persönlichen Weg gefunden, wie du sagst.

00:39:46: Und kann jetzt auch mit einig- also zwanzig Jahre her ja diese Zeit so ich habe da einen ziemlich guten Abstand auch darauf zurück zu blicken.

00:39:55: aber ich glaube so dieser Kern dass man dass man so in der Welt ankommt und dort dann auch bleiben will, aber deswegen nicht unbedingt immer klar ist was das in jeder Situation bedeutet.

00:40:09: Das richtige Sein in dieser Welt, also das war jetzt auch für mich ein Grund daran herumzuschreiben.

00:40:17: Hast du – das habe ich manchmal und eher auch bei Menschen in der Schweiz kennengelernt?

00:40:23: In Deutschland gibt es das auch so ein bisschen, Das Scham dafür ist, dass man im Wohlstand lebt und es gibt so eine Szene in Buch.

00:40:37: Da kommt er zurück.

00:40:39: Er ist zwischen zwei Aufenthalten in New York.

00:40:42: weil aus Visor also nur als Tourist dort sein darf muss zwischendurch in der Schweiz sein.

00:40:47: das ist wie so eine Pflichtübung.

00:40:48: dann nach Hause zu kommen da gibt's ein großes Grillfest.

00:40:51: Im mittleren Teil wird es erzählt wo Marie eine enge Vertraute würde ich jetzt mal einfach

00:40:59: Eine extra Fähre.

00:41:00: Eine

00:41:00: extra Ferre, aber jemand die sehr wohl gesonnen ist und irgendwie auch als einer der wenigen Menschen so einen unverstellten Blick auf ihn hat ohne selbst... Und die einzige Person eigentlich, die wir kennenlernen wie nicht wahnsinnig viel um sich selbst kreist wie alle in New York und letztendlich auch die Hauptfigur, die natürlich auf der Suche nach, also die das machen muss weil sie gerade aktiver auf der suchen, dass sie selbst ist Die erzählt dieses Grillfest nach.

00:41:28: und da gibt es einen eklaren Streit mit den alten Schweizer Band-Kollegen.

00:41:41: Eine erfundene Szene.

00:41:43: Meine realen Bandkollegen, zu Liebe spreche ich das aus!

00:41:49: Genau.

00:41:49: Und er ihnen quasi so ein bisschen Vorwürfe macht, wo man denkt die hat er sich wahrscheinlich selbst auch gemacht.

00:41:54: ihr lebt hier alle in Watte und das ist ein bisschen so ein Shaming von ... Ihr habt ja alle keine Ahnung.

00:42:01: Und es ist aber was so eine Art ... Ein bisschen so eine Selbstverleumdung oder so einen ... Ihr wisst ja gar nicht was das echte Leben is.

00:42:09: Was mir manchmal begegnet ist auch in der Zeit als ich in der Schweiz war dass ich das häufig ... So wie so ein leicht resigniertes Jahr, wenn man hier Kunst machen will dann ist man mit dem echten Leben gar nicht in Kontakt.

00:42:22: Das ist mir immer wieder begegnet.

00:42:26: Und vor dem Hintergrund finde ich es umso interessanter, wenn du jetzt sagst irgendwie durchbrichst du das ja?

00:42:34: Also sonst würdest du ja nicht sagen... also wenn du das nach wie vor so denken würdest, oh Gott hier kann man letztendlich keine Kunst machen und dann wärst du auch nicht da!

00:42:44: Also, dann hättest du in New York bleiben müssen oder die Figur hätte da bleiben müssen.

00:42:47: Du hättst da bleiben lassen.

00:42:50: Das hat dann viel mit dieser Erkenntnis zu tun?

00:42:54: Genau und das ist aber vielleicht auch der Grund warum ich jetzt den Teil der Geschichte erzähle wo man noch nicht weiß wie es für ihn weitergeht.

00:43:05: weil Ich bin jetzt davon ausgegangen, dass ich das primär für ein deutschsprachiges Publikum... ...schönerweise habe ich tatsächlich einen Verlag gefunden wo es auch in Deutschland und Österreich rauskommt.

