Friederike Becht trifft Melanie Raabe

Shownotes

Juhuuuu - wann hatten wir das schon mal, dass wir mitten in einer fetten Serien-Release-Woche (von "Die Falle", jetzt auf Netflix) einen Talk droppen dürfen, in dem Hauptdarstellerin und Buchautorin miteinander über die Arbeit an Geschichten sprechen? Excitiiingggg!! Wir freuen uns so sehr, dass die liebste Melanie Raabe mit der tollen Friederike Becht diesen Monat bei uns zu Gast sind und dieses wunderschöne Gespräch für uns miteinander geführt haben. Anlass ist außerdem Melanies neue Buchveröffentlichung, "Daisy", ihr erster Psychothriller seit sieben Jahren. Also, gönnt euch Buch und Serie und let us know wie euch's gefallen hat!

nopressure99bookclub wird produziert von Leslie-Alina Schäfer, Yunus Roy Imer und Rebecca Martin.

Daisy und Die Falle sind im BTB Verlag erschienen.

Transkript anzeigen

00:00:08: Hallo, liebe No Pressure, Ninety-Ninth Book Club Friends.

00:00:11: Wir sind zurück mit einer neuen Folge und zwar mit der umwerfenden Melanie Rabe und der bezaubernden Friederik Gebächt.

00:00:18: Ich war ja vor ein paar Tagen in Frankfurt wegen der Buchmesse.

00:00:22: Und da war die gesamte Stadt mit Netflix-Postern zu plakatiert und zu gescreened, nehm ich mal das so ... Und zwar mit der Verfilmung von Die Falle, Melanie's Smash Hit Debüt.

00:00:33: Das jetzt endlich verfilmt wurde und

00:00:37: zwar

00:00:37: mit Friedrichel in der Hauptrolle!

00:00:40: So wenn das mal nicht ein No-Presher anders ist dann wissen wir auch nicht.

00:00:44: Melanie hat aber auch gerade einen neuen Thriller veröffentlicht und zwar trägt er den Titel Daisy und ich persönlich kann es kaum erwarten endlich einzutauchen.

00:00:53: Ich kenne Melanie schon ein bisschen aus dem beruflichen Kontext und weiß auch jetzt, dass sie mich mit ihrem Feinsinn und ihren unglaublichen Gespür für Atmosphäre in ihren Bann ziehen wird.

00:01:04: Auf jeden Fall bis sie Herbst für Melanie würde ich sagen.

00:01:07: Wird auch perfekt wie die Herbststimmung generell, die jetzt übrigens London befallen hat.

00:01:12: Sehr schön hier!

00:01:13: Und in diesem Gespräch geht es nicht nur um tolle Bücher sondern ganz viel um Schreib- und Arbeitsprozesse in der Literatur und beim Film und um die große Frage, was uns bewegt.

00:01:24: Ich bin Rebekah und ich kuratiere gemeinsam mit Junus Royima und Leslie Edina Schäfer diesen Podcast.

00:01:30: Und wir wünschen euch jetzt ganz viel Spaß damit!

00:01:49: Es ist

00:01:53: ganz

00:01:53: toll, dass wir jetzt den Raum haben miteinander zu sprechen und dann noch über so wunderbare Sachen wie Literatur.

00:02:01: Total!

00:02:02: War es uns ja auch irgendwie sehr verbindet?

00:02:04: Und ich will dich natürlich als Allererstes direkt fragen ob du gerade irgendwas Gutes liest.

00:02:10: Ich war heute beim Arzt und hatte keinen Buch dabei und hab das bereut.

00:02:17: Momentan sollte ich ein Buch lesen dieses hier, ich weiß nicht ob du diese Autorin kennst Mercedes Rosende.

00:02:26: das ist glaube ich weiss nicht wie man sie ausspricht.

00:02:28: Wie gelesen?

00:02:30: Ist auch kenne ich auch nicht aber ich werde über Sie lesen und sie wird auch da sein.

00:02:35: wir werden zusammen eine Veranstaltung machen die kommt aus Montevideo.

00:02:38: cool Und das sind so... Ich glaub es ist so ne Krimi Reihe und davon wurden mir schon Texte ausgesucht.

00:02:45: dabei dachte ich lese wenigstens mal so ein ihrer Romane damit ich weiß mit wem ich es da zu tun haben werde und habe aber das noch gar nicht angefangen.

00:02:56: In letzter Zeit hab' ich zwei Bücher gelesen, die ich dir gerne zeigen würde.

00:03:02: Deins steht natürlich auch noch auf der Liste dein neues Buch.

00:03:06: Wie heißt das nochmal?

00:03:08: Das heißt Daisy wie das englische Gänseblümchen.

00:03:11: Schön!

00:03:11: Geschickt hast du's mir schon und geredet darüber haben wir auch schon Und zwar, als du noch in der Entwicklung warst und noch überlegt hast welchen Weg deine Figur so gehen soll.

00:03:20: Dass du gerade an einem ganz entscheidenden Punkt nachdenkst und überlegst da hatten wir darüber gesprochen das weiß ich noch genau.

00:03:28: Stimmend!

00:03:28: Da haben wir zusammen gegessen und ich habe da sogar noch überlebt ob es ein alleinstehendes Buch einen Stand-alone wird oder der Auftakt einer Reihe selbst.

00:03:37: das wusste ich dann auch nicht.

00:03:38: weißt Du noch?

00:03:39: Darüber hab' ich noch aufgewacht.

00:03:42: Am Telefon hast du noch mal nachgedacht, was passiert mit dem Mann.

00:03:46: Da gibt es

00:03:46: einen... Ja!

00:03:48: Ich will nicht so viel verraten aber da waren so große Entscheidungen.

00:03:52: Das ist halt dramatisch weil ich tatsächlich Es war total dramatisch, weil ich überlegt habe ob eine Figur überleben oder sterben soll.

00:03:59: Weil es noch ist, dass du so ein bisschen begleitet... Ich verrate dir jetzt auch nicht wofür ich mich entschieden habe, weil du das Buch ja noch lesen sollst.

00:04:05: Ja, macht es

00:04:06: nicht aber spannend!

00:04:07: Aber ich bin gespannt,

00:04:08: ob du

00:04:09: bei deiner Meinung geblieben bist?

00:04:10: Weil du warst am Telefon, äh, ich hatte das Gefühl recht entschieden schon.

00:04:15: Jaa, ja.

00:04:16: Mhm.

00:04:17: Ich wollte total gespannt was du denkst.

00:04:19: Aber erzähl mir von den Büchern die du gelesen hast.

00:04:21: Das ist natürlich für alle, die das hier sehen verkehrt rum.

00:04:24: Aber ... Das ist von der Freundin von mir Pina Cure, auch Schauspielerin.

00:04:31: Aber auch Hörspiel-Regisseurin und Romanautorin.

00:04:36: Das ist, glaub ich, ihr erster Roman.

00:04:39: Ein Kind isst ein ganzes Leben, heißt der?

00:04:42: Und sie schreibt über den Verlust ihres Sohnes, der leider recht früh ... wie er von der Welt gegangen ist, der krank auf die Welt kam.

00:04:55: Aber der auch ganz viel Licht gebracht hat.

00:04:57: und vor allem erzählt sie über ... Darüber dass man Raum zum Trauern braucht Und das der doch bitte in der Gesellschaft auch akzeptiert werden soll.

00:05:13: Also es ist wirklich nicht ganz so leicht weil Es zu lesen bei natürliches geht um den Verlust eines Kindes.

00:05:20: ich glaube man kann sich Fast nicht viel Schlimmeres vorstellen als das.

00:05:27: Ich bin auch Mutter, ich habe auch zwei Kinder.

00:05:29: Ich kenne sie und hab sie erlebt wie sie schwanger hier in Bochum mich besucht hat.

00:05:34: Ich weiß viele über sie und dass dann zu lesen ist ... sehr, sehr geht es ja zu Herzen aber ich finde, es ist wirklich so eine ... Eigentlich ist es ein Kraftschrift dafür, in der Gesellschaft auch Raum für Trauern haben sollte und auch Raum dafür sagen zu dürfen, nee gerade geht es mir nicht gut.

00:05:57: Punkt.

00:05:59: Akzeptiert das einfach mal für eine Weile?

00:06:02: Ich hab grad meinen Kind verloren.

00:06:03: ich brauch da viel Zeit!

00:06:05: Ich kann jetzt nicht darüber nachdenken wo ich wieder mein nächstes Engagement bekomme.

00:06:09: Ich muss erstmal wieder atmen

00:06:11: lernen

00:06:13: und mit mir selber klarkommen und mit dem was um mich herum ist und dass irgendwie verarbeiten dass dieses kind nicht geblieben ist was mir kurz so viel Freude gemacht hat.

00:06:23: Und das ist ein sehr, sehr berührendes und wunderschönes Buch, was ich jedem empfehlen würde.

00:06:30: ... wenn er sich traut mit Emotionen in Kontakt zu kommen.

00:06:35: So ... Ich wein gleich, deswegen leg ich das mal zur Seite.

00:06:39: Ja!

00:06:39: Es ist aber auch eigentlich nicht nur Negativness.

00:06:42: Natürlich geht es um den Tod, aber gleichzeitig geht's um ... Das Überleben, das Weiterleben, dass über sich hinauswachsen.