00:43:19: Der Akkiverlag der wunderbare Akki-Verlag genau!

00:43:22: Ein großes Glück für mich aber überhaupt nicht erwartet.

00:43:26: Ich bin davon ausgegangen dass ich primär auch für die Schweiz höchstwahrscheinlich schreibe Und ich finde dort ist dann der Teil von von dem ich eben eher finde, das ist zu erzählen in der Schweiz und darüber möchte ich auch das Gespräch anstoßen.

00:43:48: Wo steht es mit unserem Bewusstsein für die Abnormalität eigentlich unserer Lebenslage im wohlhabenden Westen?

00:43:56: Und wie gehen wir damit um?

00:43:58: Und eben dann nur so in diesem fast ein bisschen sozialromantisch zu bleiben – die mit dem harten Leben, die wissen's wirklich Und ihr habt eher keine Ahnung, wie du es vorhin beschrieben hast.

00:44:09: Wie das die Figur danach macht?

00:44:12: Das ist ja auch kein Endpunkt.

00:44:15: Damit ist eben nicht rausgefunden, wie man dann lebt.

00:44:18: Der Endpunkt für den Roman auf jeden Fall ist sehr ... ich sag mal enigmatisch.

00:44:24: Es gibt durchs Buch immer wieder so Momente von ein bisschen ... sagen wir mal surrealen ... Qualität, wo man nicht ganz sicher ist.

00:44:36: So kann man der Sache gerade vertrauen.

00:44:38: durch deine Zeit also seine Zeit in New York begegnet er immer wieder Menschen mit zwei verschiedenen farbigen Augen.

00:44:46: Er begegnete Geistern aus der Vergangenheit und es sind eigentlich immer Frauen und die Suche nach sich ist auch immer die Suchen nach der Liebe habe ich das Gefühl im Buch?

00:45:00: oder also der Figur, so hab ich's zumindest empfunden.

00:45:05: Das ist immer auch ... geht dahin und sucht nach einer Wahrhaftigkeit.

00:45:09: aber parallel dazu ist es auch immer eine Suche jemanden kennen zu lernen und da vielleicht auch mal irgendwo einen Halbzufind oder was längeres zu erleben.

00:45:19: Und dann gibt es diese eine Figur ganz zentrale Also eigentlich die große Figur neben C. Chris ist Ramona Und das Gehen, wenn er dann zurückkehrt.

00:45:35: Da geht es... Das hat auch viel mit ihr zu tun.

00:45:39: und einer sich nicht einlösenden Liebe vielleicht oder eine Liebe die vielleicht woanders in der Zukunft eine Chance hat, wo immer ganz unklar ist wird das überhaupt eine Liebe?

00:45:50: Ist das eine?

00:45:51: Sind das Abhängigkeiten?

00:45:52: oder ist man da irgendwie ... miteinander so in einem Heilungsprozess vielleicht auch verwoben, oder geht es darum?

00:46:00: Also er beschreibt sich selbst auf einmal eher derjenige in New York, der sane ist für sie.

00:46:05: Obwohl er in der Schweiz selber, der ist ja gerade... also dem Salopp gesagt, der Arsch ein bisschen aufgrund als geht grade und plötzlich sehr in der Fremde auf einmal der Gesündeste, indem's am besten geht und wird dann dafür so einen Ankerpunkt für eine Frau die ihn aber unglaublich fasziniert um das Mindeste zu sagen.

00:46:25: Wie verwoben ist es für dich?

00:46:26: Also wie viel, wenn man so oft sucht nach sich selbst ist.

00:46:32: Es gibt ja ein bisschen diesen klischierten Satz.

00:46:34: Man muss sich erst mit sich selber im Rhein sein, damit man überhaupt für eine Liebe irgendwie verfügbar ist.

00:46:40: und trotzdem habe ich immer das Gefühl die Figur ist immer auch konstant.

00:46:44: also jede Frau der begegnet da ist immer sowieso ein Fragezeichen könnte das was sein?