00:06:51: Eigentlich ist es ein langer Liebesbrief an.

00:06:57: An das Kind, und an das Leben auch.

00:07:03: Wow!

00:07:05: Ich werde es auf jeden Fall lesen.

00:07:07: Mach das mal?

00:07:08: Ja... ich bin total spannend, dass du sagst, dass das Debüt der Kollegin und Schriftstellerin ist weil ich es mir so krass vorstelle, den ersten Text genau darüber zu schreiben.

00:07:25: Und weil ich's irgendwie auch total folgerichtig finde ... Es klingt so nach Klischee, dass man sich Dinge auch etwas von der Seele schreibt.

00:07:33: Heißt ja nicht, das man danach damit fertig ist aber trotzdem ist glaube ich ein total gutes Mittel um Dinge besser zu verstehen und einen Umgang mit Dingen zu finden über sie zu schreiben.

00:07:45: deswegen wie gut ihr das gemacht habt.

00:07:48: Ist das nicht sogar auch eine Antriebsfeder für viele?

00:07:52: Für viele Schriftsteller.

00:07:54: Auf jeden Fall, also bei mir ist es nie so... nie so direkt, dass ich denke, ich muss jetzt irgendwas loswerden.

00:08:00: Aber meistens ... Also dadurch, dass Ich schon immer schreibe weiß ich gar nicht wie ich subpsychologisch drauf wäre wenn ich das nicht hätte.

00:08:07: wahrscheinlich nicht so gut.

00:08:08: Ich glaube, wenn ich so hätte die Dinge nicht so Gut beieinander irgendwie und ich glaube aber, dass ganz viele Menschen sich oft konkret hinsetzen um was los zu werden und sich von der Seele zu schreiben.

00:08:21: bei mir ist es nicht so zielgerichtet aber ich glaube ich mache das so an Passant und merke auch total oft erst im Nachhinein an Texten das da irgendeinen Thema mit schwangen, dass ich irgendwie bearbeitet habe.

00:08:33: Und bei mir ist es natürlich superverklausuliert!

00:08:35: Ich schreibe ja weder Autofiktion noch Autobiografie und ich schreib ja irgendwie Fiktion aber trotzdem bearbeitet man immer irgendwas glaube ich.

00:08:46: Ja und du schreibst ja auch schon.

00:08:48: seit wann eigentlich?

00:08:50: Mit sieben

00:08:50: angefangen

00:08:51: oder wann hast du angefangen?

00:08:53: Hast du wahrscheinlich angefangen mit Tagebuch

00:08:54: schreiben?

00:08:55: Ich hab auch Tagebuch geschrieben, aber ich bin irgendwie ... Du musst unbedingt sagen wie das bei dir ist.

00:09:00: Aber ich bin nicht in der Lage wirklich durchgängig Tagebuch zu schreiben.

00:09:02: Dafür bin ich zu erratisch so.

00:09:04: Das kann ich irgendwann nicht durchhalten und außerdem habe ich Angst, dass die mal mein Tagebuch findet.

00:09:10: So.

00:09:10: Weil

00:09:10: ich mich so weh in den Kram schreibe.

00:09:12: Und nee, mich hat es immer schon hingezogen zu Dingen, die ... die nicht echt sind, die ich mir ausdenke.

00:09:20: Das fand ich schon immer interessanter als mein eigenes Leben wahrscheinlich zumindest niedergeschrieben.

00:09:27: also ich finde... Ich glaube Autofiktion von mir will niemand lesen!

00:09:30: Ich mach ganz langweilige Dinge so weißt du?

00:09:33: Die würde ich nicht irgendwie aufschreiben wollen.

00:09:36: mich interessiert alles was überhöht ist und alles was besonders dramatisch ist Intens und ich habe schon immer gerne irgendwie kleine Geschichten geschrieben als Kind.

00:09:51: Ich war super fasziniert von Märchen, als ich klein war die ja auch immer so die Essenz sind von intensiv viel und krass wenn man sie rundherum berichtet.

00:10:00: Wie alt warst du denn, als du deine erste Kurzgeschichte geschrieben hast?

00:10:04: Da war ich glaube ich echt schon also eine strukturierte Kurzgeschicht.

00:10:07: da war ich glaub ich schon ein bisschen älter Zehn oder so würde ich sagen, zehn oder elf.

00:10:14: Auf jeden Fall nicht mehr in der Grundschule.

00:10:16: Da habe ich Sachen aufgeschrieben, die keine richtige Struktur hatten und bei mir ging es aber eigentlich ... Ich hab alle möglichen Formen durch, Geschichten geschrieben, peinliche Gedichte geschrieben als Teenager.

00:10:30: Was glaube ich viele Teenager, die gerne schreiben machen?

00:10:33: Habe ich auch.

00:10:34: Hast du auch gemacht?

00:10:35: Liebe ich!

00:10:36: Weißt du noch wo die

00:10:36: sind?!

00:10:38: Ja, ich habe ein Tagebuch.

00:10:40: Das ist ein bisschen nass und auch... Also ich hab's gerettet aus dem Keller da hab' ich es in paar Jahre drin liegen gelassen Da sind die Und das gibt noch so.

00:10:50: Ich hab tatsächlich auch eingedicht was in irgendeinem Buch über Trauer-Bearbeitung reingeschmissen wurde.

00:10:58: Ich frag mich nicht mehr an welche Aber es ging also.

00:11:02: meine Oma ist gestorben Hermine, so hieß meine Oma, mütterlicherseits.

00:11:09: Und ich war traurig natürlich und habe gedacht, bevor die diesem Haus gestorben, was auch finde ich eine schöne Sache ist, weil wir Zeit hatten uns zu verabschieden von ihr... ...und auch mitbekommen haben wie das dann so ist, wie es der Körper mehr geht und wie dann auch Zeit wird dass sie dann irgendwann abgeholt wird.

00:11:29: Als es dann soweit war dachte ich mir, was gebe ich ihr denn mit ins in den Sarg?

00:11:35: Und dann habe ich ihren Gedicht geschrieben.

00:11:38: Gedicht über den Tod, vor dem wir doch eigentlich immer alle Angst haben, der aber doch eigentlich friedlich sein kann.

00:11:47: Meine Oma ist kranke Wiesen auch und es war dann auch gut, die war über... also die war achtundachtzig als sie gestorben ist.

00:11:55: Und sie ist sehr friedlich gestorbt.

00:11:57: Also wirklich wunderbar wünsche ich mir für jeden Menschen, dass er friedlich sterben kann!

00:12:03: Aber erst mal schön leben.

00:12:04: Wie dem Och sei, da hab ich ihr dann dieses Gedicht geschrieben... Was mir selber glaube ich die Angst davor nimmt dass meine Oma gegangen ist und dem Tod nicht nur so ein hässliches Gesicht gibt sondern auch ein friedliches was.

00:12:20: so einer der sagt kommen jetzt ist Zeit Jetzt geht es weiter.

00:12:25: Und sie hat doch etwas wunderschönes gesagt.

00:12:26: Sie hat gesagt als sie gestorben ist Ich gehe jetzt nach Hause Zu meiner Mutter und zu meinem Mann.

00:12:35: Und das war ihr letzter Satz?

00:12:37: Sie geht nach Hause, wie schön!

00:12:39: Geht nach Hause?

00:12:42: Das hab ich immer gegeben.

00:12:43: Das war ein Gedicht, was ich dann geschrieben habe.

00:12:47: Ich kann es auch vielleicht nur auswendig haben ... Ich glaub, eine Freundin von mir hat mal zu meinen ... zu meinen Gedichten gesagt.

00:12:56: Typisch Teenie.

00:12:59: Da war ich sehr gekränkt, weil ich fand sie gut.

00:13:02: Ja, das ist ja auch total gemein.

00:13:05: Also meine Gedichte waren definitiv typisch Teenie.

00:13:09: aber so was rohes und vielleicht ein bisschen pathetisches hat ja auch etwas sehr schönes.

00:13:15: Hey aber weißt du dass ich als meine Oma gestorben ist die ich auch wahnsinnig geliebt habe?

00:13:19: Meine Oma Hilde, meine Lieblingsperson auf dem Planeten hab' ich auch über sie geschrieben.

00:13:25: Meine Oma ist gestorben und ich habe auch über sie geschrieben.

00:13:27: Ich hab allerdings kein Gedicht geschrieben, sondern ich hatte so Angst dass ich... vergessen, was die irgendwann im Laufe meines Lebens, vergessen, dass sie mir so alles beigebracht hat über das Leben und darüber wie man sein sollte.

00:13:42: Alles Dinge, die mich sehr inspiriert und sehr geformt haben.

00:13:45: Und deswegen habe ich erst für mich und dann für den engen Familienkreis ein Buch geschrieben.

00:13:51: Das habe ich genannt Lektionen von Oma Hilde und habe irgendwie ... Ja!

00:13:56: Und hab in so kleinen Kapiteln die wichtigsten Dinge über Sie aufgeschrieben und so, Dinge, und die mir wichtig waren, total krass.

00:14:04: Hast du noch das Buch?

00:14:06: Das habe ich noch!

00:14:07: Ich hab das dann für den Ängsten einmal für mich gedruckt und einmal für den ängsten Familienkreis.

00:14:12: Sie ist auch schon wieder ein Weichchenherr, im Jahr zwei Tausendzehn.