00:46:50: Ist das eine Person, die mich mehr herausfordert oder zu was längerem verleitet zieht als das, was ich bisher kannte.

00:47:01: Warum ist es so eng miteinander?

00:47:05: Wahnsinn, wie lange er ausflügt.

00:47:07: Hey, alles gut!

00:47:08: Nein, nein, es macht ... Ja, es ist doch gut.

00:47:11: Also ich glaub, einerseits ist ja die Figur jetzt siebenundzwanzig also noch ziemlich jung.

00:47:16: und jetzt aus meiner heutigen Sicht gesprochen.

00:47:20: Und ich glaube, ich habe ja vorhin schon mal erwähnt So dass das Abstreifen der künstlichen Identität, wo man auch denkt, ich werde Musik machen.

00:47:33: Also ist das die Rolle, die ich zu spielen habe und dass das eben noch wie eine Auswirkung hat auf andere Bereiche des Lebens.

00:47:41: Und ich glaube jetzt das liebes Thema kommt auch ein bisschen daher... Sein Rückblick auf die Beziehungen oder speziell die letzte Beziehung, die er in der Schweiz hatte ist eigentlich auch ein Rückblick... ...auf jemanden, der eine Rolle am Spielen war.

00:47:57: Aber sich nicht erkannt hat halt und ich glaube da würde ich den Zusammenhang auch sehen dass ich schon denke in jemandem... ...jemandem zu lieben und dieser Liebe soll in einer gesunden Ebene sein.

00:48:12: In einer gesunde Haltung einander gegenüberzutreten bedingt eigentlich das man dass man akzeptiert, wie man ist.

00:48:20: Also wenn man lieber spannender wäre oder gefährlicher oder jemand irgendwie faszinierenderes... Wenn man eine Rolle spielt dann kann man ja nicht ein Gegenüber sein wirklich in der Liebe und ich glaube das ist das was ihm dort passiert.

00:48:36: er wird seine Rollen los in gewissem maß und

00:48:40: sprich von heutung an einem punkt.

00:48:42: das ist so

00:48:43: genau sind wir heute

00:48:44: ein schöner moment.

00:48:45: da steht er am ausgang der metro oder subway und sagt es fällt alles ab wie eine solche schlangen haut.

00:48:53: dann begegnet er wieder

00:48:55: genau und dann findet er sich eigentlich ziemlich langweilig auch in gewissen maß selbst aber merkt dass dieses dieses gesunde.

00:49:05: der jetzt nicht in wie ein Spiel spielen will und jetzt nicht möglichst einfach diese Frau abschleppen will, sondern einfach schauen will wer ihn da jetzt begegnet.

00:49:12: Und wie er dieser Person begegnen kann.

00:49:15: das ist ja auch der Grund dass Ramona ihnen schon auch ... also dass sie sich wohl fühlt in seiner Nähe so, dass er eben nicht so verloren ist in seinem Game irgendwie aber eben.

00:49:32: es wird dann auch keine.

00:49:37: Das ist schon auf der ersten Seite des Buches klar, dass es da kein Happy End gibt.

00:49:40: Deshalb ist das kein großer Spoiler an das vorweig nimmt.

00:49:44: und das ist halt eine weitere Ebene wo wie zwar was Gutes passiert aber damit ja nicht einfach das happy end eingeleitet ist zwingend so.

00:49:54: also du merkst das für mich so glaube ich so das wiederkehrende Motiv in auch vielen Schichten jetzt dieses Textes in wo ankommt und aufwacht, das ist gut so.

00:50:08: Aber was dann?

00:50:13: Was ich sehr schön finde, dass das Buch kommt... Ich habe hier einen Vorabdruck für die Leute, die es gucken.

00:50:19: Die sehen jetzt gerade ein handskopiertes Buch mit Ringbindung wie man eine Masterarbeit abgibt.

00:50:27: Genau!

00:50:30: Hinten drin in dem Buch und ich weiß nicht wie es dann fertig im Druck sein wird, sind dann so QR-Codes drin.