00:14:15: Alle haben es irgendwie so im Regal stehen ab und zu holen wir das raus und gucken uns das an.

00:14:21: Wie dick

00:14:21: ist das

00:14:22: Buch?!

00:14:22: Wie viele Seiten sind das?

00:14:23: Was denkst Du?

00:14:24: Das ist nicht super dick... Es hat vielleicht so sechzig Seiten oder so.

00:14:29: Ganz knapp eine einzelne Lektion als wäre meine Oma der Dalai Lama, weißt du?

00:14:34: Der sie auch war auf ihrer Art nur als dicke weiße Frau.

00:14:39: Wunder wunderschön dass du das gemacht hast.

00:14:42: Ja voll schön.

00:14:44: Das ist ja dann auch ne Art ... Weiß ich nicht Hilfe um jemanden erst mal zu erhalten.

00:14:51: Jemandem ähm im Leben zu behalten, so wie ihr die jetzt auch jederzeit aus dem Bücherregal ziehen könnt und euch an sie erinnern könnt.

00:15:01: Gemeinsam ist es mega schön!

00:15:03: Und du hast noch mal so schön über sie nachgedacht und das zusammengefasst was sie für dich bedeutet.

00:15:11: Ja...

00:15:12: Voll.

00:15:13: Irgendwie kann ich auch gar nicht so gut... Mir fällt immer mal wieder auf, dass ich unter anderem auch deswegen schreibe weil mir die Fähigkeit fehlt, die viele andere Menschen haben einfach da zu sitzen über etwas nachzudenken ohne den Stift in der Hand.

00:15:26: Also ich kann irgendwie generell viel besser nachdenken und mir Dinge besser erklären oder sie besser durchdringen wenn ich über sich schrei.

00:15:34: be also schreiben ist für mich auch ganz oft einfach.

00:15:37: Nachdenken

00:15:39: Ist denn dann wenn du nachdenkst?

00:15:41: Ich habe jetzt letztens tanzen, und das Tolle war bei diesem... Das ist eine ganz tolle Sache.

00:15:46: Das heißt Unfold-Technik.

00:15:49: Das macht eine Frau Valentina Bonav in Berlin.

00:15:54: Und da geht es darum, dass du sehr wohl deinen Kopf schon noch mitnimmst.

00:15:59: aber der Körper geht vor sozusagen.

00:16:02: Der guckt, die Musik läuft und du lässt den Körper reagieren folgt dem Körper, beobachtet was getan wird.

00:16:11: Darf sich auch ein bisschen mit einmischen aber nicht kontrollieren.

00:16:16: Wenn du nachdenkst mit dem Stift in der

00:16:18: Hand

00:16:20: fängt die hand an oder dein gedanke ist Bist du erst im kopf?

00:16:27: Ist es bestimmt mal so mal so aber wann?

00:16:29: was ist meistens der fei?

00:16:31: Es ist eine Sache wo du denkst euch möchte darüber nachdenken und das beschäftigt mich Aber ich kann's gar nicht in worte fassen Und dann lässt es eher aus der Hand fließen.

00:16:42: oder wie ist das?

00:16:44: Ich glaube, es ist meistens der Kopf wenn ich über ein bestimmtes Thema schreibe.

00:16:52: Also als du gerade beschrieben hast... Ich finde es eh so interessant an deinem Job, dass der Körper dabei ist und dass das irgendwie so ... So stell ich mir zumindest vor ein Einklang ist.

00:17:04: Dass alles wichtig ist, Körper und Geist und Seele und Ratio und so.

00:17:10: Und ich hab oft totale Schwierigkeiten meinen Körper mitzudenken, weil ich so sehr in meinem Kopf bin.

00:17:16: Weißt du?

00:17:17: Weil ich irgendwie ... Ja, weil schreiben halt was sehr verkopftes ist.

00:17:24: Aber wenn ich mich so in den Flow schreibe und diesen Zustand in dem die Dinge leicht werden und man die Zeit vergisst und wo ich irgendwie anfangen Kapitel zu schreiben und plötzlich diese drei Stunden später – und ich habe in die zwanzig Seiten geschrieben oder so -, da ist es dann gar nicht mehr so dass der Kopf so an ist.

00:17:41: Da gerät das dann irgendwie ein Einklang.

00:17:44: Dann ist beides irgendwie gleichzeitig.

00:17:48: Dann tippe ich die Dinge, während ich sie formuliere und denke gar nicht mehr so aktiv.

00:17:53: Aber für mich ist es ein richtiger Prozess dahin zu kommen, nicht so ultraverkopf zu sein.

00:17:58: Und ich hab grad direkt gedacht, dass ich super gerne auch mal so einen Tanzworkshop machen würde.

00:18:03: Ich glaub das konnte ich sehr gut gebrauchen.

00:18:05: tatsächlich!

00:18:06: Können wir alle... aber das klingt ja dann noch fluss.

00:18:10: also wenn Wenn du zu viel nachdecken würdest, könnte deine Hand nicht schreiben.

00:18:16: Also wenn du viel Kontrolle hast wird es nix.

00:18:20: Ja, ich kann das tatsächlich gar nicht.

00:18:21: Es gibt ja ganz viele Kolleginnen und Kollegen die einen Satz schreiben bis er perfekt ist und dann zum nächsten Satz weiterziehen.

00:18:29: Ich mache das gar nicht!

00:18:30: Ich versuche mich in Rausch zu schreiben um an diesen Ort zu kommen wo die Dinge leicht sind und manchmal sogar schnell gehen und einfach sind.

00:18:38: also ich habe das Gefühl dass Davos leicht ist irgendwie die Magie liegt in der Schwierigkeit und im Krampf, und sich noch einen perfekten Satz erbringen.

00:18:48: Macht jeder und jeder anders?

00:18:49: Bei mir ist es eher so

00:18:51: kontraproduktiv wahrscheinlich.

00:18:54: Ja, das kommt drauf an!

00:18:55: In diesen Zustand muss man erst mal geraten... Ja, ich mag es einfach wenn es fließt.

00:19:04: Ich hab auch das Gefühl dass ich dann am meisten mich selbst klinge Wenn nicht irgendwie im hinterkopf ständig noch so eine kleine Melanie Sissi sagt ja Aber eigentlich ist schon geschrieben weißt du so?

00:19:15: Ja genau ja richtig.

00:19:17: Das ist interessant weil es gibt bei mir auch so ein Ich möchte die gleich noch von dem wir sind voll abgekommen weil ich dir noch einen anderes Buch vorstellen will.

00:19:26: aber Es gibt ja dann die kritischen Stimmen, die manchmal so im Wege sind.

00:19:33: Die sagen, oh, das bringt ja eh nichts!

00:19:35: Also die so negativ sind, die kennen wir alle und man denkt so ah es wäre eigentlich toll wenn man die transformieren kann und dass die eher wie Coach an der Seite stehen und sagen komm jetzt steh mal auf mach das mal sitz ich mal hin und nicht so im wege sind.

00:19:50: also ich glaube wenn man zu viel... Ich könnte das glaub' ich auch Ich schreibe ja auch ein bisschen in einer anderen Form als du.

00:19:58: Aber wenn ich mich zu schnell limitiere, indem ... Ah ja das klingt jetzt aber nicht so besonders toll oder das haben andere schon besser gemacht?

00:20:13: Kannst du, das ist nichts Besonderes.

00:20:15: Wenn ich zu schnell mich irgendwie so... Dann blockiere ich mich ja automatisch und dann habe ich auch keinen Spaß da dran!

00:20:23: Wenn ich keine Lust habe etwas zu tun, kann ich es nicht machen.

00:20:26: Also so geht's mir vorhin natürlich beim Spielen was das Wort schon in sich trägt.

00:20:31: also wenn man das nicht mit einer gewissen Freude, Leidenschaft Lust den Moment zu finden, der lebendig ist.

00:20:43: Wenn man das so nicht machen würde weiß ich nicht.

00:20:45: also dann kann man auch einen anderen Beruf sich suchen und ich glaube wenn man zu viel nachdenkt über ach wie finden?

00:20:53: Also zu viel Nachdenken ist generell keine gute Idee.

00:21:01: Das ist gut wenn man so eine... Wenn die kritische Stimme da sein darf, ist ja auch wichtig.

00:21:07: Und sie sieht ja das große Ganze ... wenn du zum Beispiel eine Rolle spielen möchtest, dass du die erfasst oder dass du endlich mal auf den Punkt kommst mit dem Satz, den du hier sprechst möchtet.

00:21:19: Aber wenn du mich zu sehr bremsst, dann komme ich gar nicht in den Flow, also so im Spiel oder in deinem Fall wahrscheinlich ins Schreiben.

00:21:30: Also ob man sich zu sehr ... Reglementiert.

00:21:34: Total!

00:21:35: Und

00:21:35: absolut, ich glaube das ist wahrscheinlich in jeder Kunstform so und beim Schreiben denke ich mir halt immer... So ein Text ist ja gerade kein Impoteater.

00:21:46: dass sich einmal mache und dann entweder so mache oder so, weißt du ich meine?

00:21:50: Sondern du schreibst einen langen Zeitraum.

00:21:53: Und wenn die erste Fassung dir nicht gefällt, wenn du was ändern möchtest ... Du hast ja alle Zeit der Welt es zu tun!