00:50:35: Und man kann einmal eine Playlist hören von den Songs die für die Figur wichtig sind also die er auch zitiert und dann gibt's natürlich deine eigenen oder seine eigenen also seine deine eigenen Die durch die Zeit entstehen und die man da nachhören kann.

00:50:55: Man begleitet ja die Figur und natürlich, weil man da einen Musiker begleitet.

00:51:00: Begleitet man auch die Entstehungsgeschichte einiger Songs.

00:51:03: Das finde ich irgendwie eine sehr schöne Sache, die man das so nachzuhören.

00:51:07: Ich habe gestern reingehört, mochte es sehr gerne...

00:51:10: Ah schön!

00:51:12: Also der Moment, der am meisten geblieben ist, ist mir tatsächlich, weil du genau diese Szene beschreibst im Buch dieser Heimfahrt nach New York mit Ramona die dann auch zum Song wird, den er an einem Moment spielt in der Hoffnung dass sie ihn gar nicht hört und dann ist natürlich doch da und hört wie das ausgeht muss man dann muss man lesen genau aber auch da wieder diese sehr schöne Verbindung diese Verwebung von deiner Musik mit deinen Texten hier mit eingebundenen Roman.

00:51:49: Ja ich habe ihm.

00:51:51: für mich ist es schon ein Ehr.

00:51:53: Bei aller Übereinstimmung mit meiner Geschichte und meinen Erfahrungen ist der Protagonist schon eine Figur für mich, die sich teilweise krasser verhält.

00:52:10: Erzähl nicht eins zu eins meinen Umgang jetzt mit den Erfahrungen, die ich dort gemacht habe.

00:52:15: Und deshalb ist es für mich ein Ehr und ich hab dann irgendwann beschlossen... Ich gebe ihm meine Songs aus der Zeit.

00:52:20: also das war ja... Hab ich ganz am Anfang erzählt?

00:52:22: Das war ja der Ausgangspunkt!

00:52:24: Jetzt haben wir diese Musik aufgenommen, die mag ich.

00:52:27: Was mache ich jetzt damit?

00:52:28: Ich könnte einen Buch dazu machen.

00:52:30: Und jetzt hat sich's eigentlich so umgewälzt dass ich jetzt ein Buch gemacht habe und ich gebe dem Buch jetzt die Musik dazu.

00:52:39: Genau für mich sind das jetzt wie die Songs dieses Protagonisten geworden.

00:52:47: Schreibst du am nächsten Roman oder bist du, sagst jetzt ist erstmal, sind wieder Songs dran?

00:52:54: Wo bist Du gerade?

00:52:57: Ja ich schreibe wieder!

00:52:58: Ich habe beschlossen es ist ja...ich muss zugeben dass ich ziemlich nervös bin jetzt für diese Veröffentlichung weil ich so ein kleines, aber irgendwie wertschätzendes Publikum hab hier in der Schweiz und als Musiker.

00:53:15: Und jetzt also kannst du in einer neuen Rolle als Autor rauszugehen.

00:53:18: Das macht mich schon auch nervös!

00:53:20: Ich habe unter anderem auch deshalb beschlossen ich muss bis das Buch rauskommt eigentlich mit meinem nächsten Soweit sein dass es den Point of No Return überschritten hat.

00:53:30: So, ich manifestiere jetzt, dass sich weiter schreibe egal was passiert wenn das raus kommt Genau.

00:53:37: Aber Songs schreibe ich eigentlich laufend, mein letztes Musikalbum ist jetzt erst gerade im letzten Herbst erschienen.

00:53:43: da sind wir noch auf Tour.

00:53:44: damit das in der Schweiz geht ja nicht.

00:53:48: die meisten von uns zumindest gehen nicht einfach so drei Wochen auf Tour und dann ist die Tour durch sondern man spielt laufent.

00:53:54: es mag ich auch weil ich dann so im Kontakt bleibe mit dem Austauschmoment eben.

00:53:59: Also du fährst für einen einzelnen Auftritt wohin hast dein Rest der Woche?

00:54:04: Also das

00:54:05: ist

00:54:05: keine Tour, sondern wie so einige

00:54:07: Gecks.