00:22:00: Deswegen gebe ich mir immer die allergrößte Mühe bei diesem First Draft beim ersten Entwurf einfach völlig frei zu sein und auch quatsch zu schreiben und auszuprobieren Weil ich mir auch immer sage, wenn ihr das überhaupt nicht gefällt.

00:22:15: Du kannst es überarbeiten und wegschmeißen oder neu machen.

00:22:18: Und erst mal schreibst du diesen Text nur für dich.

00:22:21: Erstmal erzählst du die Geschichte nur dir selbst.

00:22:24: So spiele ich eigentlich auf dem Papier rum so wie du vielleicht auch erst mal spielst ... Das ist

00:22:30: voll!

00:22:31: Das ist dann die Impro

00:22:32: bei dir?

00:22:32: Genau, der erste Graph ist die Impo.

00:22:35: Jetzt hab ich gestern versucht einen Kurzfilm zu schreiben.

00:22:38: Oder ich bin grad dabei, einen Kurzfilmen zu schreiben etwas, was ich mir gerade ... ja.

00:22:45: Ich möchte kurz fünf schreiben über ein Thema, das mich schon länger beschäftigt und jetzt hab' ich mich hingesetzt.

00:22:50: Okay, jetzt schreibst du es einfach mal auf weil du weißt eigentlich schon ganz genau den Ablauf, den hast du im Kopf, was wie passieren soll.

00:22:56: Du weißt das Ding.

00:22:57: so fünfzehn Minuten lang werden am Ende also der Film.

00:23:01: Let's go!

00:23:03: Oder was?

00:23:03: Da habe ich mich hingesetzt und hab' aufgeschrieben und hab gemerkt ah verdammt die Haupt- diese Figur, die könnte jetzt vor dem Hotel stehen, die könnte aber auch erst kommen.

00:23:15: Wie mache ich?

00:23:16: Oder wenn der Schlüssel runterfällt das könnte jetzt die Tochter aufheben oder diese fremde Frau und da könnte dann die Begegnung der beiden sein.

00:23:24: also es gibt ja es gibt Ja dauern so viele Möglichkeiten wie man was weiterspint.

00:23:31: Und die Frage

00:23:32: ist

00:23:33: für mich persönlich schreibst du dir Wenn du dich dann für etwas entscheidest, gehst du damit weiter und schreibst dir dann sozusagen an den Rand.

00:23:43: Wieso Sachen die man noch nicht wegwerfen will?

00:23:47: Die Idee ach ja vielleicht ist es doch besser wenn die Tochter den Schlüssel aufhebt und man da ein bisschen Tochter-Mutterverhältnis erzählt und die fremde Frau vielleicht eher schon vom Hotel steht.

00:23:58: Schreibst du das dann auch als andere Abbiegmöglichkeit?

00:24:02: oder wenn du das erste Mal schreibste sagst du ne Ich gehe jetzt hier einfach komplett den Weg, den ich jetzt spüre.

00:24:11: Ich höre das andere Möglichkeiten an mir vorbeirauschen aber ich schreibe sie noch nicht auf und lasse mich davon jetzt nicht ablegen.

00:24:17: Wie machst du das?

00:24:18: Schreibst du es ab oder lässt du es erstmal völlig außen vor?

00:24:21: Ich lass es komplett an mir vorbei rauschen!

00:24:27: Ja... Ich vertraue einfach dem Weg, auf dem ich bin Weil ich mir denke, wenn ich das dann noch mal durchlese und drüber nachdenke was sich überarbeite.

00:24:34: Und wie?

00:24:35: Wenn der erste Gedanke richtig war dass doch die Tochter den Schlüssel aufhebt und nicht die andere Person Dann wird der gedanke mir beim lesen auch wiederkommen.

00:24:43: Wenn er mir beim Lesen nicht wieder kommt, da war der weg eh richtig.

00:24:45: weißt du mich meine?

00:24:46: Genau sonst hättest du wahrscheinlich nur eine halbe stunde dar gesessen und überlegt verdammt Was ist denn jetzt besser?

00:24:51: und dann hättst du dich selber im fluss unterbrochen richtig?

00:24:55: Ja total und irgendwie glaube ich auch gar nichts so sehr zumindest in der Fiktion so krass richtige und falsche Entscheidungen gibt.

00:25:05: Weil es sind eigentlich nur unterschiedliche Abzweigungen, weißt du?

00:25:09: Die zu unterschiedlichen Dingen führen... Aber die Frage ist, glaub ich auch immer, ob man auf ein ganz bestimmtes Ziel hinschreibt.

00:25:15: Dann sind bestimmte Dinge natürlich vorgegeben, weil man an einem bestimmten Ort ankommen muss.

00:25:20: Dem bin ich so ein bisschen unterworfen,

00:25:22: v.a.,

00:25:22: wenn ich Spannung schreibe ... aber ich weiß nicht, wie es bei deinem Kurzfilm ist, ob du das Ende sehr klar am Kopf hast und deswegen die Figuren sich dahin bewegen müssen oder ob du da sehr frei bist?

00:25:36: Das macht ja auch einen großen Unterschied, finde ich.

00:25:39: Ja, entstanden ist die Idee im Flow, im Zug auf dem Boden mit einem befreundeten Produzenten.

00:25:47: Also es kam wirklich so aus dem Nichts wunderbarer Zustand um überhaupt kreativ zu sein wenn du nichts vor hast und dann hat sich das sehr schön so... Dann habe ich einfach drauf losgeplaudert.

00:26:01: und dass in dem Moment entworfen von abis Ende also von abiset Und eigentlich auch schon gewusst wo das enden müsste, womit es anfängt, wo's hingeht.

00:26:14: Noch nicht im Detail und da bin ich jetzt dran.

00:26:19: Aber die Klammer ist eigentlich schon vorhanden gewesen ja?

00:26:22: Die ist eigentlich ein Kopf also eigentlich ist sie schon da.

00:26:25: Jetzt folge ich dem einfach.

00:26:28: Super spannend!

00:26:30: Das weißt du auch nicht oder doch?

00:26:32: Doch du weißt das auch.

00:26:33: wenn ich Spannung schreibe weiß ichs Aber ich mach's tatsächlich immer so, dass ich irgendwie ein mögliches Ende weiß.

00:26:40: Wenn ich das Buch begehne... Ja?

00:26:43: ...aber wenn ich ein besseres Ende finde unterwegs, dann nehm' ich das!

00:26:48: Also diese Freiheit lasse ich mir komplett.

00:26:50: Und bei wieviel Büchern...?

00:26:51: Ich bin ja allein Paterin und kann machen was ich will.

00:26:56: Ja, aber wie viele Bücheren war das so, daß du auf dem Weg sich noch mal das Ende gefunden

00:27:03: hat?

00:27:05: Also wie oft ist

00:27:06: das Ende im Gedanken vom Anfang?

00:27:10: Meistens nehme ich tatsächlich das Ende, dass ich mir ursprünglich ausgedacht habe und es war eigentlich nur zweimal bisher so, dass sich das Ende geändert hat.

00:27:19: Aber... Ich ändere super viel auf dem Weg zum Ende.

00:27:22: Ich hab ja meistens so eine grobe Idee, wie ich dahin komme, wo ich hin möchte und für gewöhnlich halte ich mich da überhaupt nicht dran.

00:27:30: Also, ich finde irgendwie kommen einem die interessantesten Ideen beim Schreiben oder beim Konzipieren.

00:27:34: Weißt du?

00:27:35: Ja weil du dann ja anfängst in den Figuren zu denken, zu leben... Ich habe jetzt zum Beispiel nur gedacht also Anfangs-Szene von ...ich rede jetzt einfach darüber was soll's.

00:27:44: Das ist ja eh nur meins.

00:27:47: Anfang dass die Eine Familie kommt aus einem Hotel, über die möchte ich was erzählen und da habe ich am Anfang so ein Bild von einem Top-Shot eigentlich.

00:27:57: Von einer großen weiten Aufnahme.

00:28:01: Ich hab mir vorgestellt wie dieses Hotel ausschaut dass dann der Parkplatz ist das es einen Bilder geben kann dass die raus vom Hotel schnell ins Auto wer da sozusagen alles noch passiert Und dass es eher gar nicht so im Detail ist.

00:28:14: jetzt habe ich beim Schreiben plötzlich mit den Füßen angefangen und mit dem Rausgehen aus der Lobby.

00:28:21: Und bin jetzt viel näher dran als beim Anfangsgedanken, also das heißt ich ... Dadurch sind Sachen entstanden.

00:28:29: was machte?

00:28:30: Hat das Kind irgendwas gemacht?

00:28:31: dadurch ist der Schlüssel runtergefallen durch passieren andere Sachen und darauf reagieren dann ja die Figuren.

00:28:39: Ich weiß sie müssen ins Auto!

00:28:40: Das ist klar.

00:28:42: aber der Weg dahin entsteht jetzt eigentlich erst.

00:28:47: Verstehst du mich?

00:28:48: Ja, voll.

00:28:49: Absolut!

00:28:50: Na klar... Ich finde das irgendwie total spannend zu hören wie Schreiben in so einem visuellen Medium funktioniert weil es ja ganz ganz anders ist als dies literarische Schreiben.

00:29:02: aber trotzdem total eng verwandt.

00:29:06: ich mach mir auch Gedanken über Bilder Aber du machst dir viel konkreter Gedanken über Bildern und

00:29:12: auch über Perspektiven.

00:29:17: Wann bist du bei wem?

00:29:20: Aber das machst du sicher auch nur bestimmt weniger.

00:29:24: über das Bild oder den Ton, kann man ja auch Sachen denken.

00:29:29: Ja, total!

00:29:30: Wenn man

00:29:30: an einem Drehbuch überlegt.

00:29:33: Voll und ich mag auch ein Perspektivwechsel oder Perspektiven finde ich auch super interessantes Thema.

00:29:40: irgendwie schon wenn ich einen Buch schreibe Und schon zu Beginn erst mal kläre für mich, ist das eine Ich-Erzählerin?

00:29:49: Oder ist das ein Third-Person Arrater?

00:29:53: oder wie erzähle ich die Geschichte überhaupt?

00:29:54: durch wessen Augenblicken wir.

00:29:56: Blicken mir durch jemandes Augen oder blicken mir von oben drauf?

00:29:59: und wenn ja wer erzählt was es ist für ne Figur, wie klingt es in ihrem Gehirn zu sein falls wir im Gehirnt sind?

00:30:04: und alldass, das finde ich irgendwie auch immer super spannende Entscheidungen, die ich irgendwie immer total aus dem Bauch heraus treffe.

00:30:11: Also ich überlege irgendwie nie super analytisch sondern ich habe irgendwann bei fast allem was ich mache so ein Bauchgefühl den mich dann einfach nachgebe.

00:30:22: und eigentlich triffst du ständig in der Entscheidung also eigentlich die ganze Zeit mit dem Satz?

00:30:29: Absolut!

00:30:32: Genau.

00:30:33: Deswegen ist ein Buch auch irgendwie nie fertig, finde ich.

00:30:35: Also man könnte ewig weitermachen.

00:30:37: Man muss sich einfach irgendwann entscheiden es nicht mehr zu tun.

00:30:39: Man konnte jede Geschichte permanent weiter erzählen.

00:30:42: Man könnte jede Geschichte endlos überarbeiten.

00:30:44: Man findet immer noch irgendein Adjektiv das man austauschen oder streichen möchte.

00:30:48: so und ich glaube dass ist auch der Grund warum schreiben meiner Meinung nach einen so unglaublich selbstbewusster Akt ist, weil man alles permanent anders machen könnte und sich dann aber entscheidet.

00:31:02: Nein!

00:31:02: Ich mache das exakt so, obwohl ich alles machen

00:31:04: könnte.".

00:31:05: Und dann besitzt man auch noch die Hutzpe zu sagen... Das habe ich mir ausgedacht und ich finde jetzt sollten andere Menschen acht bis zehn Stunden darauf aufwenden, das zu lesen.

00:31:13: Weißt du so?

00:31:14: Es ist eigentlich ein total krasser nazistischer Akt schreiben.

00:31:17: Ja, aber

00:31:18: Schauspieljahr hat dann im Ende auch... Also für mich hat mal Peter Stein gesagt, dass es eine Theater-Regisseur Der hat erzählt, du meintest das ist ja an sich schon.

00:31:29: Warum?

00:31:29: Ich weiß gar nicht wie er darauf kam vielleicht weil ich Stüchtern war oder so.

00:31:33: Da meinte der so.

00:31:33: aber es ist ja eigentlich absurd.

00:31:35: also den Schauspieler... Das ist ja so ein dreister Beruf!

00:31:40: Du stellst dich auf die Bühne und exponierst dich da so und lässt die Leute also zugucken was du da machst oder redest.

00:31:50: Also das ist auch verrückt.

00:31:54: Im besten Fall ist ein Schauspieler nicht nur dann mit sich beschäftigt, sondern er hat einen ... im besten Fall ja einen auftrag einer Geschichte.

00:32:07: Eine Geschichte über die Bühne zu bringen.

00:32:09: In dem Moment geht's auch nicht um ... aha!

00:32:12: Frieda tritt auf und jetzt steht sie hier von rechts nach links und sagt ihr den Satz auf die Art und Weise?

00:32:20: Sondern es geht immer um

00:32:22: das ...

00:32:23: also... Um das andere, also hier bin ich.

00:32:26: Hier ist die Rolle und da ist die Erzählung, da ist das Stück, wo man hin möchte, um was es eigentlich geht.

00:32:35: Und wenn man das begreift ... dann ist es eben auf eine Art auch nicht, finde ich nicht mehr ganz so frech, weil es geht ja nicht um... Ich steh da auch nicht so drauf, persönlich vor dem Rampelig zu stehen.

00:32:50: Es geht aber um die Sache!

00:32:53: im Rampenlicht stehen.

00:32:55: Und die darf von allen Seiten betrachtet werden und dadurch, wenn man das begreift verliert man auch ein bisschen die Scham davor oder auch die Zurückhaltung, die in dem Moment nicht nötig ist.

00:33:12: Ja voll!

00:33:13: Außer die Sache willst

00:33:16: du.

00:33:19: Interessante Weise habe ich... Ah, pardon, ich hab dich unterbrochen.

00:33:22: Nee nee sag bei dir

00:33:24: Ich wollte gerade sagen, ich habe tatsächlich über das Schauspiel nie so gedacht.

00:33:28: Ich finde es total eine lustige Perspektive, das als Dreist zu denken weil es hier etwas so altes und zutiefst menschliches ist irgendwie... Und es bildet das Leben ja so unglaublich perfekt ab Weil es ja für uns nichts Wichtigeres oder Menschlicheres gibt, als anderen Menschen dabei zuzugucken wie sie Dinge tun oder Dinge sagen.

00:33:54: Weißt du so?

00:33:55: Es ist ja total... ...das was Leben bedeutet.

00:34:00: und

00:34:01: ja

00:34:02: aber sehr interessante Perspektive von dem Kollegen vom Regisseur.

00:34:08: Ja Und eigentlich möchte ich noch ein Buch sagen.

00:34:12: Das ist von Sebastian, das ist ... mein Mann.

00:34:15: Das schönste Buch von ihm ist eines seiner ältesten meiner Meinung nach.

00:34:19: Ich liebe auch Gedichte und die finde ich ganz toll!

00:34:22: Ich weiß gar nicht ob man das Buch noch kaufen kann,

00:34:24: d.h.,

00:34:25: einen Kopf verpflichtet uns zu nichts.

00:34:28: Ist wirklich, wirklich schön.

00:34:30: Sagt er schön.

00:34:30: Aber vielleicht

00:34:31: auch so besonders für mich, weil es das erste Buch ist?

00:34:34: was ich von ihm kennengelernt habe, als ich gerade so ganz frisch verliebt war.

00:34:39: Und dann hab' ich das natürlich nicht mehr aus der Hand gelegt.

00:34:44: Schön!

00:34:46: Ich mag's auch total gerne an Büchern, dass sie genau wie Musik auch oder Filme so zeitkapseln sind.

00:34:52: Weißt du?

00:34:54: Einerseits weiß ich immer genau... Also ich bemesse irgendwie meine letzten zehn Jahre daran welches Buch da grade geschrieben haben, So kann ich zeitlich einordnen, wo ich war und was ich gedacht habe an dem Buch, das ich gerade geschrieben habe.

00:35:09: Und gleichzeitig hat man ja auch so Bücher seines Lebens irgendwie, was man als Kind gerne gelesen hat... ...was man mit dreizehn gelesen hatte, was er mit achtzehn gelesene hat.

00:35:17: und irgendwie transportiert mich das dann immer sehr zurück wenn ich einen Buch in die Hand nehme und mich daran erinnere, in welcher Lebensfahrt ich das gelesen

00:35:25: hab.".

00:35:26: Was sind denn da für dich solche Bücher?

00:35:32: Buch für mich als Kind, ich hab unglaublich viel gelesen.

00:35:36: Aber das eine Buch wäre auf jeden Fall die unendliche Geschichte von Michael Ende.

00:35:41: Das war für mich so das Überbuch des Milch ... Ich habe davor schon viel gelesen, aber dass das Buch, das mich zur Leserin gemacht hat vor Live, weißt du?

00:35:51: Aber

00:35:52: Momo ja auch oder?

00:35:54: Auch ganz toll.

00:35:55: Ja, mochte ich auch super gerne!

00:35:56: Aber für mich war es auf jeden Fall die unendliche Geschichte, weil's natürlich auch irgendwie mit Schreiben zu tun hat, mit Literatur zu tun haben und mit Fantasie zu tun hatten.

00:36:05: Und die Idee das ist diesen Ort an dem die ganzen Figuren aus Geschichten tatsächlich sind, die fand ich so unglaublich mindblowing als Kind.

00:36:16: Wahnsinn.

00:36:17: Das hat mir übrigens meine Oma geschenkt über die wir vorhin gesprochen

00:36:20: haben.

00:36:22: Ja, ich nehme es total gerne in die Hand.

00:36:24: Weil sie diese Ausgabe vorhin reingeschrieben hat für Melanie von Oma Hille.

00:36:29: Total cool!

00:36:31: Das war so einem Grund...

00:36:36: Noch so ein Buch an der Jugend?

00:36:37: Oder wo du denkst, alles gehört noch sozusagen in die Reihe der Troppe oder der für mich prägenden Bücher?