00:54:08: Die größte Distanz in der Schweiz die wir abends nach Hause waren ist vielleicht eineinhalb zwei Stunden.

00:54:12: da geht man nachhause, da gibt man nicht die Hälfte der Garsche für Hotelzimmer.

00:54:17: Das heißt die Tour ist eigentlich genau so punktuell.

00:54:20: Genau das heißt ich habe noch ein bisschen Zeit bis sich wieder Musik brauchen würde.

00:54:24: und jetzt mit dem Buch ist eigentlich die Idee auch so musikalische Lesungen zu machen wo dann noch die Sängerin meiner Band auch mitkommt.

00:54:31: und dann singen wir zusammen diese Songs, die haben wir jetzt ja auch aufgenommen für diesen QR Code eben.

00:54:39: Und ich lese – wie machen so ein Programm daraus?

00:54:42: Das wird so eine... Damit werde ich auch ein bisschen beschäftigt sein hoffentlich in den nächsten einen halben Jahren und an irgendwann kommt wieder auch neue Musik!

00:54:51: Ich denke das Buch, an dem ich jetzt schreibe, braucht schon ein bisschen Zeit.

00:54:56: noch

00:54:57: Wird es wieder ähnlich gefüttert von Privaten?

00:55:01: Also davon, also das klingt so doof.

00:55:04: Ja

00:55:06: genau die Frage.

00:55:07: Yellow press!

00:55:09: Nee aber wird es ähnlich autobiografisch geprägt sein oder...?

00:55:17: Nein da... also ich glaube man kann nicht.

00:55:21: Ich muss über Dinge schreiben, die zu denen ich irgendwie was eine Erfahrung habe.

00:55:29: Sonst finde ich, macht das keinen Sinn.

00:55:31: Ich erfinde nicht Dinge von denen ich keine Ahnung habe.

00:55:35: aber die Setting jetzt für den nächsten Text ist dreht sich weniger so um einen Mann in meinem Alter oder ein wie mich in einem anderen Alter oder so genau.

00:55:47: Aber ich bin noch nicht ... ich kann auch nicht mehr darüber sagen.

00:55:50: Jetzt nicht weil ich das spannend machen will sondern war es einfach nur zu früh ist im Prozess.

00:55:55: Sehr schön!

00:55:56: Drückte die Daumen für alle Touren für die Vorstellung und für den Start deines Buches, also für alle, die interessiert sind.

00:56:02: Das ist St.

00:56:03: Brooklyn von Christoph Trummer im Aki-Verlag erschienen und es ist ein sehr immer wieder sehr berührendes Buch auch über die Suche nach dem eigenen, der eigenen Stimme, dem eigenen Ich und nicht nur für Menschen interessant, die selbst vorhaben zu schreiben ob Songs oder Bücher sondern eigentlich für alle.

00:56:27: so eine Suche.

00:56:28: Ich glaube, ich sehe für alle da.

00:56:30: Danke Sebastian!

00:56:32: Vielen Dank dir dass du da mitgemacht hast das gelesen hast und die diese Zeit genommen hast.

00:56:39: Ich habe es sehr gerne gelegen.

00:56:41: Genau schön.

00:56:42: Und große Dank auch an die Menschen vom No Pressure in the Landbook Club Podcast.

00:56:48: Ich bin sehr glücklich, dass ich mich hier zeigen darf mal außerhalb der Schweiz.

00:56:56: So ihr Lieben.

00:56:57: Vielen Dank fürs Zuhören, vielen herzlichen dank an Sebastian und Christoph für dieses schöne Gespräch.

00:57:03: Und wir danken allen Helferinnen und euren Support!

00:57:07: Der No-Pressure-Nantiener Book Club wird euch präsentiert von Leslie Alina Schäfer, Rebecca Martin und mir Jonas Royemer.

00:57:16: Und wie man in der Deutschschweiz sagen würde?

00:57:19: Messefilmer fürs Zuerlosse – ich hoffe es hat euch gefallen und bis zum nächsten Mal.

00:57:24: Tschüss!

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