00:36:46: In meiner Jugend habe ich ganz, ganz viele alte Bücher gelesen.

00:36:51: Ich hatte auch so eine ganz komische Phase wo ich ganz viel Schauerromane gelesen habe I don't know why so und dann natürlich aber auch so Dinge wie der Fänger im Robben.

00:37:02: Und dann ist mir erneut fast der Kopf explodiert als ich das Debüt von Sadie Smith gelesen hab.

00:37:07: Hast du von ihr mal was gelesen?

00:37:10: Das heißt, das Debüt war White Teeth.

00:37:14: Schwarze britische Autorin... Ich glaube es heißt auf Deutsch Zähne zeigen und das habe ich gelegen.

00:37:20: Das

00:37:20: steht bei mir im Schrank!

00:37:22: Das hab' ich auch geschenkt bekommen.

00:37:23: Das muss ich dir auch noch lesen.

00:37:25: Ja, so Sadie Smith war auf jeden Fall irgendwie eine totale Offenbarung.

00:37:29: Dann habe ich auch als Teenager und auch als Kind viel zu früh angefangen Stephen King zu lesen, der mich dann auch irgendwie schon lange begleitet hat.

00:37:42: Und dann, als ich vielleicht Anfang zwanzig war, war für mich ein total stilprägendes Buch.

00:37:48: Alles ist erleuchtet von Jonathan Sarfin for.

00:37:50: Ich weiß nicht, ob du das mal gelesen hast.

00:37:52: Everything is illuminated.

00:37:54: Wahnsinnig gutes Buch!

00:37:56: Das ist nach wie vor das beste Buch, dass ich je gelesen habe.

00:38:00: Kannst du mir das noch einmal per Most App schicken?

00:38:02: Auf jeden

00:38:02: Fall, das schick ich dir nachher.

00:38:04: Auf jeden fall, das musst du unbedingt lesen.

00:38:05: Ich hab auch mehrere Ausgaben vom Buch hier, weil ich das so gerne verschenke... Ich

00:38:11: hab bald Geburtstag.

00:38:14: Liesst du lieber auf Deutsch oder Englisch?

00:38:18: Ich bin es gewohnt auf Deutsch zu lesen, aber ich mag es auch auf Englisch zu lesern.

00:38:23: Von Paul Auster habe ich Invisible zum Beispiel ab Englische gelesen und das finde ich auch ein richtig schönes Buch.

00:38:28: Ja

00:38:29: super schön!

00:38:30: Dann kriegst du das auf jeden Fall von mir.

00:38:31: Das hab' ich mir aufgeschrieben für Frieda Senburska.

00:38:36: Erzähl mal ein bisschen was über deinen neuen Roman.

00:38:38: Wir haben noch gar nicht über den neuen Roman gesprochen.

00:38:44: Das ist auch sozusagen ein Buch, was ich bald

00:38:46: wissen werde.

00:38:48: Das freut mich.

00:38:50: Wir müssen gleich auch unbedingt noch über mein erstes Buch sprechen, weil du einfach die Hauptrolle in der Verfilmung spielst.

00:38:56: Aber das dürfen wir auf jeden Fall nicht auflegen bevor wir darüber gesprochen haben, weil es einfach so krass und meta ist irgendwie.

00:39:03: Ja aber das neue Buch... Ich habe's tatsächlich auch gerade hier liegen, weil ich heute von meiner Lesung in Leipzig zurückgekommen bin und meinen Lesexemplar wieder hier auf den Schreibtisch gelegt hab.

00:39:14: Es ist ein Thriller Und es ist mein erster Thriller seit sieben Jahren.

00:39:18: Meine ersten vier Bücher waren ja Thriller, das war meine zehnte Buchveröffentlichung was ich ein bisschen krass finde weil ich irgendwie das Gefühl habe ich hier gerade erst angefangen aber irgendwie hab ich in der Zwischenzeit den Bücher veröffentlicht und uns ist einem Psycho-Thriller und ich sage das immer gerne dabei dass es einen super unblutiger Psycho thriller ist weil ich immer das Gefühl Erwartungen und Assoziationen weg, die meine Bücher nicht einlösen.

00:39:46: Und auch nicht ein lösen möchten.

00:39:48: Also ich glaube, wenn viele Leute Friller oder Psychofriller hören, denken sie halt irgendwie okay?

00:39:54: Da ist einen Serienkiller der geht oben und Leute müssen ihn fangen und er macht grausige Dinge wahrscheinlich mit Frauen und es ist vielleicht auch ein bisschen exploitativ und so.

00:40:02: Genau das schreibe ich nicht.

00:40:04: Ich schreib auch keine Bücher wo ein Ermittler- oder eine Ermittlerteam durch die Gegend läuft versucht jemand zu fangen Sondern ich schreibe Bücher über Geheimnisse und über psychologische Zustände.

00:40:20: Und über Menschen, meistens Frauen die vor einer sehr großen Herausforderung stehen, die sie in irgendeiner Form bewältigen müssen.

00:40:28: Das erzähle ich mit den Mitteln der Spannungen.

00:40:30: Deswegen gibt es bei mir Cliffhanger und Überraschende Wendungen und all das.

00:40:34: So ist es auch in diesem Buch... Wie

00:40:36: auch in der Falle?

00:40:38: Ja, ganz genau!

00:40:40: Und die Hauptfigur jetzt in dem Buch führt ein Doppelleben.

00:40:45: Sie ist tagsüber, hat eine ganz bürgerliche Existenz, sie ist Anwältin, sie isst Vier und drei, sie lebt in Berlin... ...und nachts ist sie als so eine Art Rächerin unterwegs!

00:40:57: Sie recht sich nachts an Menschen, die mit etwas Bösen davon gekommen sind.

00:41:02: Steigt bei denen ein und spielt den so boshaften Streicher.

00:41:06: Also sie recht sich nicht indem sie Leute erschießt oder Gewaltern wendet oder so sondern indem sie irgendeine Schwachstelle herausfindet eine Eitelkeit, eine Angst, ein Geheimnis... Und die ausnutzt!

00:41:19: Böse, boshafte Streichespielt.

00:41:21: Um ihnen das Gefühl zu geben du bist zwar sehr reich und sehr böse und sehr mächtig aber du bist nicht komplett unangreifbar Und ich weiß was du tust!

00:41:29: Also auch...

00:41:30: Nein, Robin Hood gibt an die Armen was ab.

00:41:33: Aber es ist auch ein bisschen so eine Superman-Figur oder auch so eine Superherrätin, finde ich.

00:41:39: Voll!

00:41:40: Ja voll!

00:41:41: Ich sage immer sie isst ne Mischung aus Batman und Robin Hood nur als Frau ohne das albene Kostüm.

00:41:46: Weil das ist die Stolzendiktiv.

00:41:48: Robin Hood stimmt auch voll.

00:41:50: Es gibt so einen Moment einer Aktion, die sie macht.

00:41:55: da steigt sich bei jemandem ein der mit Menschen gehandelt hat und dafür nicht belangt wurde.

00:42:01: Und der gesagt hat, seine Sammlung an Luxusuhren ist ihm wertvoller als seine Kinder.

00:42:07: Dem klaut sie seine Luxusuhr und verschenkt sich auf dem Straßenstrich.

00:42:11: Sie hat auch schon ein bisschen was von Robin Hood aber auch so etwas von Batman.

00:42:15: Ihre Waffe ist jetzt aber nicht eine Pistole oder ein Messer sondern ihre Schleue.

00:42:22: Auch nicht ihre Brüste, sondern ihr Kopf.

00:42:24: Exakt!

00:42:26: Ihre Kreativität und ihre Schleihe.

00:42:30: Aber tatsächlich, wie es sich für ein Thriller gehört, geht das irgendwann nach hinten los.

00:42:34: Und jemand enttarnt sie und fängt an ihre eigenen Waffen gegen sie zu wenden und sie systematisch fertig zu machen und sie weiß nicht, wer's ist?

00:42:42: Dann muss die sich nicht nur ihrer Haut erwähren, sondern auch herausfinden, warum da irgendwer so unfassbar viel über sie weiß und wie das alles sein kann und wie sie da wieder rauskommt.

00:42:52: Das ist dann so die Thriller-Handlung.

00:42:55: aber die Grundidee war tatsächlich dieses Gefühl ... Ich glaube, es hat auch so mit der Zeit zu tun in der wir leben.

00:43:02: Dass ich irgendwie dachte... Es gibt so viele Menschen gerade die mit allem davon kommen und ich wünsche mir jemanden, der was macht.

00:43:12: Und der aber nicht Gewalt gegen Gewalt setzt und Bosheit gegen Bosheit setzt sondern der das irgendwie anders macht.

00:43:19: Daraus ist diese Heldin und diese Geschichte entstanden und irgendwie muss das unbedingt noch mal ein Thriller sein.

00:43:24: Auch

00:43:24: wie schön!

00:43:26: Ich habe auch gerade gedacht, bevor du es ausgesprochen hast.

00:43:28: Das ist ein schöner Gedanke, dass Menschen gerade stehen müssen für das was sie verbocken.

00:43:34: Natürlich wäre es toll wenn das nicht jemandem macht der eigentlich dafür zuständig ist.

00:43:45: Ja,

00:43:47: das ist ja ganz cool!

00:43:50: Es gibt ja mehrere solche Stellen bei uns in der Gesellschaft, die extra dafür da sind eigentlich zum Schutze unserer.

00:43:57: Wo man sich manchmal gerade sehr wundert dass das nicht funktioniert.

00:44:01: Ja, total.

00:44:02: Also ich glaube das ist irgendwie... Ich mach hier mal die Vorhänge auf weil das Licht so ein bisschen weggeht.

00:44:07: Irgendwie hatte ich das Gefühl so einen Zeichen unserer Zeit dass so Accountability und für Dinge gerade stehen die man verbockt hat, dass das so ein bißchen schwindet und das Sinnbild dafür ist natürlich Donald Trump.

00:44:19: Der ist für mich so die Essenz von jemandem der immer mit allem davon kommt.

00:44:23: Mit jeder Lüge, mit jeder bösen Tat und das ins Unendliche Und damit is ja nicht allein.

00:44:31: Und irgendwie, ich glaube das spürt man so ein bisschen wenn man den Thriller liest.

00:44:37: Oder beziehungsweise vielleicht spürtt man das denn mir ist es immer wichtig bei Büchern dass man sie auf ganz ganz viele unterschiedliche Arten lesen kann.

00:44:44: weißt du das dich immer da abholt wo du bist?

00:44:46: Wenn du einfach nur eskapistisch einen super spannenden Thriller lesen möchtest dann Daisy, dein spannender Psycho-Thriller.

00:44:52: Aber wenn du irgendwie die gesellschaftlichen Aspekte über die ich mir Gedanken gemacht habe mitlesen möchtest dann wirst du sie finden?

00:45:00: Ja!

00:45:00: Aber du musst es nicht finden, wenn du gerade was anderes brauchst und das finde ich irgendwie auch ganz cool an Büchern.

00:45:04: dass letztlich die Leserinnen und Leser die Deutungshoheit haben und dass jedes Buch so oft gibt wie's gelesen wird weißt Du weil wir ja alle unsere eigenen Erfahrungen und Gedanken und Sehnsüchte unterängste uns in jede Lektüre tragen

00:45:18: einfach.

00:45:18: Ja absolut Ich glaube, so ist es auch.

00:45:20: Wenn... ich glaube auch jeder einzelne Theaterstück sieht, zieht ein anderes Stück.

00:45:25: Voll!

00:45:26: Ist das genauso?

00:45:27: Ja total.

00:45:28: Gibt's denn eine Textstelle die du vorlesen möchtest?

00:45:31: Ich hab irgendwie Lust ein bisschen was zu hören und ich habe auch Lust, dass selber zu lesen.

00:45:35: Ich dachte schon ob ich mit dem Finger einfach irgendwo und du sagst stopp und ich lese irgendwas vor.

00:45:38: aber da muss

00:45:39: man... Mach das mal, mach das bitte ja.

00:45:41: Bitte, bitte.

00:45:43: Okay, ich lasse das jetzt

00:45:45: zumal zu

00:45:47: wenn

00:45:47: du sag stopp

00:45:48: okay Stop.

00:45:51: Okay, ähm... und jetzt sagst du wieder stop.

00:45:55: Okay.

00:45:57: Stop!

00:46:01: Alles klar?

00:46:02: Fragt Marie.

00:46:04: Ich nicke.

00:46:05: Nebe den Rucksack ab schnappe mir eine der Sprühdosen Schüttle sie während wir zum Carport hinüber gehen.

00:46:12: bereue es sofort weil das Geräusch infernalisch laut ist.

00:46:15: in der nächsten Stille In der nächtlichen Stelle Bist Du bescheuert zwischen Marie.

00:46:21: Sorry Ich bin nervöser als vor der Premiere neulich, weiß gar nicht so genau warum.

00:46:27: Wahrscheinlich weil ich es einfach nicht gewohnt bin verbotene Sachen zu machen.

00:46:30: Schnell hassten wir in den Schatten des Carpools.

00:46:33: Warten!

00:46:34: Lauschen!

00:46:35: Ich höre nur meinen rumpelnden Herzschlag und meinen viel zu schnellen Atem.

00:46:39: Erwarte fast dass jemand kommt doch rein gar nichts geschieht.

00:46:46: Was?

00:46:47: Frieda?!

00:46:49: Ich lese gerne weiter... Gibt's eine Stelle, wo du sagst ach die noch?

00:46:55: Erzähl mal.

00:46:58: Wie ist es zuvor lesen?

00:47:01: Ich habe tatsächlich allergrößte Schwierigkeiten gehabt, Lesestellen zu finden für dieses Buch.

00:47:06: Weil sich viele total anbieten aber die krassesten Leseställen enthalten alles Boiler!

00:47:11: Weißt du so?

00:47:11: Alles baut aufeinander auf und für Lesungen war es immer total schwierig.

00:47:15: deswegen beginne ich einfach immer ganz am Anfang und wähle super strategisch aus.

00:47:21: Aber das Krasse an der Stelle, die Du gerade zufällig erwischt hast ist, dass sie die absolute Essenz der Origin Story meiner Hauptfigur ist.

00:47:30: Also wenn ihr jetzt noch eine Seite weiter gelesen hättest... warum sie tut, was die tut.

00:47:37: Es wäre ein Mega-Spoiler so da und durch... Ah gut!

00:47:40: Okay, das ist gut für dich auch.

00:47:41: Aber du hast ja noch lesen möchtest?

00:47:43: Aber total spannend.

00:47:44: Du hast irgendwie intuitiv eine total wichtige und essentielle Stelle erwischt in der Vergangenheit.

00:47:49: Und

00:47:49: war es eine Stelle aus einem von ihrem Leben früher?

00:47:53: Also das sind nur sozusagen ... Backflash.

00:47:57: Ganz genau, ja ich habe zwei Perspektiven.

00:48:01: also Luca ist eine Icherzählerin die Hauptfigur die Recherin und Anwältin in der Jetztzeit und dann sind immer so eingewoben einzelne Kapitel von vor siebzehn Jahren wo wir erfahren wie Sie geworden ist wer sie geworden ist warum sie diesen unglaublichen Gerechtigkeitssinn hat warum sie diese Dinge, die sie nachts tut nicht nur tun möchte sondern tun muss und was so der Motor ist.

00:48:27: Und auch das Trauma ehrlicherweise dass es alles bedingt.

00:48:31: aber weil wir noch nicht mal mehr zehn Minuten haben ich würde mit dir super gerne noch ein kleines bisschen über die Falle sprechen.

00:48:42: ja lass uns

00:48:43: doch zusammen machen.

00:48:44: Ja voll gerne weil ich es so cool finde dass du die Hauptfigur in meinem Deby Roman spielt in einer sehr großen Netflix-Show.

00:48:54: Und mich würde total interessieren, wenn du Lust hast das zu erzählen wie du das angegangen bist?

00:48:59: Ob du vielleicht eine Rolle in einer Literaturverfilmung anders angehst als eine Rolle ... In einer anderen Serie einem anderen Film und ... Erzähl uns was über deinen Prozess!

00:49:16: Ja erst mal möchte ich sagen, dass ich das total schön finde Melanie, Ich spiele Lisa Kronrad, die wiederum... Also die von dir geschrieben ist.

00:49:27: Die wiederum ein Buch während der Falle schreibt, also die Falle heißt das Ganze.

00:49:32: Könnt ihr ab dem XIII.

00:49:34: Zehnten auf Netflix sehen?

00:49:35: Ich hoffe ihr guckt zu!

00:49:38: Und die wieder um erfindet eine Figur, die aus ihr heraus entsteht und diese finde ich ganz schön.

00:49:46: So habe ich das Gefühl Du hast mich erschaffen und ich hab diese andere Frau Figur erschaffen, also die so ähnlich auch ausschaut wie sie.

00:49:56: Aber die nicht ganz sie ist aber dann doch sie ist.

00:49:59: Das ist sehr schön!

00:50:04: Ich kannte tatsächlich deinen Roman erst nicht sondern ich kannte zuerst Isabel Kleefeld's Drehfassung sozusagen für die Serie...

00:50:14: Die Trolles

00:50:16: Die Trollis, finde ich auch.

00:50:18: Hab die gelesen und ... Was man dann so macht?

00:50:22: Man denkt so wow das ist ein richtig was zu holen.

00:50:25: Das ist eine Figur, die in verschiedene Ecken gehen darf.

00:50:29: Es geht hier... Die einmal.

00:50:31: eigentlich dreht sich ihre Welt einmal um hundredachtzig Grad.

00:50:34: Und du hast vorhin gesagt, du schreibst oft Bücher über Menschen, die ja über sich hinauswachsen dürfen.

00:50:42: Also und die Figur tut es auch.

00:50:46: Die ist, finde ich ein ziemlich mutige Figur.

00:50:52: Weil die sich traut, sich Sachen anzugucken von denen sie ausgegangen ist, dass sie sie verstanden hat oder dass Sie es bereits in der Realität noch mal unter der Lupe anzuschauen.

00:51:03: Sie möchte wirklich wissen was jetzt also woran sie glaubt wer sie isst.

00:51:08: Sie überprüft sich selbst Aber das ist jetzt sehr meta.

00:51:12: Das war schwer für euch mitzukommen, vielleicht wenn ihr noch gar nichts davon wisst.

00:51:18: Ich glaube, es macht gleich Melanie, dass sie kurz zusammenfasst.

00:51:22: Also ich kannte ja dann eben nur Isabel's Version.

00:51:28: Bin da zu diesem Casting gestiefelt?

00:51:30: Was macht man da?

00:51:31: Meistens hat man

00:51:33: eine

00:51:33: Woche, zwei, drei Vorher.

00:51:36: Dann bereitet man sich vor und hatte das Gefühl ... dass die Rolle einfach für mich wahnsinnig spielerisch viel bereit hält und ich Lust habe mit der auf Reise zu gehen.

00:51:49: Die schön komplex ist, nicht nur einfach zu lesen oder?

00:51:54: Ja und hatte dann das Glück auch mit Hans Löw gleich gecastet worden zu sein.

00:51:58: und dann ist es ja immer so dann geht das so weiter wird man nochmal eingeladen wenn man Glück hat und irgendwann wurde ich besetzt Dann geht ja eigentlich erst der Arbeit los.

00:52:10: Und in dem Zuge habe ich dann auch deinen Roman gelesen und ich weiß nicht, ob du das weißt aber ich hab mir immer so Sätze rausgestrichen aufgeschrieben und an den Rand meines Drehbuches geklebt die für mich so beschreibend waren für ihren inneren Zustand für das was sich gerade wandelt für die Beziehungen, die sie zu ihrer Schwester hat.

00:52:39: Zu diesem Menschen der ihn erleben eintritt und das hat es eigentlich bereichert auf eine... Die ganze Zeit haben mich deine Worte und Sätze während des Drehs noch begleitet.

00:52:54: Das fand ich sehr gut!

00:52:55: Also das ist anders natürlich.

00:52:57: Ich habe sozusagen einen Drehbuch, eine Drehbuchfassung die Figur Lisa Konrad speisen konnte.

00:53:07: Ja, und das ist eine Schriftstellerin?

00:53:08: Ich versuch mal ne kurze Zusammenfassung!

00:53:13: Nee, versuch du mal... ich glaub' dass du kriegst du besser hin.

00:53:18: Genau.

00:53:18: Ich fasse das Buch zusammen und nicht Isabel's Drehbücher, weil ich nicht weiß, was dieser Podcast erscheint und ich nicht spoilern möchte, weil ein paar Dinge natürlich anders sind und noch nicht erzählt werden sollten.

00:53:28: Aber im Buch ist es so... Es gibt diese Hauptfigur, die heißt im Buch Linda, nicht Lisa.

00:53:31: Im Buch den Drehbuchern heißt sie Lisa.

00:53:35: Linda Conrads ist eine ganz berühmte zurückgezogen lebende Autorin, die seit elf Jahren ihre Villa am Standberger See nicht mehr verlassen hat, ihre Schwester ermordet aufgefunden hat und sie hat den Mörder nach Flüchten sehen, sie hat dem Mörderkurs ins Gesicht geblickt.

00:53:53: Und obwohl sie ihn so gut beschreiben konnte wurde er nie gefasst.

00:53:56: und Linda zieht sich zurück und schreibt und eigentlich geht es in ihrer Villa auch ganz gut aber sie geht halt nicht raus bis hier eines Tages den Mörder ihrer Schwester oder den Menschen, denen sie dafür hält im Fernsehen sieht.

00:54:13: Und sie stellt fest, das ist ein berühmter Journalist und sie lockt ihn mit dem Versprechen auf einen Interview, weil sie ja nicht raus kann in ihre Villa... ...und isst es im Grunde selbst der Köder für den Möhrer ihrer Schweste oder erneut für die Person, die Sie dafür hält?

00:54:31: Denn im Laufe des Romans ist plötzlich nicht mehr ganz klar, hat sie eigentlich recht!

00:54:36: damit, dass das der Mörder ihrer Schwester ist.

00:54:38: Oder stecken da ganz andere Dinge dahinter?

00:54:43: Und dann passieren Dinge wie sich das für ein Thriller gehört und The Taylor's Attorney und so.

00:54:48: Das ist im Groben die Geschichte.

00:54:50: Für mich war es total aufregend, dass sie jetzt verfilmt wurde, weil die Filmrechte schon vor langer Zeit vergeben worden sind.

00:54:56: Dann durch ein paar Hände gewandert sind, in den genau richtigen Händen gelandet sind.

00:55:00: Die haben eine unglaubliche Castingcheuse getroffen und ich an Bord geholt.

00:55:05: Und ich hab's ja schon gesehen und darf ja eigentlich noch nichts erzählen, weil wir noch vorverösend.

00:55:10: Aber du hast mir so krass Gänsehaut verpasst und mich zum Weinen gebracht und warst so unglaublich!

00:55:17: Ich kann es nicht erwarten, dass die Menschen das sehen können wirklich.

00:55:19: Das nur nebenbei... Ich will dir jetzt nicht unangenehm sein aber du bist unglaublich gut in dieser Serie.

00:55:27: Unglaublich gut Frieda.

00:55:28: Wahnsinn.

00:55:29: Richtig krass einfach Ja, und es ist auch so schön wenn eine Literaturverfilmung gelingt.

00:55:34: Weil das gibt ja viele Kolleginnen und Kollegen die damit uns zufrieden sind Und ich bin so glücklich damit was total an Isabel liegt natürlich Aber auch total an dir.

00:55:44: Also voll krass

00:55:47: Danke schön.

00:55:48: Ich freu mich auf sehr da drauf.

00:55:51: Frieda magst du mir vielleicht noch, bevor wir hier enden ein Lieblingsbuch?

00:55:56: Dein absolutes Lieblungsbuch empfehlen.

00:55:58: Meins war ja alles zerleuchtet von Jonathan Saffron-Fore, dass ich dir schicke zum Geburtstag.

00:56:03: Hast du einen Lieblensbuch?

00:56:07: Boah,

00:56:07: das ist eine sehr schwere Frage!

00:56:09: Ich habe keinen Lieblningsbuch glaube ich.

00:56:11: Ich hab' einen Buch was mich sehr...was mich unglaublich berührt hat und ich kann dir aber den Titel nicht mehr sagen.

00:56:19: also wenn ... vielleicht kriegen wir ja.

00:56:21: Vielleicht weiß irgendjemand, wenn ich es beschreibe.

00:56:24: Ja,

00:56:24: vielleicht hört eine Buchhällerin zu oder so?

00:56:27: Es ist eine Kriegsgeschichte, es ist eine Fluchtgeschichte.

00:56:33: Es geht um eine Frau auf einem Bauernhof ... Die Männer sind alle

00:56:37: weg

00:56:39: und ich glaube, es befindet sich in Schlesien.

00:56:47: Es kommt, ich hab das als ich sehr klein war gelesen.

00:56:50: Auf jeden Fall fand mich das sehr berührt und beeindruckt.

00:56:55: Das ging so um diese Angst was kommt?

00:57:00: Und dieses pure Überleben von dieser Frau, die dann relativ alleine auf diesem großen Hof war.

00:57:05: Und es gab manchmal einen Wolf, der da hinkam, der die besucht hat ... Aber ich kann dir so im Detail ... Es ging, es war im Winter.

00:57:20: Es spielte im Winter, es gab ganz viel Schnee.

00:57:23: Es zugeschneit und um deren Weiterleben ging es eigentlich in dieser Kriegszeit, in diesem Gehöft irgendwie?

00:57:35: Fragt mich nicht was das für ein Buch war!

00:57:37: Es war mit mich sehr berührt damals.

00:57:39: Und ja, ich hab den Namen vergessen...

00:57:42: Frieda, I love it.

00:57:42: Wir enden mit einem kleinen literarischen Rätsel.

00:57:45: Das finde ich richtig gut!

00:57:46: Ich bin total gespannt.

00:57:48: Der

00:57:48: Wolf auf dem Bauernhof der Nacht kam und über den sie dann auch manchmal geträumt hat im Schnee.

00:57:54: Wahnsinn

00:57:55: was für ein tolles Gurt.

00:57:57: Ich habe direkt so Bilder, so einen Gehörft und der Schnee und ein Wolf in der Nacht.

00:58:02: Richtig, richtig cool.

00:58:04: Schwert, ich würde auf jeden Fall herausfinden welches Buch sich dahinter verbirgt und es war so schön mit ihr zu sprechen.

00:58:09: die Zeit ist schon rum.

00:58:10: Ich würd gern noch gleich Stunden mit dir sprechen aber das müssen wir dann einfach privat machen.

00:58:14: Das machen

00:58:15: wir, was machen wir?

00:58:17: Okay liebe!

00:58:19: Ich danke dir sehr!

00:58:20: Ich Danke dir auch!

00:58:22: Was schön!

00:58:24: Bis

00:58:25: bald!

00:58:26: Ciao Das war die siebenundzwanzigste Folge No Pressure, Nineteen End Book Club mit Madani, Rabe und Frederik Gebächt.

00:58:34: Abonniert, rated und reviewed gerne unseren Podcasts, das hilft uns enorm!

00:58:38: Und jetzt würde ich sagen ab auf die Couch mit euch schaut euch die Falle auf Netflix an oder noch besser besorgt euch mein ließ neuerstes Buch Daisy erschienen bei BTB.

00:58:49: Wir freuen uns auf jeden Fall aus.

00:58:50: nächstem Mal Danke fürs Zuhören bis dann.

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